In den USA tobt ein harter Zweikampf um die Vorherrschaft der Fahrvermittlungsdienste: der global so erfolgreiche UBER Service kämpft gegen den Zweiten der US Branche, die Firma Lyft aus San Francisco. Und das scheinbar mit allen Mitteln. Wie die New York Times in einem Bericht schreibt, intervenierte UBER erfolgreich beim Versuch des Konkurrenten, sein Unternehmen ganz oder zumindest Teile davon an einen strategischen Käufer zu veräußern. Die feine Art ist das gewiss nicht.

Seit mehreren Monaten soll Lyft Gespräche mit potentiellen Käufern abgehalten haben. Lyft ist ein vier Jahre altes Unternehmen, gegründet von Logan Green und John Zimmer. Die beiden hatten 2007 ursprünglich ein Car-pooling Unternehmen aufgebaut, um Menschen zu langen Fahrten zusammen zu bringen und über diese gemeinsamen Fahrten die Anzahl an Fahrzeugen auf der Straße zu senken. Die Gründung war also eher ökologischer Natur, durch effizienteren Transport sollte die Umwelt weniger belastet werden.

Unter den Kaufinteressenten für Lyft befanden sich neben den Branchengrößen General Motors, Apple, Google und Amazon eben auch die beiden direkten Konkurrenten Uber und Didi Chuxing. Am weitesten waren wohl die Gespräche mit General Motors, denn das Unternehmen ist bereits heute größter Investor in Lyft. Bei der jüngsten Kapitalerhöhung von 1 Milliarde Dollar im Januar 2016 kam allein die Hälfte von GM.

Harter Kampf der US - Fahrvermittlungsdienste

Im Mergers & Akquisition Geschäft ist es durchaus übliche Praxis Verkaufsgespräche mit direkten Wettbewerbern zu führen, also anderen Fahrvermittlungsdienste wurden natürlich in die Gespräche integriert. Das hat den Vorteil, dass man im Rahmen des Verkaufsprozesses einen oder wie hier gar zwei weitere Kandidaten für die Übernahme hat. Der Nachteil an diesem Vorgehen ist jedoch, dass die Konkurrenten sämtliche Einzelheiten über das Zielunternehmen erhalten. Diese Daten sind zwar streng vertraulich markiert, dennoch lässt man bei einem solchen Verkaufsprozess deutlich ‚die Hosen herunter’.

Genau das wurde Lyft wohl nun zum Verhängnis, denn der deutlich größere Wettbewerber UBER hat, so die Aussagen einiger am Verkaufsprozess Beteiligter, im Nachgang den anderen Kandidaten vom Kauf Lyft’s abgeraten.

Der New York Times zufolge ist Lyft nun allerdings nicht in Cash-Schwierigkeiten geraten: sie haben aus früheren Kapitalrunden nach wie vor ein Kapitalkissen von mehr als 1 Milliarde US Dollar, das dürfte noch für ein Weilchen reichen.

Harter Kampf der US - Fahrvermittlungsdienste