Großbritannien strukturiert die “letzte Meile” neu

Industrial Strategy - UK

300.000 LKW und 4.000.000 Transporter rollen auf GB’s Straßen. Die Regierung erkennt das zunehmende Verkehrschaos und handelt zumindest in den Innenstädten. Unter der “Industrial Strategy wird die letzte Meile wird neu strukturiert. Interne Dokumente planen den Ersatz von Nutzfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren in den Städten durch umweltfreundliche Alternativen.

Die Pläne der Regierung

Noch sind die Pläne wenig konkret aber kleine Transportmittel, wie e-Cargo-Bikes, Drohnen und kleine elektrische Fahrzeuge sollen zum Einsatz kommen. Zudem sind Schritte in Richtung des autonomen und sicheren Verkehrs geplant. Auch abseits des Nutzfahrzeugsektors sind autonom fahrende PKW für die Beförderung von Touristen und Reisenden angedacht. In diesem Zusammenhang darf natürlich das Carsharing nicht fehlen.

Doch bei selbstfahrenden Fahrzeugen hören die Pläne nicht auf. Die logische Konsequenz der weitgehenden Verbannung von menschlich gesteuerten Vehikeln ist die deutliche Reduzierung der Flächen für Parkplätze. Denkbar ist eine Umwandlung in öffentliche Räume, Gewerbeflächen oder Wohnraum.

Am stärksten in den Fokus gerückt sind e-Cargo-Bikes, denn sie geben auch kleinen Unternehmen die Möglichkeit ihre Produkte schnell und bequem in Zonen der Luftreinhaltung zu bewegen.

Die Ziele der Regierung sind die Entlastung der Innenstädte von Schadstoffen und Lärm, die deutliche Reduktion von Staus und Wartezeiten. Als Komplementäreffekte sinken die Transportkosten und die Produktivität, bzw. das Kapital der Gewerbe und Anwohner steigt. Insgesamt wird ein leichter Aufschwung der Industrie von GB erwartet. Zudem unterstützen die Maßnahmen neue und innovative Wirtschaftszweige und kleine Unternehmen mit Kompetenzen in den unter “Call for Evidence” genannten Bereichen.

Der “Call for Evidence”…

…besteht aus 6 Projekten innerhalb derer die letzte Meile in unterschiedlichen Szenarien durchdacht, simuliert und beurteilt wird. Es sind Unternehmen und Start-ups aus den Bereichen autonomes Fahren, Verkehrs- und Sicherheitsanalysen involviert. Insbesondere die Erkennung von Grenzen und Hürden sowie deren Beseitigung ist der Sinn dieser Projekte, ebenso wie die Schaffung von Anreizen für die Bevölkerung und die Industrie auf elektrische, kleine und autonome Vehikel umzusteigen.

Grenzen und Hürden sieht die Regierung insbesondere in folgenden Aspekten:

  • Kommerzielle Durchführbarkeit (Anschaffungskosten – geringe Unterhaltskosten vs. kleinere Transportmengen – mehr Arbeitsstunden)
  • Geringeres Transportvermögen von e-Cargo-Bikes
  • Versicherung und Zulassung
  • Neue Regeln im Straßenverkehr und die entsprechende Schulung der Verkehrsteilnehmer
  • Integration der Fahrzeuge in die bestehende Infrastruktur oder die Änderung der Infrastruktur

Natürlich gibt es auch für die endgültige Umsetzung und den Ersatz des letzten Verbrennermotors durch einen elektrischen Motor eine Jahreszahl. Sie lautet in diesem Fall 2040. Das mag zunächst wieder einmal weit in der Zukunft liegen, allerdings ist es auch ein ehrgeiziges Projekt mit vielen Unbekannten.