Kooperation Connectivity: Škoda und Alexa

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Kooperation Connectivity: Škoda und Alexa
Quelle: Škoda

Škoda und Alexa. Wer kennt das nicht? Es ist der Erfindung der Fernbedienung geschuldet: Man geht einkaufen, parkt im Parkhaus, läuft vom Auto Richtung Laden, ist schon fast dort und – hat vergessen, ob man das Auto abgeschlossen hat. Mist, also nochmal zurück. 

Fernzugriff mit Connect

Mit den Connect Apps ist das schon bequemer geworden. Wer die entsprechende App auf dem Handy hat und das Auto damit verbunden hat, der kann einfach dort schauen, ob die Türen verschlossen sind. Škoda geht jetzt noch einen Schritt weiter. Der tschechische Autokonzern hat Amazon dazu gebracht mit ihnen eine Kooperation über „Alexa“ zuzustimmen. Momentan noch in der Testphase in Großbritannien und Deutschland, sollen bald in allen Ländern Menschen mit Sprachsteuerung von Amazon auf ihr Auto zugreifen können. 

„Alexa, ist mein Auto abgesperrt?“

Ob nun von zuhause aus oder von unterwegs, die Frage, ob das Auto abgeschlossen ist lautet dann: „Alexa, frage Škodas: Ist mein Auto abgesperrt?“. Die Antwort kommt dann ebenfalls über Alexa. Einfach und bequem ruft nämlich die Amazon Sprachsteuerung die benötigten Information bei Škoda Connect ab und leitet sie weiter. Das Ganze basiert von Autoherstellerseite auf dem Konnektivitätspaket Care Connect, das den Notruf und proaktive Dienste wie Fahrzeugstandsbericht und Service-Terminvereinbarung. Die zweite Seite ist das Infotainment Online Paket. Hierin sind Dienste enthalten, die der pünktlichen Zielerreichung dienen sollen. 

Installation: einfach und kompliziert 

Das Einrichten wird als „denkbar einfach“ in der Pressemitteilung beschrieben. Das ist von dem angenommenen Standpunkt schon richtig. Diesem liegen aber einige Voraussetzungen zugrunde. Denn wer die Alexa Sprachsteuerung für seinen Škoda nutzen will, der muss bereits einiges eingerichtet haben. Erstens, er muss ein Benutzerkonto bei Škoda besitzen, gleichzeitig muss er aber auch aktiver Kunde bei Amazon sein und entweder die Alexa-App auf dem Handy oder ein Echo zuhause haben. Dann muss das Škoda-Modell internetfähig, online geschaltet sein und natürlich mit dem Connect-Konto verbunden sein. So weit so gut. Nun kann aber Alexa immer noch nicht mit dem Fahrzeug kommunizieren. Dazu benötigt der Fahrer noch eine App – den Alexa Škoda Connect Skill. Auch dieser muss mit dem Benutzerkonto verbunden sein. Erst jetzt kann Alexa Information von Škoda Connect erhalten und der Fahrer kann sie per Sprachbefehl anfordern. Das ist übrigens der Teil, der noch in der Beta-Phase steckt. Für dessen Nutzung und v.a. für dadurch eventuell entstehender Schäden etc. kann und will Škoda daher nicht die volle Haftung übernehmen. 

Kosten noch unklar

Wie bei allen Connect Diensten, lässt auch Škoda seine Kunden nicht ganz ohne Mehrkosten davon kommen. Notruf und proaktive Dienste bleiben „das ganze Autoleben“ kostenfrei – ein Autoleben geht wohlgemerkt nur 14 Jahre. Fernzugriff via Connect App und Infotainment Online sind nur das erste Jahr kostenfrei. Was die Alexa Steuerung nach der Testphase kosten wird, steht noch nicht fest. In den AGBs des Alexa Škoda Connect Skill ist dieser Punkt allerdings schon mit Platzhaltern vorgeplant. 

Das nie verschwindende Problem: Datenschutz

So eine Sprachsteuerung ist natürlich was Feines. Man muss nirgends drauf schauen oder durch scrollen – man fragt einfach. Wer einmal Alexa benutzt hat, weiß um die Vorteile. Daher kann ich mir die Bequemlichkeit beim Abrufen von Fahrzeugdaten, Serviceleistung oder der Import von Routeninformationen sehr gut vorstellen. Meine größten Bedenken liegen allerdings im Datenschutz. Denn mit Amazon ist hier ein Global Player im Spiel, der es sich nicht nehmen lassen wird, Nutzungsdaten zu speichern. Natürlich um das Angebot zu verbessern, wie es in jeden AGBs so schön drinsteht. Das bedeutet aber auch, dass Amazon in Zukunft weiß, wo das Auto war, wie lange, ob es abgesperrt ist oder nicht usw. Womit man wieder beim gläsernen Bürger angekommen wäre – ein diskussionsreiches Thema. Zudem muss Škoda noch zusätzlich die im Mai 2018 in Kraft tretende EU Datenschutzverordnung beachten. Die Schutzmaßnahmen werden immens sein müssen, da hier richtig viele, auch sensible Daten anfallen. 

Round up – Škoda und Alexa

Ein spannendes Projekt, in dem viel Potential steckt. Schließlich braucht man nicht bei jedem neuen Auto den Sprachassistenten neu zu konfigurieren. Außerdem hat man eine Sprachsteuerung für alles – für’s Auto, für daheim, für unterwegs. Komfort und Vereinfachung sind auf jeden Fall starke Argumente. Was die Kosten angeht, so wäre ein Modell wünschenswert, bei dem der Kunde nicht doppelt oder sogar dreifach zahlt. Schließlich kostet Alexa ja auch was. Die Sache mit dem Datenschutz scheint mir noch nicht besonders ausgereift. Aber Škoda befindet sich ja noch in der Testphase. Die tschechische Marke bedient damit auf jeden Fall Schlüsselbereiche seiner Strategie 2025: Digitalisierung und Konnektivität. 

 

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