In den vergangenen Tagen haben meine Kollegen ihren jeweiligen Rückblick für das Jahr 2017 niedergeschrieben. Wir haben sehr persönliche Schilderungen im Umgang mit Elektromobilität, Sharing Angeboten oder generell mit neuen Mobilitätskonzepten von unseren Autoren gelesen. Ganz gleich ob in München, Stuttgart, Berlin oder Zürich: überall werden neue Mobilitätslösungen erschaffen um die Produktivität zu steigern, einen höheren Komfort für den Endkunden zu erschaffen oder mehr Sicherheit und allgemeine Vorteile für Umwelt und Gesellschaft zu kreieren.

Das Jahr 2017 markiert den Aufbruch in Sachen Mobilität

Das Jahr 2017 markiert für mich tatsächlich einen Aufbruch in Sachen Elektromobilität. Es war der erwartete, ja quasi erwünschte Aufbruch, der in Deutschland, Österreich und der Schweiz stattgefunden hat. Und es war an der Zeit.

Die deutschen Fahrzeughersteller wurden unsanft von Innovatoren wie Tesla oder chinesischen Herstellern wachgeküsst. Nicht erst seit dem Dieselskandal machte vielerorts die Politik zusätzlichen Druck. Die zunehmende Luftverschmutzung und der Lärm in den Städten wurde zum Politikum. Und so setzte sich die europäische Automobilszene in diesem Jahr also, wenn auch teils zögerlich, in Bewegung.

Elektromobilität – das wurde zu Beginn des Jahres noch mit den spinnerten Ideen von Ökofreaks abgetan. Reichweitenproblematik und Ladestellendilemma halfen nicht im Rahmen der seriösen Diskussion. Aber jetzt, am Ende des Jahres 2017, werden diese Aufgaben mit einem deutlich positiveren Grundton diskutiert. Ob es an den inzwischen 11.000 öffentlichen Ladestationen allein in Deutschland liegt, oder an der Tatsache, dass wir mit durchschnittlich 30+ Kilometer am Tag ohne jegliche Probleme die Kurzstrecken elektrisch fahren könnten. Ich weiß es nicht. Bitte versteht mich nicht falsch. Schönrederei liegt mir fern – aber dass die Elektrofahrzeuge eine gangbare Lösung für unsere Mobilitätsprobleme sein können, dass sehen inzwischen nicht nur Ökologie-Fanatiker ein.

Ich denke, dass im Jahr 2017 weiterhin jeder Hersteller verstanden hat, dass das Auto das ‚größte digitale Device‘ ist. Kein Wunder also, dass alle Hersteller und deren Zulieferer in den Bereichen Maschinelles Lernen, Datenanalytik und Künstlicher Intelligenz forschen und investieren.

Und Digitalisierung stellt immer den Nutzer in den Mittelpunkt. Von daher faszinierte mich in diesem Jahr ein gesellschaftlicher Wandel in einer bestimmten Altersgruppe. Nicht Besitz, sondern das Teilen steht nämlich bei den Generationen Y und jünger an. Dieser Wandel half den diversen Sharing Angeboten zu einer unglaublich schnellen Marktdurchdringung.

Ob Auto, Scooter oder Fahrrad: Sharing ist zumindest in den Städten nicht mehr wegzudenken und die Sharing Economy Anbieter wurden in 2017 erwachsen. Allein in China gibt es Bike-Sharing Anbieter, die mehr als 10 Millionen Fahrten jeden Tag zu verzeichnen haben. Neben den Apps zur Buchung des Sharing Angebotes eines Marktteilnehmers wie COUP, emmy, DriveNow oder car2go boomen inzwischen die Apps, die diese Services aggregieren.

Fast noch wichtiger als die ersten Umsätze mit diesen Fahrzeugen sind die Daten, die sich aufgrund der Nutzung der Sharing-Kunden ergeben. Denn nur mit Hilfe dieser Daten werden wir auf dem Weg zum autonomen Fahren vorankommen.

Der Einsatz von Drohnen erreichte in 2017 erste professionelle Anwendungsbereiche. Als visueller Unterstützer in der Immobilienindustrie, als Transportmittel für Flüssigkeiten und Saatgut in der Landwirtschaft. Die Deutsche Bahn nutzt Drohnen, um Baumaßnahmen besser zu planen oder eigene Solaranlagen (entlang den Bahnstrecken) besser beobachten zu können.

Startups sind Teil des Innovationsangebotes und für unser Überleben essentiell

Und dann begeistern uns jede Woche neue Startups, die aus den vielen Universitäten, Hochschulen oder auch den Factories und Inkubationszentren hervorkamen. Auf der IAA im letzten September eher noch versteckt in einer kleinen Halle abseits des großen Trubels, wurden und werden Jungunternehmer zum Treiber neuer Mobilitätslösungen. Hat sich die IAA damit überlebt? Ich denke nicht. Es gibt, wie überall im Mobility-Markt, einfach mehr Wettbewerb, auch unter den Messen und Events im Lande.

Bleibt zu hoffen, dass wir in Deutschland unsere Risikobereitschaft weiter erhöhen. Denn der hiesige Venture Capital Markt erscheint mir ermüdet, vor allem im Vergleich zu den USA und China. So bleibt uns das Vertrauen in die Corporate Ventures, die gerade in 2017 frischen Wind für Mobility Gründer brachten. Die Initiativen von Wayra und Volkswagen sowie Axel Springer Plug & Play und Porsche Digital sind Beispiele einer lebendigen Innovationskultur in unserem Land. Hiervon brauchen wir mehr.

In 2017 sind also viele Mobilitätsanbieter aufgewacht. Einen Durchbruch, wie von manch einem Marktteilnehmer erwartet, den gab es (noch) nicht. Ich bin jedoch guten Mutes, dass wir bei all unserem Erfindergeist und unserem Qualitätsanspruch diesen frischen Wind mitnehmen. Mit Hilfe der jungen Startups werden wir im globalen Technologiewettlauf mithalten –  man muss sie nur lassen, diese jungen Wilden.

Wir wünschen Euch/Ihnen einen guten Jahresausklang, einen guten Rutsch in das neue Jahr und wir versprechen schon heute, dass wir auch in 2018 wieder über die spannenden Neuigkeiten rund um die Themen der Mobilität berichten werden.

1 KOMMENTAR

  1. Ein Boom wie jetzt endlich nach über 10 Jahren bei den E bicks (das sind Hybrids) wird es bei reinen Elektroautos die nächsten 50 Jahre nicht geben. Dies bleibt eine Niesche.
    weil:
    wegen zu geringen Stückzahlen zu teuer
    zu wenig Reichweite für Grosstrecken
    Verbesserung der Batterietechnik der letzten 10 Jahre lässt zu wünschen übrig.
    Das Aufladen ist nicht so einfach wie es immer wieder dargestellt wird.
    Sobald der Fiskus diese so wie Verbrenner belangt, kauft gar keiner mehr.
    Praktiker mit eigenem E Auto und viel Erfahrung mit dem Aufladen per Fotovoltaik werden mir Recht geben.
    Selbst mit 20 % E Autos kann der Globus nicht gerettet werden.
    Die Chinesen sollen ihren oeffentlichen Verkehr überdenken. Wir haben schon seit 50 Jahren Elektrobusse und solche Züge und Strassenbahnen.

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