Am 12. September beginnt in diesem Jahr die IAA in Frankfurt/Main als Publikumsmesse. Unter dem Slogan „Driving Tomorrow“ wird die Messe als internationale Plattform für die Mobilitätswende positioniert. Schon ein paar Tage eher dürfen wir Journalisten durch die heiligen Hallen schreiten. Ich möchte hier aufschreiben, was meine größten Erwartungen für die diesjährige ‘Automobilmesse’ sein werden, die sich inzwischen doch viel eher zu einer Mobilitätsmesse zu entwickeln scheint.

Warum fehlen wichtige Fahrzeughersteller wie Renault und PSA Gruppe?

Doch bevor wir über die Neuigkeiten der IAA 2019 berichten, gilt es einen Blick darauf zu werfen, wer in diesem Jahr in Frankfurt fehlen wird. Ähnlich wie bei der Automesse Detroit im Januar diesen Jahres haben verschiedene Hersteller nämlich ihr Fernbleiben verkündet. Häufig sind die Kosten der Grund, denn ein wirklich wirkungsvoller Stand auf eine Automobilmesse kostet richtig Geld. Für einen Quadratmeter an Standfläche sind bei der IAA in Frankfurt in diesem Jahr bis zu 166 Euro zu berappen. Standbau, Standpersonal, dessen Anreise und Übernachtung sowie die Kosten für die Fahrzeuge und das Sicherheitspersonal, da kommt einiges zusammen. Bei dem ein oder anderen Hersteller wird jedoch hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, es seie einfach keine richtig-passende Neuigkeit verfügbar.

Welcher Fahrzeughersteller fehlt auf der IAA in Frankfurt in diesem Jahr 2019 ganz konkret?

Es ist eine ganze Reihe an Fahrzeugherstellern, die dieses Jahr die IAA in Frankfurt meiden. Die aus Sicht der Elektromobilität wichtigsten Fernbleiber sind Renault mit seinen elektrischen Modellen Twizy und Zoe, sowie dessen weltweite Partner Nissan (Leaf) und Mitsubishi. Das Fehlen von Tesla ist nichts Neues. Es fehlt zusätzlich (wiederholt) Volvo, hier hatte ich mich gerade auf den brandneuen elektrischen Polestar 2 gefreut. Außerdem nicht dabei sind:

  • Aston Martin
  • Cadillac
  • Chevrolet
  • Dacia
  • Lexus
  • Mazda
  • PSA Gruppe mit Citroen, Peugeot und dem DS Modell
  • Rolls-Royce
  • Ssangyong
  • Subaru
  • Toyota (immerhin ab 2020 auch vollelektrisch unterwegs)

Der kurz nach der IAA folgende Pariser Autosalon (Mondiale de l’Automobile) hat da sicherlich sein Übriges hinzugetan, dass diese Hersteller in diesem Jahr fernbleiben.

Die IAA 2019 wird die Messe der Elektromobilität

Die IAA 2019 wird die Messe der Elektromobilität. Punkt. Wer hier ohne elektrisches Fahrzeug ankommt, der hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden.

Selbstverständlich gibt es auf der IAA Dutzende von neuen Fahrzeugen oder Services, die in Frankfurt erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Hier ist meine Auswahl an spannenden Modellen, die für den Alltagsmarkt hergestellt werden. Keine fancy features, keine Studie, keine super teuren, futuristischen Schnick-Schnack Modelle für Millionäre. Ich bringe hier drei elektrische Fahrzeuge, die wir in den kommenden Jahren millionenfach auf deutschen Straßen sehen werden, das Brot und Buttergeschäft von morgen sozusagen.

smart – e-up! und ID.3 – gewöhnen wir uns schon mal an die neuen elektrischen Modelle

Noch entwickelt unter dem Dach von Mercedes-Benz zeigt smart auf der IAA 2019 in Frankfurt seine optisch und digital komplett überarbeiteten fortwo- und forfour-Modelle. Die Umstellung auf ausschließlich batterieelektrische Antriebe, eine höhere Reichweite, ein vollumfassendes Mobilitätskonzept und ein Facelift machen den smart für mich zu einem der interessantesten Stadtfahrzeuge. Spannend: mit seinem optionalen 22kW-Bordlader mit Schnellladefunktion sind diese neuen smart Modelle in knapp 40 Minuten wieder von 10% auf 80% Reichweite geladen.

Elektrischer smart – der perfekte Stadtwagen

Reichweite rauf, Preise runter – das geht beim e-up!

Reichweite rauf, Preise runter – das ist doch mal eine schöne Nachricht, oder besser gesagt gleich zwei. Sie kommt von Volkswagen und betrifft den elektrischen VW up, den e-up!  Der im Vergleich zum Vorgänger niedrigere Grundpreis beträgt 21.975 Euro und damit abzüglich aller Förderungen: 17.595 Euro. Neue Batteriezellen mit deutlich höherer Energiedichte ermöglichen künftig eine größere Reichweite. Das bedeutet in Zahlen: Der Energiegehalt der Batterien steigt von 18,7 auf 32,3 kWh netto. Die praxisnahe Reichweite erhöht sich dadurch auf bis zu 260 km, für einen Kleinwagen und dessen typischen Einsatzbereich in der Stadt durchaus ausreichend. Geht doch!

Ein echter Hingucker wird auch der rein elektrische VW ID.3 aus dem Hause Volkswagen. Mit dem ID.3 beginnt für Volkswagen eine neue Ära. Er ist das erste Modell einer ganzen Familie voll elektrischer Fahrzeuge, mit denen die Marke Volkswagen die Ära reiner Elektromobilität einleitet. Die Einstiegsversion soll unter 30.000 Euro kosten, bereits mehr als 30.000 Vorbucher haben eine Sonderedition bestellt. Dazu erklärte Jürgen Stackmann, Mitglied des Vorstands der Marke Volkswagen Pkw für Vertrieb, Marketing und After Sales: „Bereits vor der IAA haben wir unser Ziel von 30.000 Reservierungen für die ID.3 1ST Edition erreicht”. Richtig hinschauen werden also alleine die 30.000 Vorbesteller, der VW Stand wird also voll.

Welche Innovationen sind auf der IAA 2019 in Frankfurt abseits der großen Automobilhersteller zu erwarten?

Wie bereits bei anderen diversen Events der globalen Mobility Szene, werden wir auch in Frankfurt auf der IAA wieder innovative Konzepte zur Mobilität von morgen sehen. Ein großes Thema werden die Konzepte zur Bedienung der sogenannten Letzten Meile sein. Diese Fahrzeuge sind sowohl für den Transport von Menschen oder auch die Warenlogistik gedacht. Davon stelle ich hier exemplarisch ein Konzept vor:

Als ‘Game-Changer’ für die zukünftige Mobilität markiert die EGAD Group ihren EDAG Citybot. Das Engineering Unternehmen hat nach eigenen Auskünften ein ‘schwarm-intelligentes Mobilitätskonzept’ entwickelt und zeigt seinen CityBot als ein vernetztes Roboterfahrzeug, welches mit Brennstoffzellen betrieben wird. Es meistert dank zahlreicher Anhänger- und Rucksackmodule alle Transport– und Arbeitssituationen im urbanen Bereich und ist für den 24/7 Einsatz konstruiert. Mit dem Modul eines „lounge-artigen“ Personentransporters wird der EDAG CityBot seine Weltpremiere in Frankfurt feiern.

Bildrechte: EDAG – CityBot für die letzte Meile

Die IAA wird mehr als eine Automobilmesse – das zeigen neue Teilnehmer wie etwa Microsoft

Doch es gibt auch bekannte neue Teilnehmer auf der IAA in Frankfurt in diesem Jahr. Ein Beispiel ist der amerikanische Software-Riese Microsoft, der erstmals mit eigenem Stand vertreten ist. Microsoft repräsentiert den wachsenden technologischen Anteil im Automotive-Bereich. Letztlich nutzen alle Fahrzeughersteller auf dem Weg zum autonomen Fahren moderne Technologien wie künstliche Intelligenz, Robotics, Cloud-Computing oder ‘mixed reality’. Einige der großen Autohersteller wie Daimler oder BMW haben im Januar bereits auf der in Las Vegas ansässigen Consumer Electronics Show (CES) ihre Zukunftsvisionen gezeigt. Da ist es nur richtig, dass zur IAA nun neben den Fahrzeugherstellern die Elektronik-Giganten wie Microsoft und viele digitale Startups das Anbieterfeld bereichern.

Wir sind gespannt.