Zugegeben, es ist nicht gerade die einfachste Jahreszeit für den Test eines Elektroautos. Bei strammen -15° Celsius in der Nacht, bei Schnee und eisigen Temperaturen am Tage ist ein Elektroauto dann doch ziemlich gefordert. So geschehen bei einem Fahrtest über mehrere Tage im kalten Winter.

Die BMW i3 Tests bei schönem Wetter gibt es ja schon genügend an der Zahl

Macht nichts. Ich denke mir, dass von den Schönwetter Tests mit dem BMW i3 bereits viele gemacht wurden. Ich möchte für mich selbst erkennen, ob ein solches Elektrofahrzeug etwas taugt im hiesigen europäischen Winter.

Erschwerend für den einwöchigen Test kommt hinzu, dass ich bei mir zu Hause noch keine Ladestation habe. Somit bleibt entweder die hausübliche Steckdose, oder die genaue Planung, wann ich in welcher Situation nach- oder gar aufladen kann.

Vor dem Fahrtest des BMW i3 steht die kritische Begutachtung des Elektrofahrzeuges

Nun, allein beim Blick auf den Wagen und sein Inneres teilen sich die Geister. Frauen finden den BMW i3 in der Regel nicht schön. Kein Witz, denn bei neun von zehn von mir befragten Damen im Bekanntenkreis war der Kommentar sehr deutlich: “mein Gott ist der hässlich”. Zu viel Plastik im Innenraum, die Ablage reichlich nutzlos und die Handschaltung rechts vom Lenkrad erscheint ebenso gewöhnungsbedürftig. Ein Elektroauto ohne den Anspruch vom Design her zu gefallen.

Ich selbst finde das Design des Wagens nicht so schlecht. Für mich zeigt sich durch dieses eigene Erscheinungsbild eher eine positive Seite. Man erkennt den BMW i3 wenigstens als Elektrofahrzeug. Elektroauto zum Auffallen wäre also die bessere Analyse. Der BMW i3 Elektrowagen ist anders und das zieht die Blicke auf sich.

Das gilt sowohl für die Stadt, als auch auf die Fahrt auf Bundesstrassen oder gar auf den Autobahnen. Der BMW i3 vermittelt seinem Fahrer unverzüglich, dass er in einer Innovation sitzt. Und das ist es, was die Elektromobilität heute eben braucht. Auffallen und vielleicht durch das etwas andere Design eben auch provozieren. Das macht mein Test mit dem BMW i3 auf alle Fälle deutlich.

Den Fahrtest selbst besteht der Elektrowagen mit Bravour

Nach einer kurzen Einweisung geht es auch schon los. Für Neulinge in Sachen Elektroauto ist das Überraschendste an einem solchen Fahrzeug der Antritt. Selbst ausgewachsene Sportwagen lasse ich an der Ampel stehen. Ganz ohne das übliche Aufheulen eines Benziner Motors zieht der BMW los und macht jeden Ampelantritt zum Vergnügen. Dank einer sehr guten Dämmung bekommt man von seiner Umgebung hier im Innenraum allerdings nicht viel mit.

Die Reichweite des BMW i3 mit Range Extender

Und wer jetzt denkt, dass der i3 mit den schnellen Ampelstarts seine Reichweite einbüssen würde, den muss ich enttäuschen. Mir steht für diesen Fahrtest ein Modell mit einer Batteriekapazität von 94 Amperestunden zur Verfügung. Gemäss NEFZ kann ich laut BMW mit diesem i3 (94 Ah) Ziele in bis zu 300 km Entfernung erreichen, und der Blick auf den Reichweitenmesser auf meinem Display bestätigt das. Da stehen zu Beginn meiner Testfahrt mit dem BMW i3 gute 310 Kilometer Reichweite, sehr beruhigend diese Zahl.

Der Range Extender für den BMW i3 ist sein Geld wert und hilft bei der Erzielung anständiger Reichweiten

Entscheidend für diese Reichweite ist der sogenannte Range Extender für den BMW i3 Elektrowagen. Sofern es einmal keine Zeit zum Laden gibt, schaltet sich automatisch oder auf eigenes Betreiben dieser Range Extender zu. Und jener ist genau das, was die deutsche Übersetzung suggeriert: ein Reichweitenverlängerer. Dieser zwei-Liter Benzinmotor gleicht vom Sound her einem Mofamotor oder Rasenmäher. Er treibt einen Generator an, der den Ladezustand der Hochvolt-Batterie konstant hält. Somit kann der BMW i3 weiterhin rein elektrisch fahren. Es stellt sich während meiner Testfahrten heraus, dass die mit dem BMW i3 erzielbaren Reichweiten vollkommen ausreichend für meinen Bedarf in urbanen Zentren und für die Fahrten zur Arbeit sind.

Mein Fazit für den BMW i3 Fahrtest

Ein ausgesprochen reifes Elektrofahrzeug ist der BMW i3 – sein Range Extender hilft bei längeren Strecken auch in kritischen Situationen am Zielort oder an einer Ladestation anzukommen. Fahrtechnisch ist das BMW i3 Elektroauto ein echter Spass, für die Stadt und die umgebenden Landkreise ist die Reichweite des BMW i3 komplett ausreichend. Beim Design hingegen scheiden sich die Geister, insbesondere der weibliche Teil der Bevölkerung steht, zumindest in meinem Bekanntenkreis, dem BMW i3 Elektroauto sehr kritisch gegenüber.

Doch wo viel Licht, da ist auch ein wenig Schatten

Wenn wir mal von den Kritiken zum Aussehen des BMW i3 absehen, so gibt es aus meiner Sicht doch ein paar Kritikpunkte. Mit mehr als 45’000 CHF ist das Fahrzeug, das mir für meine Testfahrt zur Verfügung steht, doch zu teuer, um im Massenmarkt bestehen zu können.

Im Innenraum gefallen mir nicht die äusserst schmale Rückbank und die vielen Plastikteile, die vom insgesamt guten Raumgefühl ablenken. Ein bisschen klein erscheint mir die Plastikschale für die Ladekabel, die im vorderen Teil des Wagens untergebracht ist. Hier wäre sicherlich Platz für etwas mehr Stauraum angebracht. Und im Innenraum hatte mein Fahrzeug einen kleineren Screen. Das ist nicht mehr zeitgemäss, vor allem wenn man einmal vom Bildschirm in einem Tesla ‘verwöhnt’ wurde.

Überzeugt haben mich bei diesem flinken Flitzer insbesondere die Fahrleistungen und die Reichweite. Auf Schnee hat der BMW i3 richtig Spass gemacht. Positiv fiel auf, dass die gute Lüftung im Wagen stets dafür sorgte, dass die Scheiben klar und von Nebel oder Feuchtigkeit im Innenraum befreit waren. Die Reichweite hat trotz starkem Gebläse nicht übermässig gelitten. Schon deshalb war es wichtig, dass ich diesen BMW i3 einmal im Winter testen konnte.

Update zur Weiterentwicklung des BMW i3 (Stand Ende 2019)

BMW hat ja als Elektroauto Pioneer die Einstellung des BMW i3 verkündet. Das erste Elektroauto aus dem BMW Konzern in München war seit dem Jahr 2013 auf dem Markt. Der im Design polarisierende Elektrowagen wurde seither einige Male optisch und technisch aufgefrischt. Und während bei den grossen Herstellern alle ca. sieben Jahre ein Modellwechsel stattfindet, so ist die Zeit des i3 demnach vorbei. Mit den neuen BMW iX3 kommen Elektrofahrzeuge zukünftig aus Bayern, die den klassischen Verbrennermodellen ähnlicher sehen. Der i3 wird demnach aus dem Verkehrsbild verschwinden.