Mit Start der neuen Formel E Saison treten wie üblich neue Regeln in Kraft. Dabei stößt besonders die Reduzierung der Reifen, die pro Auto an einem Rennwochenende verwendet werden dürfen, bei den Fahrern auf Unverständnis. Das neue Reifenreglement soll nicht nur die Kosten für die Herstellung und den Transport der Pneus verringern, sondern die Rennserie noch nachhaltiger machen. Dies ist ein wichtiger Punkt für die Rennserie. Die Fahrer sprechen aufgrund der wenigen Reifen, die sie pro Rennwochenende zu Verfügung haben, von einem Glücksspiel.

Zwar scheint die Verringerung des Reifenkontingents von acht auf sechs Reifen pro Renntag auf den ersten Blick nicht sehr dramatisch, dennoch rechnen die Teams mit deutlichen Auswirkungen auf den Umgang mit den Reifen. Die Fahrer müssen nun noch vorsichtiger sein. Ein Reifenschaden im freien Training könnte ganz schnell dazu führen, dass das Kontingent an Reifen nicht ausreicht. Im schlimmsten Fall wäre der Tag für einen Fahrer, der sich früh beide Reifen an einer Achse beschädigt, gelaufen.

Virgin-Fahrer Robin Frijns bestätigte die Bedenken rund um die neuen Reifenregeln. Er sagte, die Rennserie fahre zu 90 Prozent auf Straßenkursen, auf denen kleine Fehler große Schäden anrichten können. So könne ein Reifenschaden sehr schnell passieren und so ein Malheur mache das Leben oftmals sehr schwierig. Die Fahrer scheinen unzufrieden und hatten gehofft, dass in 2021, welches in den meisten Rennserien aufgrund von Corona zu einer Art Übergangsjahr werden könnte, die Regeln nicht geändert werden.

Die Rennfahrer müssen sich ähnlich wie die Kollegen aus der Formel 1 auf Rennen mit nur wenigen Zuschauern, spezielle Hygienekonzepte und wenige Kontakte zu Außenstehenden einstellen. Zudem wird das Reglement 2022 erneut umgestellt und eine Anpassung des Reifenkontingents umgesetzt. Der Plan, im Zuge der Umstellung auf die 3. Generation an Rennwagen (Gen3) auf einen Reifensatz pro Rennwagen und Renntag umzustellen, wirft jetzt schon seine Schatten voraus. So fand der zweifache Formel E-Weltmeister deutliche Worte: Er freue sich nicht wirklich auf die Gen3-Ära. Er verstehe nicht, warum es nur einen Reifensatz am Wochenende geben werde. Auch Sam Bird stimmt seinem Konkurrenten zu. Der Sieger des zweiten Rennens beim Diriyya E-Prix meinte: “Wenn ich an die Gen3-Ära denke… das wird richtig schwierig werden.”

Für neutrale Fans könnte die Regel noch mehr Spannung bringen. Die Fahrer, die sich ständig am Limit ihres Rennwagens bewegen, müssen nun auch vermehrt auf die Reifen achten. Ein kleiner Fahrfehler könnte schon dazu führen, dass der Kampf um Topplatzierungen am Tag des Reifenschadens unmöglich ist. Was die Fahrer im Feld als Glück bezeichnen, äußert sich bei neutralen Zuschauern als Unberechenbarkeit. So senkt die neue Regel nicht nur den CO2-Abdruck der Rennserie, sondern erhöht die Spannung für die Zuschauer.

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