Man kennt es, zur Rushhour sind öffentliche Verkehrsmittel überfüllt, Straßen verstaut und einen Parkplatz zu finden gleicht einem Wunder. Aber dann aufs Rad springen, durch die Innenstadt strampeln und verschwitzt beim Termin anzukommen ist auch nicht wirklich eine Option. Bis jetzt. Denn GeoOrbital, das US-Startup des heutigen Startup-Tuesdays, entwickelt batteriebetriebene Reifen und verspricht, jedes Fahrrad in ein eBike aufrüsten zu können.

Elektronische Drahtesel, sogenannte E-Bikes gibt es schon länger. Besonders aber technologisch hochwertige Komponenten wie Motor, Akku und Steuerungselektronik treiben deren Preis meist bis weit über 1.000 Euro. Zurecht, denn Praxistests haben bewiesen, dass sich die Investition lohnt und günstigere Modelle meist nicht den technologischen Anforderungen gerecht werden. Wie eBikes in Deutschland ankommen haben wir schon in einem früheren Artikel betrachtet. 

GeoOrbital

Die Geschichte hinter dem Startup GeoOrbital

Die Idee für das smarte Rad kommt von Michael Burtov und er hat einen Zeitgeist getroffen. Das sieht man insbesondere an der Finanzierungsphase des Startups Mitte des vergangenen Jahres. Denn über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat sich GeoOrbital vorgestellt und ein Finanzierungsziel von 75.000 USD festgesetzt. Auf der Plattform kann man Geld um die Umsetzung von Projekten investieren. Nach Ablauf der 45 tägigen Finanzierungsphase konnte sich das Unternehmen über die Unterstützung von über 1.2 Millionen USD freuen.

Mit wenigen Handgriffen von Omas Tretmühle zum E-Bike?

Hört sich vielversprechend an. Denn laut GeoOrbit soll das Montieren des innovativen Reifensets nur einige Handgriffe benötigen. Man brauche nur einen Schnellspanner und dann solle man schon nach 60 Sekunden losdüsen können. Das funktioniert mithilfe des Lithium-Ionen-Akkus und einem 500-Watt-E-Motor, beides ist im Vorderrad verbaut und über ein zusätzliches Element am Lenker kann man den Fahrmodus auswählen. Und um auch wirklich jedem das Umrüsten ermöglichen zu können bietet GeoOrbital das Reifenset für 26, 28 und 29 Zoll Fahrräder an. Einen leichten Wechselakku kann man sich übrigens separat zu seinem Reifenset bestellen.

Das Mobility Startup zeigt, wie einfach das Setup der GeoOrbital Wheels ist.

Es soll ‘unplattbar’ sein und eine Geschwindigkeit von maximal 32 km/h erreichen können. Besonders die Reichweite von bis zu 80 Kilometern hängt aber davon ab, ob man den Motor nur zur Unterstützung nutzt oder rein elektrisch fährt.

Das komplette Reifen-Set wird für umgerechnet 760 Euro angeboten. Kickstarter-Unterstützer dürften sich über das Paket zum halben Preis freuen. Eine Batterie zum Auswechseln gibt es für umgerechnet 170 Euro. Und auch wenn man keiner der frühen Unterstützer des GeoOrbital Wheels ist, ist die Anschaffung deutlich günstiger als bei einem neuen eBike.

Einziger Haken ist wohl, dass man in Deutschland einen Mofa-Führerschein benötigt um mit einem Fahrrad mit dem elektronischen Reifen fahren zu dürfen. Denn auch wenn nur der Reifen elektronisch betrieben ist, so gilt das Fahrrad, das dann mit einem bis zu 500 Watt starken Motor unterstützt wird im rechtlichen Sinne als Kleinkraftrad mit geringer Leistung.