Ob der Aschermittwoch ein wirklich guter Startzeitpunkt für das Bundesprogramm Ladeinfrastruktur ist oder nicht, das wird sich zeigen. Klar ist: ab dem 1. März 2017 können private Investoren, Städte und Gemeinden nun endlich die Förderanträge stellen.

Die EU-Kommission hat das 300-Millionen-Euro-Förderprogramm von Bundesverkehrsminister Dobrindt genehmigt. Und das wurde auch Zeit. Denn seit der Ankündigung zu einer Förderinitiative zum flächendeckenden Ausbau von Ladesäulen im Mai des vergangenen Jahres hing die Industrie in der Luft.

Was war passiert?

Angekündigt wurde das Förderprogramm zum Aufbau dieser Ladestationen bereits im Mai 2016. Über das Bundesamt für Verwaltungsdienstleistungen in Aurich als abwickelnde Stelle sollen Fördermittel von 300 Millionen Euro von 2017 bis 2020 zu beantragen sein. Und das war’s zunächst einmal mit der Ankündigung. Es gab zunächst kein Konzept, keinen konkreten Zeitpunkt, nur die Zahl stand im Raum. Und die Energiebranche stand in den Startlöchern.

Jetzt geht es also los mit der Ladeinfrastruktur

Das BMVI unterstützt konkret den Aufbau von:

  • 5.000 Schnellladestationen (S-LIS) mit 200 Millionen Euro unterteilt in die Gruppen <100kW und >100kW, und
  • 10.000 Normalladestationen (N-LIS) mit 100 Millionen Euro.

Neben der Errichtung der jeweiligen Ladesäule sind auch der Netzanschluss und die Montage förderfähig. Allerdings müssen die Ladesäulen öffentlich zugänglich sein. Der Strom selbst muss aus erneuerbaren Energien betrieben werden.

Wo geht die Post ab?

Spannend wird sein, welche Regionen sich in Sachen Elektromobilität besonders aktiv zeigen. Das Projekt ist ja zunächst auf 3 Jahre angelegt, die Mitspieler müssen sich online bewerben. Wir dürfen also auf diverse Verteilrunden spekulieren. Fragt sich, mit welchen Investitionssummen die Versorger in der ersten Bewerbungs-Runde an den Start gehen.

Wir haben einmal nachgerechnet: für Bayerisch-Schwaben, also den westlichsten bayerischen Bezirk rund um Ausgburg, könnte man anhand des Bevölkerungsanteils von 1,9 Millionen errechnen, dass 150 Schnellladesäulen gefördert werden müssten. Bislang existieren in der Region keine zehn Stück davon.

Zu wünschen wäre diese schnelle Aufrüstung mit Ladeinfrastruktur, denn somit wäre dem potentiellen Käufer eines Elektroautos eine große Sorge genommen. Eines Tages mit dem eAuto stehen zu bleiben. Bei 150 neuen Schnellladesäulen in der Region Bayerisch-Schwaben gäbe es hier keine Reichweitenangst mehr. Und das wäre eine wirklich gute Nachricht, auch an einem Aschermittwoch.