FastCharge untersucht die Grenze des Machbaren

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FastCharge
Quelle: BMW Group

Eine der am häufigsten gestellten Fragen ist, wie schnell ein Ladevorgang an einer „Tankstelle von Morgen“ gehen wird. Antworten auf diese Frage soll das Forschungsprojekt FastCharge liefern. An dem Projekt beteiligt sind verschiedene Industrieunternehmen: Die BMW Group als Projektleitung und die unterstützenden Firmen Allego GmbH, Phoenix Contact Emobility GmbH, die Dr. Ing. h. c. F. Porsche GmbH und die Siemens AG haben sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, Elektrofahrzeuge mit stark verkürzter Ladezeit und die dafür benötigte Infrastruktur zu untersuchen. Anschließend sollen die Erkenntnisse prototypisch umgesetzt werden. Das auf drei Jahre angesetzte Projekt wird mit insgesamt 7,8 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Als „Aufsichtsrat“ dient die NOW Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, die dafür sorgt, dass die Förderrichtlinien eingehalten werden.

FastCharge – die Herausforderung!

FastCharge beschäftigt sich mit den technischen und physikalischen Grenzen der beim Laden betroffenen Systeme und Komponenten. Es werden Ladeleistungen von bis zu 450 kW untersucht – dies entspricht aktuell dem dreifachen der heute an Ladestationen maximal verfügbaren Leistung. 900 Volt Spannung und 500 Ampere Stromstärke tragen dazu bei, dass die Elektroautos in weniger als 15 Minuten geladen sind. Eine so starke Leistung über fünfzehn Minuten Ladezeit hinweg stellt eine enorme Beanspruchung der Technik dar. Aus diesem Grund muss alles gekühlt werden, um flexible Kabel mit kleinem Querschnitt nutzen zu können – alles andere wäre für den Kunden nicht tragbar. Diese lassen sich wie heutige Kraftstoffschläuche handhaben.

FastCharge setzt auf CCS

FastCharge setzt auf das Combined Charging System (CCS). Die Standards dieses Systems haben sich bereits heute im Alltag von serienmäßigen Elektrofahrzeugen bewährt. Es werden sowohl Ladekabelarten als auch Steckertypen durch dieses System standardisiert. Auch Fahrzeuge mit einem geringeren Strombedarf können an solchen Ladestationen geladen werden.

Wichtig ist allerdings zu beachten, dass der Kunde beim Tanken an den Ladestationen bisher pro Ladezeit bezahlt. „Standard-Zapfanlagen spenden zwar mit elf oder 22 Kilowatt Wechselstrom, aber die meisten e-Autos können wegen ihrer langsamen Wechselstrombuchsen davon nur einen Bruchteil aufnehmen.“, so AutoBild. Möchte man sein Fahrzeug an den Schnellladestationen aufladen, benötigt man meist einen Schnellade-Anschluss. Dieser ist oft jedoch aufpreispflichtig.

Die BMW Group verbessert auch die Bedienbarkeit

Das Industriekonsortium untersucht neben der Leistungssteigerung beim Laden auch noch die aktuelle Ladeinfrastruktur. Ziel der BMW Group ist, die Anmelde- und Abrechnungsprozesse beim Laden zu automatisieren und zu optimieren. Erste Prototypen der FastCharge-Forschung sollen bereits 2018 vorgestellt und öffentlich getestet werden. Doch die BMW Group ist nicht die Erste mit einer solchen Idee. Auch die VW-Gruppe mit der VW-Tochter Porsche forscht bereits seit dem Jahr 2016 mit ähnlichen Zielen. Damals hat sich die VW-Gruppe zum Ziel gesetzt, die Batterien innerhalb von 15 Minuten auf 80 Prozent zu laden.

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