Am 15. und 16. November 2018 fanden in Ismaning bei München erstmals die be·connected eMobility·Innovation·Days statt. Ich hatte die Möglichkeit die Fachkonferenz zu besuchen und hinter den Kulissen mit einzelnen Entscheidungsträgern Gespräche zu führen. Ein Schwerpunktthema dabei: das deutsche Eichrecht.

eMobility·Innovation·Days machen fit für Elektromobilität

Zielgruppe der zweitägigen Konferenz waren Entscheider und leitende Angestellte, die sich in praxisnahen Vorträgen fit für die Elektromobilität machten. Die Zahl von rund 200 fachlich versierten Teilnehmern im ersten Jahr beweist, dass das Interesse am Thema E-Mobility in deutschen Unternehmen so groß ist wie nie. Das betonten auch die beiden Keyspeaker beim diesjährigen Mediengespräch: Am Podium berichteten Michael Hajesch, seines Zeichens der CEO von IONITY und Martin Klässner, CEO von has·to·be von wichtigen Neuerungen in der Branche.

Neue Transparenzsoftware schafft Sicherheit für Verbraucher und Anbieter

Eines der Hauptthemen bei der Ausstattung von Ladestationen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern betrifft die Auswirkungen des Eichrechts auf Ladestationsbetreiber. Denn wer sein Elektroauto heute an deutschen Ladestationen betankt, erfährt in vielen Fällen nach wie vor nicht genau, wie die Rechnung zustande kommt. Dabei schreibt der Verbraucherschutz schon jetzt eine einheitliche und transparente Abrechnung vor.

Nun sorgt eine neue Software für Transparenz an Deutschlands Ladestationen. Ab 2019 wird sie für alle Infrastrukturbetreiber verfügbar sein und zwar unabhängig davon, welcher Gerätetyp zum Einsatz kommt. „Die Transparenzsoftware ist ein echter Meilenstein für die E-Mobilität in Deutschland“, betont Martin Klässner, dessen Unternehmen has·to·be von der S.A.F.E. Initiative mit der Entwicklung beauftragt wurde.

Um eine für Deutschland einheitliche Lösung zu finden, haben sich bislang 30 Unternehmen in der S.A.F.E Initiative zusammengeschlossen. Die Partner haben entschieden, dass die has·to·be gmbh in Zusammenarbeit mit Ebee, einem Tochterunternehmen der Bender Gruppe, eine Transparenzsoftware für den deutschen Markt entwickeln soll und den teilnehmenden Unternehmen bereitstellt. Deutsche Verbraucher werden damit künftig lediglich eine einzige Transparenzsoftware benötigen, um Messwerte zu überprüfen – auch bei Ladestationen verschiedener Hersteller.

„Mit der Transparenzsoftware ist für Betreiber und Verbraucher klar ersichtlich, wie viel das Laden kostet und ob korrekt abgerechnet wurde. Damit wird das Vertrauen der Kunden in die Elektromobilität weiter steigen“, ist sich Klässner sicher. Die Software basiert technisch auf einer sogenannten Ende-zu-Ende Signatur. Diese stellt fest, ob die Messwerte mit dem öffentlichen Schlüssel der Ladestation übereinstimmen. Damit ist gewährleistet, dass die Werte nach Erfassung nicht manipuliert oder verfälscht wurden und die Abrechnung korrekt ausgestellt wird.

Nach Einschätzung vieler Konferenzteilnehmer wird die deutsche Gründlichkeit bei dem Thema Eichrecht international gerne einmal belächelt. Gerade die nordischen Staaten oder auch die Holländer sind bei dem Thema Abrechnung eher pragmatisch unterwegs. Hier wird vielfach nach Zeit abgerechnet. In Deutschland hingegen strebt man die Abrechnung nach Kilowattstunden an. Dieser Weg ist für die Verbraucher transparenter, aber eben auch schwieriger in die Praxis umzusetzen. Und so hangeln sich die Ladesäulenbetreiber derzeit durch die scheinbar unendlichen Pfade deutscher Bürokratie auf dem Weg zu einer Lösung, die dem scharfen deutschen Verbraucherschutz gerecht wird. Andere Länder, wie etwa Österreich, werden dem deutschen Weg folgen, auch wenn derzeit über die Bürokratie noch gelächelt wird.

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