Zahlreiche Länder machen es überall auf der Welt vor, jetzt folgt auch Österreich mit einer Millionenförderung für Elekromobilität. Das Aktionspaket vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), dem Bundesministerium für ein lebenswertes Österreich (BMLFUW) und Automobilimporteuren umfasst 72 Millionen Euro. Hauptaugenmerk der Fördersumme liegt auf dem Ankauf von Elektrofahrzeugen und auf der Ladeinfrastruktur. Es richtet sich an Privatpersonen, Unternehmen sowie Bund, Länder und Gemeinden.

Was soll mit der Millionenförderung erreicht werden?

China hat es beispielhaft vorgemacht – durch staatliche Subventionen kann das Land im Jahr 2015 188.000 Neuzulassungen von Elektroautos verzeichnen. Bis 2020 sollen außerdem 12.000 neue Ladestationen und 4,8 Millionen Ladesäulen gebaut werden. Alles mit dem Ziel, die Anzahl von Elektroautos auf chinesischen Straßen auf fünf Millionen zu steigern. China hat sich durch seine Maßnahmen zum größten E-Auto-Markt weltweit entwickelt und fokussiert diesbezüglich Kooperationen mit anderen Ländern.

Auch Österreich möchte durch Infrastrukturmaßnahmen wie Ladesäulen oder kostenlose Parkplätze Kaufanreiz schaffen. Das übergeordnete Ziel ist es aber, dass bis 2018 rund 16.000 zusätzliche Elektrofahrzeuge auf den Straßen Österreichs fahren.

Kann sich Elektromobilität auch ohne Fördermittel entwickeln? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Länder. Interessant hierzu ist die Herangehensweise der Schweiz.

Welche Vorteile ergeben sich für künftige Käufer von Elektroautos?

Möchte sich ein Österreicher als Privatperson ein vollelektrisches Auto zulegen, soll er ab Anfang 2017 mit bis zu 4.300 Euro gefördert werden. Bezuschusst werden jedoch nur Neuwagen die in der Basisversion nicht mehr als 50.000 Euro kosten. Es muss eine rein elektrische Reichweite von 40 Kilometern erreicht werden und der benötigte Strom muss vollständig aus erneuerbaren Energieträgern stammen. Bei Plug-in-Hybridfahrzeugen umfasst die Förderung immerhin noch 1.500 Euro. Ausgeschlossen sind Plug-In-Hybride mit Diesel-Zusatzmotor. Für Unternehmen sowie für Bund, Länder und Gemeinden werden Elektroautos mit bis zu 3.000 Euro und Plug-In-Hybride mit bis zu 1.500 Euro bezuschusst.

Elektroautos sollen künftig mit grünen Nummerntafeln gekennzeichnet werden. Das macht sie ab April 2017 eindeutig identifizierbar und soll den Fahrern Vorteile im Straßenverkehr verschaffen. Geplant ist etwa die Befreiung von Parkgebühren und die Möglichkeit, Parkplätze zu reservieren. Außerdem sind die Nutzung von Busspuren sowie spezielle Zufahrtsberechtigungen im Gespräch.

Interessant auch: Die Führerscheinklasse B soll in Zukunft auf elektrische Kleintransporter ausgeweitet werden. Die Erweiterung von 3,5 Tonnen auf 4,25 Tonnen soll dabei das Eigengewicht der schweren Akkus kompensieren.

Wie soll sich die Ladeinfrastruktur entwickeln?

Ziel des BMVIT ist es, bis Ende 2018 ein landesübergreifendes Netz an Lademöglichkeiten aufzubauen. Sowohl die ASFINAG, also die Infrastrukturgesellschaft, die für das österreichische Autobahnen- und Schnellstraßennetzes zuständig ist, als auch die Österreichischen Bundesbahnen möchten dabei unterstützen. In der Praxis soll man bei Anschaffung privater Wallboxes mit bis zu 22 Kilowatt Leistung einen Zuschuss von 200 Euro bekommen. Beim Bau von öffentlich zugänglichen Schnellladestationen sind bis zu 10.000 Euro an Fördergeldern pro Ladestation möglich.

Was ist mit Motorrädern, Bussen und weiteren Fahrzeugen?

Vor allem Motorrad- und Mopedfahrer wird freuen, dass auch E-Motorrads und E-Mopeds bezuschusst werden – mit 375 Euro. Und auch am öffentlichen Verkehr wird das Aktionspaket nicht vorbeigehen. So werden Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit mehr als acht Sitzplätzen mit 20.000 Euro gefördert. Für E-Busse kommen sogar bis zu 60.000 Euro in Frage.