Der amerikanische Motorradhersteller Harley-Davidson investierte Eigenkapital in die ebenfalls amerikanische Firma, Alta Motors, sich auf die Herstellung elektrischer Motorräder spezialisierte. Das Ziel sei es, Marktführer im Bereich der elektrischen Motorräder zu werden.

Zukauf von Know-How

Bereits im Jahr 2014 stellte Harley Davidson die “LiveWire” als erstes elektrisches Motorrad vor. Das Aussehen lässt die Marke sofort erkennen und die Vorbedingungen des Motorrades können sich sehen lassen. Ein Drei-Phasen-Wechselstromotor mit 55 kW (74 PS) bei 8500 U/min und 70 Nm Drehmoment dürfte bei den 210 kg Gewicht für eine satte Beschleunigung sorgen. Die Reichweite ist mit 63-85 km (Werksangabe) allerdings noch ausbaufähig. Doch hierbei müssen neue Akkutechnologien aushelfen. In 3,5 Stunden soll sie aufgeladen sein. In Kooperation mit Alta Motors soll die LiveWire nun offenbar zur Serienreife gelangen. Bis zur zweiten Jahreshälfte des Jahres 2019 ist genau das geplant.

Die Marktposition von Harley-Davidson

Matt Levatich, der Chef von Harley Davidson, stellte die Sichtweise im Hause Harley klar. Der Elektromotor ist die Technologie der Zukunft. Das wachsende Feld der E-Mobilität wird lediglich durch die Reichweite beschränkt, wird aber früher oder später wachsen. Im Hause Harley möchte man die Führungsposition übernehmen.

Allerdings stagniert auch der Absatz der Traditionsmarke. Harleys sind robust und langlebig. Das ist gut für den Besitzer aber schlecht für’s Geschäft. Ist der Markt gesättigt muss Einfallsreichtum her um den Umsatz zu halten bzw. zu steigern. Die Elektromobilität ist ein dafür wie geschaffenes Feld mit neuen Möglichkeiten und einem neuen Klientel. Wer befürchtet, das bekannte Blubbern der Harleys nicht mehr zu hören kann beruhigt sein. Die Verbrennersparte wird so bald nicht aussterben.

Warum gerade Alta Motors?

Alte Motors stellt bislang Offroad-Bikes her, das exakte Gegenteil zu einer Harley-Davidson. Das wirft die Frage auf, warum ausgerechnet diese Firma als Kooperationspartner ausgewählt wurde. Vermutlich liegt genau in diesem Kontrast der Grund. Offroad-Bikes müssen extrem robust sein. Sie müssen bei Wettkämpfen weite Sprünge und tiefe Stürze verkraften. Wiederholte, extreme Beschleunigung gefolgt von hartem Bremsen auf staubigen und holprigen Schotterpisten dürfen dem Motor und dem Akku anhaben. Genau das haben die Maschinen von Alta Motors bereits erfolgreich bei Red-Bull-Offroad-Events unter Beweis gestellt.