home4bike – Miniwohnanhänger für’s Fahrrad

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home4bike – Ein Miniwohnanhänger für’s Fahrrad
Quelle: Sabrina Pfeifer

Auf der ams-i-mobility Messe in Stuttgart waren neben den ganz Großen auch die Kleinen mit am Start. Einer von diesen ist home4bike. Ein Hingucker an ihrem Stand war der Miniwohnanhänger mit einem ganglosen, normalen Fahrrad vorne dran. Fast jedem Vorbeigehenden entlockte das ein Lächeln und ein „Oh schau mal da“. Hinter dem Projekt stecken wahnsinnig viele Ideen.

home4bike – das Zuhause immer dabei

Es war wirklich sehr nett, wie der Anhänger da aufgebaut war. Mit offener Tür, einem Ministück Kunstrasen davor und einem Campingstuhl. Mein erster Gedanke, als ich diesen Miniwohnwagen gesehen habe, war: „Cool, auf der nächsten Mehrtagestour mit dem Fahrrad, braucht man keine Unterkunft mehr buchen.“ Momentan wiegt das Gefährt 75kg – ein Prototyp. Wenn er in Serie geht, soll er nur noch 65kg wiegen. Innen drin ist ein Bett, ein Miniregal und sogar ein Minikühlschrank.

Wohl leicht zu ziehen

Ich finde die Idee echt cool, aber 75kg sind schon ziemlich schwer auf Dauer. Simret Fishaye, einer der Köpfe hinter dem Projekt, erklärt mir aber stolz das selbst Lena Gercke – ja das Model – den Anhänger ohne Probleme ins Studio der Show „Das Ding des Jahres“ gefahren hat. Okay, dann kriegen das vielleicht auch wir anderen hin, denke ich mir und muss schmunzeln. Letztendlich ist es auch nicht schwerer, als wenn man den Kumpel auf dem Gepäckträger mitnimmt – nur vielleicht nicht ganz wackelig.

Keine Regelung – keine Zulassungspflicht

Der Wohnwagen ist nicht zulassungspflichtig momentan, denn es gibt für solch ein Gefährt noch keine Regelung gibt. Außerdem ist er ja (noch) nicht motorisiert. Simrets Idee für diesen Wohnwagen hat mit dem Konzept der sauberen Stadt zu tun. Es darum, Obdachlosen gerade in kälteren Zeiten ein Dach, wenn auch mobiles, über dem Kopf zu bieten. Die Häuser, zu denen sie gehen können, sind in diesen Zeiten oft überfüllt. Auf diese Weise könnten die, die sich dazu bereit erklären, einen Anhänger mit Fahrrad gestellt bekommen und damit umherziehen. Möglich ist sogar ein Geschäftsmodell. Denn die Anhänger bieten sich große Werbeflächen – kombiniert mit langsamem Wandern durch die Stadt, wäre das eine Möglichkeit Obdachlosen (wie auch immer sie dazu geworden sind) wieder ein Stück Würde zurückzugeben.

Und wo steckt jetzt die E-Mobilität?

Eine gute Frage. Wie bereits erwähnt stecken hinter dem Projekt eine Menge Ideen. Zum Beispiel wäre es möglicherweise auch etwas für Schullandheim ode Schulausflüge. Zudem ist der Wohnwagen ist ja auch noch in der Prototyp-Phase. Die E-Mobilität kann auf zwei Arten ins Spiel kommen. Erstens durch das E-Bike, mit dem der Wagen gezogen wird. Auf längeren Fahrradtouren hat man so sein „Zuhause“ dabei und durch das E-Fahrrad wird das Ziehen nochmal mehr erleichtert. Zweitens könnte man aber auch den Anhänger motorisieren. Sodass er – ähnlich wie bei dem Lastenanhänger von NÜWIEL – dem Radler nicht als Gewicht auffällt, sondern selbstständig beschleunigt und bremst, je nachdem wie es gerade erforderlich ist. Auf diese Weise könnte der Anhänger dann tatsächlich auch noch schwerer. Beispielsweise könnte dann auch ein größerer Kühlschrank eingebaut werden etc.

Viele Ideen vorhanden

Von sozialen bis zu sportliche Ideen gibt es also viele. Was home4bike daraus macht, bleibt abzuwarten. Jede einzelne davon aber hat definitiv ihren Charme und kann weiter ausgebaut werden. Bis dahin kann es aber wohl noch dauern.

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