Ich habe vor wenigen Tagen mit Dr. Florian Petit gesprochen. Er ist einer der vier Gründer des Münchener Startups Blickfeld. Das 2017 gegründete Jungunternehmen ist ein Anbieter von 3D-LiDAR-Produkten für autonome Fahrzeuge und IoT-Anwendungen. Hier sind die drei Wünsche und Ausblicke von Florian für das Jahr 2019.

Breiter Einsatz von Fahrassistenzsystemen

90 Prozent der Verkehrsunfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen. Hightechsysteme im Auto können Unfälle verhindern. Die EU Kommission denkt deshalb schon seit einigen Jahren darüber nach Fahrassistenzsysteme in Neuwägen zur Pflicht zu machen, 2019 soll es wirklich so weit sein.

Das ist aus meiner Sicht ein wünschenswerter Vorstoß. Technisch sind wir so weit, Sensoren erfassen die Umwelt des Fahrzeugs mittlerweile sicher. Dank neuester Technik können Autos mehr als 100 Meter weit „sehen“ und so frühzeitig Gefahrensituationen erkennen und vermeiden. Wir können dank moderner Technologie das Fahren sicherer machen.

Platooning

Beim Platooning fahren mehrere Trucks hinter einem Führungs-Lkw in Kolonne, sie sind in einem digitalen Konvoi miteinander verbunden. Fahrzeugkommunikation funktioniert in Echtzeit über Datenverbindungen. So sind die Lastwägen im ständigen Austausch von Informationen wie Abstand, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Bremsverzögerung.

Jeder LKW im Konvoi ist mit Antenne, Kamera, Radar und LiDAR Sensoren ausgestattet. So können sie mit einem geringen Abstand von 12-15 Metern fahren und den Windschatten besser ausnutzen. Der Spritverbrauch sinkt und der Raum auf den überfüllten Autobahnen kann besser genutzt werden.

Seit Anfang 2018 wird auf der A9 zwischen München und Nürnberg Platooning im echten Straßenverkehr getestet. Für 2019 wünsche ich mir mehr solcher Projekte, weil ich glaube, dass sie ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die neue Logistik sind.

Mehr Mut

Wir erleben gerade den vielleicht größten Paradigmenwechsel in der Geschichte der Automobilindustrie. Im nächsten Jahrzehnt wird sich die Industrie stark verändern. Schon heute stehen wir an der Schwelle zum hochautomatisierten Fahren. Die Autowelt redet über Transformation und Digitalisierung, Shared Mobility und multimodaler Mobilität.

Ich glaube wir haben hier in Deutschland die perfekten Voraussetzungen um Vorreiter dieser neuen Mobilität zu werden, wenn wir uns mehr trauen. Ich wünsche mir deswegen für das kommende Jahr mehr Mut. Von der Politik den Mut weitere Testfelder für autonomes Fahren zu bewilligen, Gesetze anzupassen, etwa was den Mindestabstand von LKW auf Autobahnen oder die Zulassung von Elektro Tretrollern angeht.

Und von den Herstellern wünsche ich mir, dass sie die Veränderungen nicht als Bedrohung, sondern als Chance, sehen und noch stärker in zukunftsweisende Technologien und veränderte Geschäftsmodelle investieren.

Über Blickfeld

Das Unternehmen hat eine eigene LiDAR-Technologie entwickelt, die auf patentierten Silizium-MEMS-Spiegeln sowie auf handelsüblichen Komponenten basiert. Die Blickfeld-LiDAR-Familie erfüllt höchste Leistungsanforderungen im Hinblick auf Kosten und Größe, die für den Massenmarkt erforderlich sind. Aufgrund ihrer vielfältigen Konfigurierbarkeit deckt sie verschiedene Anwendungsfälle ab.

Das Team von Blickfeld besteht aus erfahrenen Fachleuten mit ausgewiesener Expertise in den Bereichen Elektronik, Optik, MEMS und Software.

Das Unternehmen wird von den Venture-Capital-Investoren Fluxunit – OSRAM Ventures, High-Tech Gründerfonds, Tengelmann Ventures und Unternehmertum Venture Capital Partners finanziell unterstützt. Weitere Informationen finden Sie unter www.blickfeld.com