Die ersten Testberichte des neuen Jaguar I-PACE erschienen Anfang Juni und einige Experten sprechen von einem echten Tesla Model X Gegner. Was bietet der I-PACE den Kunden? Was kostet er und in wie weit ist die Raubkatze, diesmal ohne das Fauchen, in diesem KFZ enthalten?

Der Jaguar I-PACE

Die Batterie der Raubkatze hat eine Leistung von 90 kWh und ist wie bei den meisten Elektroautos im Fahrzeugboden angebracht. Dadurch ergeben sich die natürlichen Vorteile eines niedrigen Schwerpunkts und der daraus resultierenden guten Straßenlage.

Der I-PACE hat an jeder Achse einen Elektromotor und verfügt damit über einen Allrad Antrieb. Die beiden Motoren leisten zusammen 400 PS mit einem Drehmoment von 696 Nm. Die Reichweite beträgt laut WLTP-Testverfahren 480 km und der Verbrauch liegt bei 21 kWh pro 100 km.

Ladevorgang

Die offizielle Laderate des I-PACE beträgt 100kW. Ein zukünftiges OTA-Software-Update könnte den Ladevorgang schneller machen und das Laden auf über 110 kW bringen.

Typisch Jaguar?

Der I-PACE ist Luxus, Sportlichkeit und Funktionalität in einem. Es wurde Jaguar typisch mit hochwertigen Komponenten gearbeitet. Während man auf den ersten Blick direkt an einen SUV denkt ist seine tatsächliche Form, der Innenraum und die Fahrweise eher mit einer Limousine vergleichbar. Vielleicht doch eher ein Model S Gegner?

Jaguar vs Tesla

Sollte man diese beiden Hersteller überhaupt vergleichen? Da Tesla momentan die elektrische Fortbewegung anführt, fällt der Vergleich meist an. Jedoch muss man beachten, dass Tesla ein Startup mit einem exzentrischen CEO ist, der mit verrückten Tweets für Furore sorgt, während Jaguar eine uralte Marke mit Geschichte ist. Und das merkt man auch bei den Merkmalen der beiden Autos.

Innenraum

Jaguar I Pace: der erste echte Tesla Model X Gegner?

Jaguar hat in seinem Elektroauto schöne und geschmackvolle Knöpfe verbaut. Der Innenraum wirkt sehr aufgeräumt und ist klar unterteilt. Große Glasflächen und ein aufgeräumtes Cockpit mit drei Displays ergänzen des Innenraumkonzept. Zwei der drei großen Display dominieren dabei Cockpit und Armaturenbrett, das dritte ist in der Mittelkonsole integriert. Teslas Interior ist dagegen spartanisch auf Autonomie ausgelegt, mit einem Screen der alles steuern soll.

Sportlichkeit

Jaguar steht bei mir für Bissigkeit, Power und Sportlichkeit. Ich konnte in meiner Zeit bei n-tv den Jaguar F-Type R fahren und war beindruckt von der Sportlichkeit und dem Fauchen des Jaguars, einfach ein überragender Sound.

Der I Pace ist ein SUV, natürlich nicht so sportlich wie ein reinrassiger Sportler, jedoch trotzdem sportlich abgestimmt. Im direkter Vergleich mit dem Model X ist er ein ganzes Stück (34 cm) kürzer und auch niedriger. Der Jaguar trimmt sich auf Sportlichkeit. Der niedrige Schwerpunkt und die weit unten montierten Akkus tragen zu dem guten Handling bei. Die 400 PS geben dem Jaguar den Rest auf dem Weg zur Sportlichkeit. Der Wagen wird mit rund 2,2 Tonnen angegeben, ein Leichtgewicht gegenüber der Konkurrenz des Model X.Jaguar I Pace: der erste echte Tesla Model X Gegner?

Autonomes Fahren

Mit der Roboter-Auto-Sparte von Google, Waymo will man den I-Pace, für Waymos fahrerlose Mobilitätsdienste modifizieren. Noch in diesem Jahr will man in den Testbetrieb gehen.

Technik von Waymo

Waymo ist ein Unternehmen zur Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge. Waymo setzt die Arbeiten des Google Driverless Car der Firma Alphabet fort und wurde im Dezember 2016 als Tochtergesellschaft von Alphabet gegründet. (Wikipedia)

Mit Hilfe von  Tests im Straßenverkehr will  Waymo- und Jaguar-Land Rover den autonomen Fahrbetrieb weiterentwickeln, „um optimale Sicherheit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten“. In den ersten beiden Produktionsjahren sollen bis zu 20.000 I-Pace gebaut werden, die den Nutzern von Waymos zur Verfügung gestellt werden. (Media Jaguar)

Kooperation Waymo – Jaguar

“Während wir uns bei Waymo darauf konzentriert haben, den weltbesten Autofahrer zu entwickeln, hat das Team von Jaguar Land Rover eine neuartige batterie-elektrische Plattform entwickelt, die Maßstäbe in Sachen Sicherheit, Design und Leistungsfähigkeit setzt. Wir sind überzeugt, dass Waymo-Nutzer das sichere und angenehme Premium-Fahrerlebnis genießen werden, das ihnen der selbstfahrende I-Pace bietet“, so Waymo-Chef John Krafcik. (Media Jaguar)

Für Jaguar zu teuer

Für die Briten wäre der Alleingang zum autonomen Fahren schlicht zu teuer. Zwar hat man mit Tata einen Weltkonzern mit 100,4 Milliarden USD Umsatz in 2017 hinter sich, mit 610.000 verkauften Fahrzeugen gehört man jedoch eher zu den kleineren Herstellern.  Laut JLR-Chef Ralf Speth  braucht man für intelligente Mobilität “ langfristige Partner mit entsprechender Expertise“. Diesen könnte man in Waymo gefunden haben.

Fazit

Der Jaguar I-PACE ist ein unglaubliches und wunderschönes Fahrzeug und hebt Jaguar viel früher als erwartet in die Liga der elektrischen Hersteller. Mit einer Beschleunigung von 4,8 Sekunden auf 100 km/h und der hohen Straßentauglichkeit greift man Tesla an. Jedoch sollte man nicht den direkten Vergleich mit dem Model X ziehen. Der Jaguar ist für mich in einer eigenen Klasse, liegt zwischen einer Limousine und einem SUV. Seine Reichweite liegt unter 500 km, hier genießt Tesla noch weiterhin den Vorsprung. In Deutschland ist der I-PACE ab 77.850€ zu haben, also eine echt Option, für alle die schon immer elektrisch unterwegs sein wollten.