MAN arbeitet kontinuierlich an Konzepten, ein lebenswertes Klima im urbanen Raum mit dem innerstädtischen Waren- und Lieferverkehr zu vereinbaren. Auf der IAA im vergangenen Jahr hat MAN Truck & Bus bereits den neuen MAN eTruck vorgestellt, eine vollelektrische Sattelzugmaschine. Letzte Woche haben sich der Fahrzeug- und Maschinenbaukonzern zusammen mit dem Council für nachhaltige Logistik (CNL) dazu entschieden, an der Vision von emissionsfreiem städtischem Verteilerverkehr weiterzuarbeiten.

MAN eTruck Konzeptfahrzeug

Als flüsterleise und emissionsfrei beschreibt MAN die Performance seiner 12 bis 26 eTonner. Durch die Elektrifizierung des Antriebs sowie weiterer Nebenaggregate wie beispielsweise der Klimaanlage und der Servolenkung wird eine energieeffiziente und bedarfsabhängige Steuerung möglich. Außerdem wird durch die Rückgewinnung der Bremsenergie die Bewegungsenergie des Trucks bereits während der Fahrt in elektrische Energie umgewandelt.

Die Trucks können übrigens die gleiche Nutzlast und Effizienz vorweisen wie die herkömmlichen Modelle mit Verbrennungsmotoren. Aber sie sind leise und grün und könnten für die innerstädtische Nachtbelieferung von beispielsweise Lebensmittelmärkten eingesetzt werden.

Maximale Reichweite des 250 kW Elektromotor

Leistungsfähige Lithium-Ionen-Batterien ermöglichen eine maximale Reichweite bis zu 200 km. Dabei ermöglichen die VW Batterien das Opportunity-Charging, also das Zwischenladen, wenn der LKW gerade beispielsweise Beladen wird oder der Fahrer eine Ruhepause macht. Generell sollen sich die Batterien über Nacht aufladen lassen.

Der Markt wird immer interessanter

Das sieht auch der Wettbewerber Daimler. Dessen Nutzfahrzeughersteller Daimler Trucks möchte seinen Urban eTruck, den vollelektrischen Verteiler-LKW früher als geplant von Kunden aus der Lebensmittel-, Entsorgungs- und Logistikbranche aus Deutschland und Europa testen lassen, und das bereits dieses Jahr.

Siemens setzt bei der Zukunft der Brummis auf Oberleitungen, die die Hybrid-LKWs auf den Autobahnen mit Strom versorgen. Damit würden riesige Batterien überflüssig, was die Hersteller Volvo und Scania veranlasste, das System in Kalifornien und Schweden zu testen. In Zusammenarbeit mit den Bundesländern Schleswig-Holstein und Hessen soll 2019 eine fünfzehn Kilometer lange Teststrecke zwischen Frankfurt und Darmstadt befahrbar sein.

Und Bosch will den Lkw der Zukunft zu einem 40-Tonnen-Smart Device auf Rädern machen. Dabei fährt der Lkw automatisch in zusammenhängenden Fahrzeugkolonnen bei denen die Fahrer zu Logistikmanagern werden. Auf der Autobahn steuert sich der Lkw dann selbst und gliedert sich in den Konvoi ein. Er fährt dann mit einem Abstand von 10 bis 15 Metern elektronisch vernetzt mit anderen Lkws.