Februar 2018 ist der Starttermin für eine neue Art der Bezahlung an der Ladesäule. Dann ist es möglich mit der Bankkarte zu bezahlen. Zumindest an AC-Ladesäulen des Herstellers EBG compleo, welcher unter anderem eine Ladesäule an der GLS-Bank in Bochum installiert hat. Im Laufe des Jahres sollen weitere Ladesäulen anderer Anbieter und Betreiber ebenfalls diese Möglichkeit erhalten.

Wie funktioniert’s?

Bei der Entwicklung wird die Sicherheit kontinuierlich gegenüber den technischen Tücken der bisher weit verbreiteten Ladekarten und RFID-Chips erhöht. Dafür wurde extra der Start des System verschoben.

Die Software nutzt das Standard OCPP und vermeidet Klartextinformationen um die Sicherheit zu erhöhen. OCPP überträgt normalerweise Klartextinformationen, aber mit Giro-e werden diese in einer Syntax (Verschlüsselung) übertragen. Bei herkömmlichen Ladekarten und RFID-Chips wird eine User-ID zur Erkennung an der Ladesäule verwendet. Diese ist leicht zu clonen und zu erraten. Giro-e nutzt die Standard-Funktionalitäten der Bankkarte. Dazu zählt auch die IBAN, welcher aufgrund der vielen Ziffern erheblich schwieriger zu erraten ist. Es werden also keine personenbezogenen Daten sichtbar übermittelt. Auch die Betreiber von Giro-e oder die GLS-Bank können die IBAN nicht zuordnen.

Möchte ein Nutzer allerdings Zusatzfunktionen von Giro-e nutzen, wie beispielsweise Ladestatistiken oder eine Rechnungsstellung, muss er sich bei Giro-e registrieren. Dann ist eine Zuordnung der Daten möglich.

Hat sich ein Nutzer an einer Ladesäule registriert so werden seine personenbezogenen Informationen als abstrakter Wert hinterlegt. Für eine erneute Anmeldung an einer Ladevorrichtung sind diese Informationen unbrauchbar. Im Gegensatz dazu sind diese Informationen in anderen Ladesäulen häufig als Klartextinformationen in einer Logdatei gespeichert und problemlos auszulesen.

Enge Kooperation mit der GLS-Bank

Für die Nutzung von Giro-e bietet die Kooperation mit der GLS-Bank einige Vorteile und Komfort für den Nutzer. Wobei es aus Sicht der Nutzer egal ist bei welcher Bank er Kunde ist. Seine Giro-Karte muss lediglich über eine Kontaklos-Funktion verfügen. Als Betreiber von Ladevorrichtungen mit (halb-)öffentlicher Zugänglichkeit ist ein Girokonto bei der GLS-Bank jedoch Pflicht. Das durch Ladevorgänge bezogene Geld muss aus technischen Gründen auf eine Konto der GLS-Bank eingezahlt werden. Zudem vermeidet dies Kosten für Transaktionen der Geldbeträge auf andere Konten.

Die Abrechnungen herkömmlicher Systeme können durchaus mehrere Monate in Anspruch nehmen. Dann sind Ladevorgänge, insbesondere wenn Fehler auftreten, nur noch sehr schwer nachvollziehbar. Mit Giro-e erfolgt die Abrechnung innerhalb von zwei Tagen und Probleme können leichter geklärt werden.

Kommt ein SEPA-Verfahren zum Einsatz ist ein Widerspruch sehr einfach möglich. Sollte eine verlorene Karte Giro-e-Karte gefunden und für Aufladungen genutzt werden, so kann der Eigentümer diese Buchungen rückgängig machen und die Karte sperren lassen. Somit gibt es eine erhöhte Kontrolle über das eigene Geld im Zusammenhang mit Ladevorgängen.