Tesla hat es geschafft: Endlich baut der Autohersteller aus Kalifornien pro Woche 5.000 Model 3 und 7.000 Fahrzeuge insgesamt und trotzdem geben Wallstreet Analysten ihren Kunden die Empfehlung, die Aktie zu verkaufen. Wettbewerber Ford konnte es sich zeitgleich nicht verkneifen, die Output-Leistung der Kalifornier mit der eigenen zu vergleichen, die ca. 40mal höher liegt. Die Hintergründe der zunächst positiven Nachricht, die sich für Tesla dann ins Negative gedreht hat.

TSLA Aktienkurs

Der Tesla Aktienkurs (TSLA) ist um knapp 3% abgesackt. Teslas Aktien stiegen im Vorhandel, nachdem bekannt wurde, dass sie ihr Produktionsziel von 5000 Fahrzeugen des Modells 3 pro Woche erreicht haben. Im Handel ist die Aktie jedoch in eine Negativ-Bewegung geraten, getrieben von Wallstreet Analysten.

Elon Musks Vorhersage, dass Leute, die gegen Tesla wetten, „ihre Position explodieren sehen“, ist noch nicht eingetreten.

Grund der Negativ-Entwicklung

Die Aktie nahm eine Wendung, nachdem der bekannte Analyst Efraim Levy von CFRA (ehemals S&P Global Market Intelligence) den Kunden empfohlen hatte, die Aktie zu verkaufen. Der CFRA-Analyst stufte die TSLA von Tesla Inc. von ‚Hold‘ auf ‚Sell‘, was zu einem Kursverlust von -2,30% führte.

Er sagte, dass die neue Produktionsrate des Modells 3 weder betrieblich noch finanziell haltbar sei. Tesla erwartet in der zweiten Jahreshälfte nach dem Erreichen der neuen Produktionsrate erneut einen positiven Cashflow, was Levy kritisch kommentierte. Er zeigt sich besorgt über Teslas ‚Order Deposit‘ für das Modell 3. Tesla fordere eine weitere nicht rückzahlbare Einzahlung von $ 2.500 von den Reservierungsinhabern des Modell , die „als ein wenig nervtötend empfunden wird, und einen aggressiven Versuch darstellt, die ansonsten schwierige Ziele zu erfüllen, einen positiven Cashflow in Q3 zu erhalten.“ (MarketWatch)

Positive Entwicklung absehbar?

Der CFRA-Analyst änderte in der Anmerkung an die Kunden sein Rating von „Halten“ in „Verkaufen“, obwohl er auch einräumte, dass die Produktionsrate des Modells 3 mit der Zeit betrieblich und finanziell  tragbar werden könnte.

Die Tesla-Aktien werden deutlich über Levys 12-Monats-Kursziel von 300 Dollar gehandelt, Efraim Levy belegt Platz 1.041 von 4.825 Analysten bei TipRanks mit einer Erfolgsrate von 68% und einer durchschnittlichen Rendite von 10,3%. Levy hat bereits öfter empfohlen Teslas Aktien zu verkaufen.

Ford verspottet Teslas Model-3-Produktionsleistung

Ford hat sich um die Diskussion von Teslas Meilenstein eingeschaltet, indem man die Model-3-Produktionsleistung verspottete und mit seiner eigenen Produktionskapazität verglich.

Musk twitterte eine kurze Dankesbotschaft an das Tesla-Team – und beglückwünschte sie zur neuen Rekordproduktionswoche.

Steven Armstrong, Chairman und CEO von Ford Europe und MEA, reagierte auf Musks Tweet und verspottete die Leistung, indem er sie in nur wenigen Stunden mit der Produktion von Ford abgleichte:

Tesla und Ford hatten ihre Probleme in der Vergangenheit. Zum Beispiel hat Ford Lobby-Bemühungen unternommen, Teslas Direktverkaufsmodell in bestimmten Staaten durch ihre Lobbygruppe zu stoppen.

Markenprobleme mit Ford

Tesla wollte zuerst das Modell 3 – Modell E nennen. Es hätte sich den Modellen S und X in Teslas Aufstellung angeschlossen, um später „S-E-X“ mit dem Modell Y zu machen.

Der Name blieb für eine Weile hängen, aber während der Hauptversammlung im Juli 2014 enthüllte Teslas CEO Elon Musk, dass das Unternehmen seine Marke „Model E“ fallen lassen musste, nachdem Ford drohte, ein ähnliches Namensschema zu verklagen. Zu der Zeit sagte Musk, dass „Ford versucht, S-E-X zu töten.“

Fazit

Irgendwie gewinnt man immer mehr den Eindruck, dass Experten an der Wallstreet ebenso wenig wie Automobilhersteller die Fortschritte von Tesla einheitlich deuten.

Ein Versuch meinerseits, die Lage einzuschätzen

Wenn wir von Tesla sprechen, sprechen wir von einem Unternehmen, dass gerade einmal 15 Jahre alt ist. An der Spitze ist ein verrückter Milliardär, der seinen Traum verwirklicht und Elektroautos bauen will, die neue Maßstäbe setzen. Das erste Model 3 aus der Serienfertigung wurde am 9. Juli 2017 gefertigt, seitdem versucht man die Produktion von wenigen Tausend Stück im Monat auf mehrere Tausend Stück in der Woche hoch zufahren. Ein schwieriges Unterfangen für ein Unternehmen, dass bisher keine Erfahrungen mit der Massenfertigung gemacht hat.

Was an Teslas 7.000er Produktionsrate beeindruckt ist nicht, dass sie 7.000 Autos in einer Woche produzieren, sondern dass sie in einer Woche 7.000 Elektroautos produzieren. Weiterhin sind diese besagten Elektroautos der momentane Maßstab. Kein anderer Hersteller hat derzeit ein Modell auf dem Markt, welches einem Model S, X oder 3 Konkurrenz machen könnte (momentan noch nicht – 2020 steht vor der Tür).

Und es geht dabei nicht um die Komplexität der Produktion von Elektroautos gegenüber Verbrennern, sondern darum, was es bedeutet, den Markt der Elektrofahrzeuge in einen Volumen-Markt zu verwandeln und dafür zu produzieren.

Zwischenfazit Ford

Bei Ford hat man die Massenproduktion in über 100 Jahren verfeinert. Mein Gegenvorschlag an Ford: Produziert in einer Woche 7.000 Elektroautos und verkauft diese. Dann haben wir vergleichbare Zahlen. Ford hat wie alle Hersteller seinen Elektrifizierungsplan beschleunigt und das muss man gut heißen, jedoch werden wir mit der „Refresh-Lineup for 2020“ auch hier erst in 2 Jahren mit weiteren vollelektrischen Fahrzeugen rechnen können.

Zwischenfazit Wallstrett

Ich kann es nicht nachvollziehen, warum die Leute auf die Wall-Street-Analysten hören. Es gab bereits einige Analysten, die die Pleite von Tesla voraussagten. Im Hinblick auf den finanziellen Aspekt denke ich, dass sich die Bruttomarge für das Modell 3 in den kommenden Wochen und Monaten verbessern wird. Besonders mit dem Start der Produktion der Perfomance und Dual-Motor-Versionen. Musk musste investieren, damit er die Produktion und Entwicklung ermöglichen konnte. Andere Startups wie Faraday Future sind scheinbar an diesen Hürden gescheitert.

Ich bin dafür abzuwarten, wie Tesla sich entwickelt. Kann man die Produktion hochhalten, werden die Margen besser werden und man wird irgendwann schwarze Zahlen schreiben. Jetzt liegt es an Tesla selbst, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Produktions-Meilenstein diese Woche ist für mich der erste Schritt.

Was meinen Sie? Wird Tesla allen Kritikern zum Trotz dem Markt bestehen bleiben? Oder sprechen wir bald nur noch vom ehemaligen Pionier der eMobilität?

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