Der Mission E von Porsche soll bereits nächstes Jahr die elektrische Sportwagen Liga erobern und das nun auch unter seinem Seriennamen: Taycan. Der Porsche Taycan war im September 2015 auf der IAA vorgestellt worden und in Genf während der Car Design Night mit dem Preis „Best Concept Car Design“ ausgezeichnet worden. Jetzt, drei Jahre später, befinden wir uns nur noch ein Jahr vor der Marktreife.

Bedeutung des Namen Taycan

Der Name bedeutet sinngemäß „lebhaftes, junges Pferd“. Damit wird der Mittelpunkt des Porsche Wappens aufgegriffen. Der Name wurde im Rahmen des Festakts „70 Jahre Porsche Sportwagen“ bekannt gegeben.

„Unser neuer Elektro-Sportler ist stark und leistungswillig; ein Fahrzeug, das ausdauernd weite Strecken zurücklegt und für Freiheit steht“, so Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. (Porsche)

Investitionen in Milliardenhöhe

Im Dezember 2015 hatte der Aufsichtsrat der Porsche AG grünes Licht für das Projekt Mission E und Investitionen in Milliardenhöhe freigegeben. Porsche investiert dabei mehr als sechs Milliarden Euro bis 2022 in die eigene eMobilität. 500 Millionen Euro fließen in die Entwicklung von Varianten des Taycan. Die Milliarden werden auch in den Ausbau der Ladeinfrastruktur und Smart Mobility investiert. (Porsche)

Ladeinfrastruktur

Im Juli diesen Jahres eröffnete in Berlin-Adlershof ein neues Porsche-Zentrum. Dort findet man auch die ersten zwei, von Porsche entwickelten, Schnellladesäulen (High Power Charging – HPC). Sie sollen beispielsweise den Taycan in nur 15 Minuten auf 80% der Kapazität des Akkus laden. Damit erreichen diese Ladestationen die derzeit höchste Leistung. Die HPC’s sind ab Herbst für alle Elektrofahrzeuge nutzbar, die über einen CCS-Stecker verfügen. Mit diesem Anschluss können auch niedrigere Ladeleistungen bedient werden. (Porsche)

Kosten des Taycan

Anders als von vielen erwartet, wird der Taycan kein Auto der obersten Preiskategorie von Porsche. Firmenchef Oliver Blume kündigte im Gespräch mit Car Magazine an, dass der elektrische angetriebene Sportwagen „so viel wie die Grundversion des Panamera“ kosten wird. Kurz gesagt, um die 90.000 Euro. Der Panamera kostet in Deutschland ab 90.655 Euro.

Anzahlung

Wer bei Porsche die Anzahlungsoption für die Serienversion des Porsche Taycan nutzt, kann darüber von Zeit zu Zeit aktuelle und exklusive Informationen zum Taycan erhalten. Porsche Deutschland empfiehlt den Porsche Zentren eine Anzahlung in Höhe von 2.500€ inklusive Umsatzsteuer in gesetzlicher Höhe zu verlangen. Also ein ähnliches Modell wie derzeit beim Tesla Model 3. Die Anzahlung wird auf den Kaufpreis angerechnet, wenn man sich für den Kauf entscheidet. Laut Porsche zeigt der Kunde reines Interesse am Fahrzeug, man erwirbt „jedoch keinen Anspruch auf Lieferung“.

Leistung

Vier Türen und vier Einzelsitze, über 440 kW (600 PS) Systemleistung aus zwei permanent-erregte Synchronmotoren und über 500 Kilometer Reichweite. Allradantrieb und Allradlenkung, Beschleunigung in unter 3,5 Sekunden von null auf 100 km/h und in unter zwölf Sekunden auf 200 km/h. Mehrere Beschleunigungsvorgänge sollen direkt hintereinander ohne Leistungsverlust möglich sein.(Porsche)

Leistungsstufen

Ähnlich der bisherigen Modellpalette von Porsche könnte auch der Taycan mehrere Leistungsstufen erhalten und damit im Preis variieren. Später sind sogar unterschiedliche Karosserievarianten möglich. Angesiedelt ist der Stromer zwischen Panamera und 911er.

„Wir denken uns unterschiedliche Optionen aus. Es wird mehr als eine geben, mit unterschiedlichen Leistungsstufen“… „Es wurde noch nichts entschieden, aber es könnte möglich sein, sich mehr Leistung hochzuladen. Wenn man zum Beispiel 400 bhp hat, dann könnte man auf 450 bph aufrüsten“. Und das ohne Werkstatt Besuch.

Design

Im Exterieur Design gelang es, eine zukunftsweisende Symbiose zwischen Heritage der Mid-Century Fahrzeuge und den heutigen Porsche Modellen zu kreieren. Ivo van Hulten, Direktor Interior Design – Style Porsche, setzt im Innenraum auf neue Akzente. „Wir wollen eine völlig neue Art der Interaktion mit dem Fahrzeug erreichen, indem wir Gesten- und Blickkontakterkennung zur Steuerung einsetzen.“ Die Instrumente werden teilweise sogar über Hologramme – intuitiv und mit maximaler Fahrerorientierung durch automatische Einstellung auf die Fahrerposition, bedient werden.

Zuffenhausen

Umfangreiche Umbauten und Erweiterungen werden dabei das Stammwerk Zuffenhausen treffen. Hier hat eine neue Lackiererei und eine eigene Montage für den ersten rein elektrischen Wagen von Porsche errichetet. Eine Förderbrücke transportiert die lackierten Karosserien und Antriebseinheiten in die Endmontage. Das Motorenwerk wurde für die eAntriebe ausgebaut und auch der Karosseriebau  erhielt eine Erweiterung. Der Taycan hat alleine in Zuffenhausen rund 1.200 neue Arbeitsplätze geschaffen. Der Porsche soll im Jahr 2021 eine Spitzenproduktion von 27.000 Einheiten erhalten. (Porsche)

Plattform

Offenbar unter der Bezeichnung SPE wird eine eigenständige Elektro-Plattform für Porsche entwickelt. Erste Modelle auf Basis dieser Plattform werden nicht vor 2025 erwartet. Diese Konstruktion könnte auch  für Audi und Lamborghini  interessant werden, obwohl bereits Volkswagen die Plattform MEB konzernweit bereitstellen will. (Autoevolution) Der Mission E wird also noch nicht auf der neuen Bauweise basieren, sondern auf der eigens entwickelten Plattform J1.

Fazit

Laut einem Bericht des „Manager-Magazins“ will Porsche schnell auf die elektrische Fortbewegungsart umsteigen und bereits 2023 jedes zweite verkaufte Auto mit elektrischem Antrieb versehen. „Wir haben alles, was es braucht, damit die Marke Porsche weiterhin für Faszination sorgt – auch in den nächsten 70 Jahren“ so Blume auf einer Feier anlässlich des 356 „Nr.1“ Roadster. Bereits erfolgreich sind die Schwaben mit ihrem Teilzeit-Stromern. Hier konnte man zuletzt ein deutliches Absatzplus verzeichnen. Käufer des Panamera  in Europa wählen zu ca.  60 Prozent  die Hybridversion.

Porsche wird natürlich weiterhin das Premium Segment bedienen und dadurch weiterhin für die meisten Verbraucher unerreichbar. Ich freue mich trotzdem auf den Taycan, denn die eMobilität braucht Vorreiter, die aufzeigen was alles mit einem elektrischen Antrieb möglich ist.

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