Wir berichteten Ende Dezember 2016 als einer der Ersten über die Verhandlungen zwischen DriveNow und Car2Go. Jetzt hat die EU-Kommission die Carsharing-Fusion von Daimler und BMW unter Auflagen erlaubt.

Partnerschaft

Die Partnerschaft umfasst eine ganze Palette an Diensten. Interessant war, dass beide Sharing Größen ihre Marken behalten wollen. Man will die beiden Carsharing-Anbieter Car2go und DriveNow nur in der App verschmelzen und den größten Taxiservice der Welt kreieren. Mit an Bord sind Mytaxi, Chauffeur Privé, Clevertaxi und Taxibeat.

Über die Apps Reachnow und Moovel, dem Parkservice Parkmobile und Parknow  und dem Ladenetz von Chargenow und Digital Charging Solutions kann man zusammen eine breite Palette an Diensten für den Kunden zur Verfügung stellen.

Für die beiden Unternehmen ergeben sich tolle Synergieeffekte: IT Entwicklung, App-Betrieb, Backend, Bezahlsysteme und Sicherheitsfeatures: das alles lässt sich heutzutage bequem aus einer Hand lösen. Die Kosten werden mindestens halbiert.

BMW trennte sich von SIXT

Um den Weg einer wesentlichen Hürde bei den Verhandlungen aus dem Weg zu räumen, hat BMW vom bisherigen Partner Sixt alle Anteile am gemeinsamen Car Sharing-Anbieter DriveNow gekauft. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte noch vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden.

„Mit DriveNow haben wir in den vergangenen sieben Jahren eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte geschrieben. Das haben wir der Leistung der DriveNow-Mitarbeiter und der hervorragenden Zusammenarbeit mit unserem Joint Venture-Partner Sixt zu verdanken. Sixt wird für uns auch künftig ein starker Partner bleiben“, sagte Peter Schwarzenbauer, Mitglied des Vorstands der BMW AG.

Wettbewerb durch UBER und andere Sharing Angebote

Der wahre Wettbewerber kam für die beiden großen deutschen Hersteller immer schon aus den USA und dieser heißt UBER. UBER baut sein Portfolio immer weiter aus und hat Anfang des Jahres erst 335 Millionen Dollar in Lime, einen der größten Elektroroller-Verleihdienste, investiert. Vor Kurzem kaufte man auch noch die Elektrofahrrad-Verleihfirma JUMP für 100-Millionen-Dollar. Auch die eRoller Sharings von Coup oder emmy nehmen den Fahrzeugen von DriveNow und Car2Go zumindest bei besserem Wetter viele junge Kunden weg.

Von daher ist eine Fusion von DriveNow und Car2Go ein geschickter Schachzug. Man kann die Kunden zusammenfassen und sich den kostspieligen Neueinstieg in den Metropolen dieser Welt aufteilen. Car2Go hat Ende 2017 ca. 3 Millionen registrierte Kunden, davon allein 870.000 in Deutschland. DriveNow steigerte seine Kundenzahl im Jahr 2017 um 25 Prozent auf eine Million, davon 720.000 deutschen Kunden.

DriveNow als Treiber der eMobilität

Car Sharing kann ein entscheidender Treiber der Elektromobilität werden und dieses Beispiel wurde jetzt erst in Hamburg verdeutlicht. DriveNow hat seine Flotte hier auf 200 BMW i3 erhöht und will diese bis 2020 auf 550 Stück ausbauen. Als Gegenleistung hat die Stadt Hamburg versprochen bis 2019 insgesamt über 1.000 öffentliche Ladepunkte zu implementieren und auch die Parkplatzsituation für eAutos anzugehen.

„Das Beispiel Hamburg macht deutlich, dass das Henne-Ei-Problem zu lösen ist. Die zuständigen staatlichen Stellen bauen die Ladeinfrastruktur nur schleppend aus, weil es zu wenige Elektroautos gibt. Auf der anderen Seite steigt die Anzahl der Stromer nur langsam, weil es mitunter an entsprechender Infrastruktur mangelt. Die Kooperation zeigt, dass einiges bewegt werden kann, wenn Unternehmen und Kommunen an einem Strang ziehen und ehrgeizige Ziele formulieren“, erläutert Geschäftsführerkollege Sebastian Hofelich. (Pressemitteilung)

Fazit

Ein Modell für die Zukunft? Definitiv. Die Fusion mit Car2Go wird eine wesentliche Rolle im Kampf gegen UBER und andere amerikanische Konkurrenten bilden.

Der Markt entwickelt sich für alle Beteiligten gut und wird unseren Prognosen nach, eine wichtige Rolle in der Mobilität der Zukunft in unseren Metropolen spielen. Kunden werden durch übergreifende Shared Service Angebote die Auswahl leichter treffen können und die Nutzung wird sich dauerhaft vereinfachen. Es gilt also: let´s share!

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