Aufschwung der eMobilität und Recyclingpflicht in China

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Im November vergangenen Jahres haben wir hier über die Bewertung der Umweltbelastung durch eMobilität gesprochen. Im Besonderen ging es um das Thema Recycling und die Beschaffung der Rohstoffe für Elektroautos. Gibt es Alternativen zur Weiterverwendung von Akkus? Wie ist die aktuelle Rohstofflage und können neue Technologien die eMobilität eventuell doch noch vom Sondermüll wegholen?

Batterien – ein Leben nach dem Tod?

Wie geht man mit den Batterien an deren Lebensende um? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Lebensdauer von den theoretisch ausgedienten Batterien weiter zu verlängern. ReManufacturing beispielsweise beschreibt den Wechsel eines Moduls der Batterie bei Beschädigung. Eine Batterie von Volkswagen besteht aus 264 Zellen in 27 Modulen. Wenn ein Modul beschädigt ist, lohnt sich ReManufacturing meist.

Eine weitere Möglichkeit ist das Second Life – die Weiterverwendung von Batterien, wenn diese an Leistung verloren haben. BMW und Vattenfall beispielsweise wollen überschüssigen Strom aus Windparks speichern und bei nicht ausreichendem Wind nutzen. Renault wiederum verwendet die geleasten Akkus nach der Lebensdauer innerhalb des Projektes E-STOR weiter. Auch die Daimler AG bzw. die hundertprozentige Tochter ACCUmotive kümmern sich um das zweite Leben der eigenen Akkus.

Recycling – wenn wirklich Schluss ist

Wenn dann wirklich Schluss ist, wird die Batterie idealerweise recycelt. Das zweite Leben der Akkus schiebt den letztendlichen Zeitpunkt des Recyclings zwar nach hinten, hebt diesen allerdings nicht auf. Die Recycling-Unternehmen bereiten sich aktuell auf effiziente und möglichst kostengünstige Prozesse für die Extraktion teurer Materialien wie Kobalt, Kupfer und Nickel vor. Somit ist die Forschung zum Recycling von Akkus unverzichtbar und muss weiterhin mit Hochdruck vorangetrieben werden.

China: Staatliche Initiativen unterstützen die Recycling-Bewegung

Ein Beispiel ist eine unterstütztende Initiative der chinesischen Regierung. Ein dem Staatspräsidenten besonders wichtiges Anliegen ist der Kampf gegen den Müll. Eine neue Initiative nimmt nun die Autobauer in die Pflicht. Diese werden verpflichtet, alte Batterien von Elektroautos wieder einzusammeln und fachgerecht zu recyclen. Dadurch sollen die Auswirkungen der Elektrifizierung des Straßenverkehrs auf die Umwelt möglichst geringgehalten werden.

Der chinesische Staat hat den Elektro-Auto-Boom in China in den letzten Jahren massiv vorangetrieben. Bereits im Jahr 2009 hat die Regierung begonnen, High-Tech-Industrien zu fördern. Dies geschah einerseits durch finanzielle Unterstützung und andererseits durch regulatorische Maßnahmen. Elektroautos sind beispielsweise von den immer wieder verhängten teilweisen Fahrverboten ausgenommen worden. Die Hersteller sind nun dazu aufgefordert, spezielle Sammelstellen einzurichten. An diesen werden nicht mehr genutzte Akkus fachgerecht in Empfang genommen. Weiterhin sollen die Batterien im Vorfeld so gebaut werden, dass der Recyclingprozess weitgehend automatisiert ablaufen kann. Ein technisches Training für Automobilhersteller zeigt, wie alte Batterien gelagert und demontiert werden können.

Chinesische Autobauer haben häufig die Nase vorn

Die einheimischen Autobauer in China haben im Bereich Elektromobilität einen vergleichsweise hohen Marktanteil. Ausländische Firmen allerdings dominieren den Markt für Autos mit Verbrennungsmotor. Die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien ist im Jahr 2017 bereits um die Hälfte gestiegen und es wurden 170.000 Tonnen Abfall produziert. Aus diesem Grund ist die Regierung bestrebt, ihre Recyclingfähigkeiten zu verbessern und der Verschmutzung entgegen zu wirken. Durch die schnelle Entwicklung ist dies ein Lauf gegen die Zeit. Dies begründet die regulatorischen Maßnahmen in China.

Von der Regelung in China betroffen ist auch ein in Deutschland erst in den letzten Tagen richtig bekannt gewordenes Unternehmen: Der Hersteller Geely ist größter Einzelaktionär von Mercedes-Benz und einer der größten Elektroauto-Produzenten in China.

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