Anfang Mai zog Tesla die Zügel straffer. Elon Musk warnte seine Subunternehmer auf eine bevorstehende Überprüfung der Effizienz im Fremont-Werk und äußerte sich besorgt über die Dienstleister und Subunternehmer, die für den Autohersteller arbeiten. Damals zog man bereits einen unangenehmen Schlussstrich. Jetzt hat es auch eigene Mitarbeiter getroffen.

Model 3 und Profitabilität

Das Model 3 ist das Modell von Tesla, welches die Massenmarktfähigkeit einer jungen Firma bedeuten soll und eine ganze Branche in Aufruhr gebracht hat. Die Kosten explodierten und man fuhr enorme Quartalsverluste ein. Nun sollen Kosten gesenkt werden, um dem Ziel der Profitabilität näherzukommen.

Entlassungen

Der Elektroautopionier  hat einen drastischen Schritt verlauten lassen und will fast jede zehnte Stellen streichen. „Wir müssen eine schwierige Entscheidung treffen und etwa neun Prozent unserer Kollegen über das gesamte Unternehmen hinweg gehen lassen“, so steht es in einer internen E-Mail die Musk bei Twitter teilte.

„Da Tesla in den fast 15 Jahren seines Bestehens noch keinen Jahresgewinn gemacht hat, ist Profit offensichtlich nicht unsere Motivation“, schrieb Musk auf Twitter. Anscheinend will man ähnlich der Entlassungen der Subunternehmer die Fronten klären und doppelt besetzte Stellen wegstreichen. Für Tesla geht es darum, den Umstieg auf saubere und nachhaltige Antriebe voranzubringen. Um langfristig erfolgreich zu sein, muss man jedoch beweisen, dass die Firma nachhaltig profitabel sein kann. Ende 2017 hatte Tesla ca. 37.500 Vollzeitangestellte.

Kein Jobabbau in der Produktion

Musk versicherte, dass der Jobabbau keine Stellen in der Produktion betreffen würden. Man will die Fertigungsziele beim Model 3 nicht gefährden, da besonders dieses Model Tesla aus den Verlusten ziehen könnte. „Falls Tesla es schafft, die geplanten 10.000 Stück pro Woche zu bauen, wird das Model 3 einen erheblichen positiven Ergebnisbeitrag liefern“, sagte ein Testingenieur der Wirtschaftswoche. Die Material- und Zulieferkosten werden auf rund 18.000 Dollar geschätzt, plus Produktionskosten von ca. 10.000 Dollar. Somit ergibt die Rechnung ohne Berücksichtigung der bereits investierten Kosten in die Entwicklung, Kosten von 28.000 Dollar und mindestens Einnahmen von 35.000 Dollar; möglicher Gewinn mindestens 7.000 Dollar.

Warum so profitabel?

Tesla ist es anscheinend gelungen, den Anteil des Metalls Kobalt in den Batterien erheblich zu verringern. Aus Labor-Analysen, die der Wirtschaftswoche exklusiv vorliegen, geht hervor, dass die Lithium-Ionen-Zellen den knappen Konfliktrohstoff in geringeren Anteilen enthalten. Batteriehersteller und Zulieferer arbeiten an neuen Kathodenmaterialien, die mit weniger Kobalt auskommen. Und hier konnte Tesla mit seinem Partner Panasonic offenbar deutliche Fortschritte erzielen. Nach den Laboranalysen bestehen die im Model 3 verwendeten Panasonic-Zellen nur noch zu 2,8 Prozent aus Kobalt, üblich sind acht Prozent. (Wirtschaftswoche)

Fazit

Ein normaler Schritt hin zu einem effizienten Unternehmen. Die Gesellschafter von Tesla waren in der Vergangenheit schwer aus der Ruhe zu bringen. Musk setzt mit seiner Personalpolitik jedoch erneut deutliche Zeichen, dass man auch profitabel werden will und das wird die Gesellschafter garantiert freuen. Solange die Produktion des Model 3 nicht unter diesen Maßnahmen leidet und das wird sie laut Musk nicht, sehe ich kein Grund zur Panik. Für mich ein normaler Vorgang in einem internationalen Unternehmen, was sich von dem „unprofitablen Startup“-Status zu einem profitablen Automobilkonzern entwickeln will.

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