Volkswagen hat den leitenden Ingenieur der Modelle Model X und Model S von Tesla abgeworben. Matthew Renna wird bereits in diesem Monat als Vice President of Volkswagen North American Region anfangen. Das berichtet „Electrek“. Der neue Vice President of Volkswagen North American hat seit 2013 bei Tesla gearbeitet und war unter anderem Model 3 Project Manager.

Positionen von Renna

  • 2013 startete seine Karriere bei den Kaliforniern. Angefangen hat er als Projektmanager und leistete seinen Beitrag zur Elektrotechnik und Integration bei der Entwicklung neuer Produkte im Tesla Design Studio.
  • 2013-2015 Ebenso war er ab 2013 als Powertrain Finance bei Tesla angestellt. Verantwortlich für die F & E-Geschäftseinheit Powertrain, Prognose und Materialkostenreduktion, erzielte er Ende 2013 durch die funktionsübergreifende Optimierung von Design, kommerziellen Ressourcen und Produktionsoptimierung eine Bruttomarge von 25% beim Modell S.
  • Ab 2015 widmete er sich dann dem Model 3 als „Model 3 Project Manager“. Verantwortlich war er für die funktionsübergreifende Kommunikation und sicherte erneut Kostenziele für Schlüsselkomponenten während der Entwicklung des Modell 3 in den Bereichen: HV-Batterie, Sitzheizung und thermisches System.
  • 2016-2018 war er dann Model S and X Program Manager und sorgte bei der Model S- und X-Plattform für einen Rekordumsatz und Rentabilität. Die Aufgaben umfassten die Entwicklung neuer Produkte, das Design, Lieferungen, Fertigung, Finanzen und Vertrieb. (LinkedIn)

Triumph  für Volkswagen & neue Position

Bei diesem Lebenslauf dürfte Volkswagen die Übernahme als großen Schritt in Richtung der elektrischen Fortbewegung betrachten. Als Vice President of Volkswagen NAR soll er in Zukunft die Leitung des NAR-G4-Teams übernehmen. Dieses Team entwickelt das Baukastensystem (MEB) (Modularer Elektrobaukasten) Renna kommentierte die Pressemitteilung zu seinem Arbeitgeberwechsel bei LinkedIn: „Ich fühle mich geehrt der Volkswagen Familie beizutreten. Die Elektrifizierung liegt mir am Herzen und ich bin auf die neue Herausforderung bei VW gespannt!“

MEB

Zusammenhängend mit den ehrgeizigen Plänen, in den nächsten Jahren 30 neue Batterie-Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen, wurde der Elektroauto-Baukasten MEB entwickelt. Konzernweit eingesetzt, d.h. auch für Skoda, SEAT & Co, soll man damit die Konkurrenz übertrumpfen können.

Erfahrungen hat man mit dem Baukasten bislang nur wenige gemacht, denn es wurden bisher nur e-Konzeptfahrzeuge auf dem MEB basierend gebaut. Der e-Bus BUDD-e, der I.D. und der I.D. BUZZ basieren auf der Fahrzeugarchitektur.

2015 erfolgte der Start von MEB und man gibt bei Volkswagen an, bereits große Fortschritte erzielt zu haben. „2020 soll das erste e-Auto im Stil des I.D. in Serienfertigung gehen“. Im Frühjahr dieses Jahres sollte „der Abschluss der sogenannten Frühen Phase“ erfolgen. „Wie schnell sich die e-mobility dann in Zukunft verbreiten wird, hängt allerdings noch von anderen, vor allem infrastrukturellen Faktoren ab.“

Tesla in SkopeVolkswagen, größter europäischer Automobilhersteller und mit VW, Audi, SEAT,ŠKODA, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche und Ducati in unterschiedlichsten Segmenten des Endkundenmarktes aktiv, hat einen neuen Konkurrenten in seinen Scope augenommen. Und dieser ist der bekannte Innovator Tesla aus Kalifornien.

Massenmarkt Elektromobilität

Noch verkauft Volkswagen die meisten PKW im Massenmarkt, doch dies könnte sich im zukünftigen Markt der Elektrofahrzeuge ändern. Denn die Kalifornier stoßen mit dem Stromer Model 3 in ein Segment vor, das nicht mehr nur im ursprünglichen Premiumsegment des Herstellers angesiedelt ist. Momentan produziert man zwar noch in geringer Stückzahl, jedoch will Musk bereits 2018 die 500.000er Herstellungsmarke knacken. Das Kompakt Segment, Volkswagens Goldgrube, wird also angegriffen und deshalb gilt Tesla mittlerweile als einer der härtesten Konkurrenten.

VW Markenchef Herbert Diess bestätigte gegenüber der Automobilwoche, dass er Tesla als großen Konkurrenten ernst nimmt: „Tesla wird sich mit seinem innovativen Geschäftsmodell nicht nur auf das Premiumsegment beschränken, sondern seine Fähigkeiten auch auf das Volumensegment auszurollen versuchen. Daher fokussieren wir uns im zukünftigen Wettbewerb sehr stark auf Tesla und weniger auf Toyota oder Hyundai“, sagte VW-Markenchef Herbert Diess dem Fachblatt.

Fazit

Dass man Tesla auf dem Radar hat und auch die Ingenieure in den Fokus rücken, war klar. Können sich die Hersteller in Deutschland etwas vom Innovator aus Kalifornien abgucken? Definitiv! Und diesen Schritt bestätigt man mit der Abwerbung führender Entwickler. Wie Tesla diesen Schritt verkraftet bleibt abzuwarten. Model S und Model X sind mittlerweile fest im Markt etabliert, der führende Entwickler des Model 3 hätte eine größere Lücke in die Strukturen gerissen.

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