Es waren Unternehmen wie Tesla gewesen, die als Pioniere wichtige Arbeit für die Entwicklung der Elektroautos leisteten. Dies geschah erst zum Schreck der traditionellen Autoindustrie, die ihre Stellung auf dem Markt gefährdet sah. Doch der Trend hatte sich unaufhaltsam in Richtung Nachhaltigkeit bewegt. Dies war auch dem umweltbewussten Denken von Verbrauchern zu verdanken gewesen. Somit hatte es einen Ruck in der Automobilindustrie gegeben, da die traditionelle Branche die Zukunftsperspektiven dieser Technologie erkannte und stark in die Elektroautos investierte. Dabei spielte auch die FIA eine große Rolle, deren Präsident Jean Todt die Formel E ins Leben rief und damit die Elektromotorentechnologie auch im Sportgeschäft salonfähig machte.

Besonders profitierte Renault davon, da das Unternehmen der offizielle Partner der Formel E wurde. Die erste Saison der Formel E 2014/15 wurde als Einheitsserie abgehalten, bei der alle Teams mit dem gleichen Fahrzeug, dem Spark-Renault SRT_01E, antraten. Dies war ein großer Marketingerfolg des französischen Automobilkonzerns, der stark in Elektromobilität investiert und dabei immer weitere Investitionen tätigt. Obwohl ab der zweiten Formel-E-Saison mehr Freiraum bei der Gestaltung der Wagen erlaubt wurde, basieren die Elektro-Rennwagen weiterhin auf Renaults SRT. Die Einführung der Formel E schaffte es aber immerhin, den Elektroautos das Tor ins Sportgeschäft zu öffnen, stieß allerdings auch auf Widerstand. Der ehemalige Chef der Formel-1 Bernie Ecclestone wehrte sich damals vehement gegen die Formel E und bezeichnete diese als “Witz”. Ohne Verbrennungsmotoren würde es sich nicht um echte Rennen handeln befand der Geschäftsmagnat. Allerdings bekam er innerhalb des Formel-1-Geschäfts dabei nicht viel Rückendeckung. Ganz im Gegenteil, denn die Gründung der Formel E wurde von vielen als erster Schritt für die Zukunft des Motorsports erachtet, da hier weder Benzingestank noch Lärm auf der Rennstrecke vorherrschen.

Allerdings stellt sich die Frage, ob die Formel-1 in der Königsklasse jemals abgelöst werden kann. Schließlich handelt es sich bei den Formel-1-Rennen um den beliebtesten Rennsport der Welt. Die kommerzielle Basis und die Anzahl der Fans sind einfach zu groß. Hinzu kommt die Tatsache, dass es bei der Formel-1 viele verschiedene Fahrzeuge von Herstellern gibt, die miteinander konkurrieren. Das macht die Rennen dadurch auch abwechslungsreicher und interessanter. Das kann man auch anhand der Buchmacher erkennen. Wer bei Sportwetten mitmacht, kann sich dazu entscheiden auf den Meisterschaftssieger der Konstrukteure zu setzen und hat zusätzlich die Möglichkeit den Sieger eines Grand Prix oder der gesamten Formel-1 zu erraten. Dabei stehen Spielern verschiedene Wettquoten zur Verfügung, die die Siegeswahrscheinlichkeit darstellen. Damit dies auch in der Zukunft für die Formel E möglich ist, wären allerdings einige Veränderungen notwendig.

Eine schrittweise Umstellung der Formel-1-Wagen zu Elektroautos und eine Fusionierung der Formel-1 und der Formel E wäre hier ein zukunftsorientiertes Szenario. Schon jetzt werden nämlich Elektromotoren bei der Formel-1 verwendet. Dabei handelt es sich um Hybridmotoren, die besonders gerne von Mercedes und Ferrari benutzt werden. Man kann also erkennen, dass auch die Königsklasse des Rennsports die Vorzüge von Elektromotoren erkannt hat, weshalb es gar nicht mehr so unwahrscheinlich ist, dass diese sich noch weiter durchsetzen können.

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