Elektroroller im Alltag: Zukunftsträchtige Mobilität auf zwei Rädern

Alltagstauglicher, emissionsfreier und geräuscharmer Fahrspaß, immer kürzer werdende Ladezeiten und steigende Reichweiten: dem Elektroroller gehört die Zukunft! Neben E-Autos sind es vor allem die motorisierten Zweiräder mit elektrischer Batterie, die zunehmend häufig auf deutschen Straßen anzutreffen sind – und das längst nicht mehr nur in Großstädten und Metropolregionen.

Vor allem auf Kurzstrecken können Roller mit Elektro-Antrieb punkten – und sind damit wie geschaffen für den Stadtverkehr! Zwar haben sie eine geringere Reichweite als Roller mit klassischem Verbrennungsmotor und sind noch etwas teurer in der Anschaffung. Doch ihre Umweltfreundlichkeit, die günstigeren Unterhaltskosten und der hohe Fahrkomfort machen E-Roller zu konkurrenzfähigen Fahrzeugen für alle, die in der Stadt gerne unabhängig und mobil sind.

Klimafreundlich und vor allem auf kurzen Strecken unschlagbar: Was E-Roller auszeichnet

Als Elektroroller werden alle Roller bezeichnet, die anstelle eines Verbrennungsmotors von einer elektrischen Batterie angetrieben werden. In englischer Sprache heißen diese E-Roller auch E-Mopeds. Für eine begrenzte Laufzeit wird das E-Roller Fahrzeug mit Strom versorgt, bevor der Akku wieder an einer Steckdose aufgeladen werden muss. Die durchschnittliche Reichweite der bekanntesten E-Roller-Modelle beträgt zwischen 50 bis 100 Kilometern pro Ladung. Ist der Akku leer, kann er einfach an der heimischen Steckdose aufgeladen werden. Während das Laden zu Hause zwischen fünf und acht Stunden dauert, kann die Ladezeit durch ein Schnellladegerät oder eine 380-Volt-Steckdose deutlich verringert werden. Auch an öffentlichen Ladestationen können E-Roller Energie tanken. Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit für E-Roller liegt bei 45 km/h, es gibt jedoch auch Modelle, die bis zu 120 km/h erreichen können.

Die Vorteile von Elektrorollern auf einen Blick

In unseren urbanen Zentren ist das Nutzen eines eigenen Autos inzwischen quasi überflüssig geworden. Viele Städte limitieren den Platz für die Autos und widmen die freie Kapazität den elektrischen Zqweirädern. Wenn man sich rasch und bequem durch überfüllte Straßen bewegen möchte, ist ein elektrischer Roller die beste Option, zumal die durchschnittliche Strecke, die it diesen Fahrzeugen zurückgelegt wird, zwischen 10 und 20 Kilometern liegt.

Mit einem E-Roller werden eventuelle Staus leicht vermieden und umfahren. E-Roller bieten gegenüber Rollern mit klassischem Verbrennungsmotor viele Vorteile:

  • Günstigere Unterhaltskosten: Zwar liegen die Preise für E-Roller aktuell noch über denen, die vergleichbare Modelle mit Benzinantrieb kosten, doch der günstigere Unterhalt lohnt die Anschaffung bereits nach kurzer Zeit. Ein Versicherungskennzeichen ist jeweils für den Zeitraum von zwölf Monaten gültig und wechselt jährlich die Farbe.
  • Geringer Energieverbrauch: Auf einer Strecke von 100 km benötigt ein E-Roller Strom im Wert von etwa 0,50 bis 1,00 Euro und ist damit kostengünstiger als ein Benziner.
  • Umweltfreundlicheres Fahren: Da elektrisch angetriebene Roller keine Abgase ausstoßen, schonen sie die Umwelt und belasten vor allem Städte nicht mit klima- und gesundheitsschädlichem Feinstaub.
  • Keine Lärm- und Geruchsbelästigung: Anders als Benzinmotoren laufen Elektromotoren äußerst geräuscharm. Außerdem entstehen durch E-Motoren keine Abgase, die die Luft belasten. E-Roller haben also keine CO2-Emissionen und sind daher für die Mobilität in unseren Innenstädten perfekt geeignet.
  • Geringere Wartungskosten: Die Wartung von Elektromotoren ist weitaus weniger aufwendig als die von Verbrennungsmotoren. Durch den Wegfall von Kupplung und Getriebe können weniger Teile verschleißen. Allein der Akku muss nach einer gewissen Nutzungsdauer ausgetauscht werden.
  • Ideal für Kurzstrecken: Anders als Benzinmotoren, die bei häufiger Benutzung auf Kurzstrecken besonders schnell verschleißen, sind Roller mit Elektromotor wie geschaffen für das Fahren auf kurzen Strecken.

Generell lässt sich sagen, dass sich der höhere Anschaffungspreis für E-Roller nach wenigen Monaten durch die Ersparnis beim „Energietanken“ sowie die günstigeren Reparaturen amortisiert. E-Roller haben dank geringer Wartungskosten schnell einen Vorteil gegenüber den Verbrenner Versionen.

Die Reichweite von Elektrorollern

Für den Stadtverkehr sowie das Fahren von alltäglichen Strecken reichen Elektroroller mit „normaler“ Reichweite von rund 50 km pro Ladung definitiv aus. Teurere Modelle schaffen jedoch sogar Reichweiten von 150 km und mehr! Da Roller aber vorrangig nur für Kurzstrecken eingesetzt werden, decken die gängigen Modelle die Fahrerwartung in der Regel zufriedenstellend ab.

Ein Schwachpunkt bleibt bei vielen Modellen allerdings die relativ lange Ladedauer, die häufig mehrere Stunden beträgt. Elektroroller mit Schnelladefunktion bieten hier mehr Komfort und Flexibilität.

Leistungsstärke und Geschwindigkeit von Elektro-Rollern

Analog zur PS-Zahl von Rollern mit Benzinmotor sind auch Elektroroller mit unterschiedlichen Motorleistungen erhältlich. Ein Kilowatt (kW) entspricht dabei knapp 1,36 PS, ein Watt also 0,00136 PS.

Während die Angabe der PS-Zahl Aufschluss über die Leistungsfähigkeit des klassischen Verbrennungsmotors gibt, wird bei E-Rollern die Akkuleistung als ausschlaggebendes Kriterium für Geschwindigkeit und Beschleunigung bewertet. Je höher die Leistung (= Wattzahl) des E-Motors, desto dynamischer die Beschleunigung und Schnelligkeit eines E-Rollers. Die Akkuleistung steht demnach stellvertretend für die Leistungsfähigkeit des Motors beziehungsweise die Motorleistung:

  • 1.000 Watt (ca. 1,4 PS)
  • 1.500 Watt (ca. 2 PS)
  • 2.000 Watt (ca. 2,8 PS)
  • 3.000 Watt (ca. 4 PS)

Im Wesentlichen gibt es in Bezug auf die Motorleistung kaum Unterschiede zwischen benzin- und elektrisch betriebenen Rollern. Dies ist auf das sich ähnelnde Gewicht und den etwa gleichen Luftwiderstand beider Bauvarianten zurückzuführen.

Das sind die gängigsten Elektroroller-Bauarten

Erhältlich sind unter anderem klassische Zweisitzer-E-Roller, Retro-Modelle und Chopper. Immer beliebter werden auch praktische E-Roller mit Klappfunktion. Neben klassischen zweirädrigen, elektrisch angetriebenen Kleinkrafträdern sind auch E-Roller mit Dreirad-Fahrgestell erhältlich, die häufig als Kleintransporter dienen.

E-Roller-Hersteller und Modelle

Während Elektroroller in China bereits zum festen Bestandteil des Straßenbildes gehören, sind sie auf deutschen Straßen erst seit relativ kurzer Zeit anzutreffen. Vor allem die zahlreichen Anbieter von Miet-Rollern mit elektrischem Antrieb machten in den letzten Jahren von sich reden! Doch nicht nur als praktisches Mietfahrzeug für Kurzentschlossene stellen E-Roller eine echte Mobilitätsbereicherung für den Stadtverkehr dar.

Wir haben die gängigsten Hersteller und ihre Elektroroller Modelle auf einer eigenen Seite vorgestellt. Durch den steten Wandel in diesem dynamischen Marktsegment unter den elektrischen Zweirädern kommen hier quasi jede Woche neue Modelle an E-Rollern hinzu.

Elektroroller fahren: Wissenswertes zu Fahrerlaubnis & Versicherung

Wir erklären, welche Voraussetzungen für das Führen eines E-Rollers gelten und wie es sich mit der E-Roller-Versicherung verhält.

  • Je nach E-Roller-Klasse gelten unterschiedliche, Fahrerlaubnis betreffende Regelungen: Für E-Roller, die als Leichtmofas mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h zugelassen sind, braucht es lediglich eine Mofaprüfbescheinigung. Diese kann bereits von Jugendlichen ab 15 Jahren erworben werden.
  • Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h gelten als Leichtkrafträder L1e. Der als Fahrerlaubnis benötigte Führerschein der Klasse AM kann ab 16 Jahren erworben werden.
  • Für Leichtkrafträder L3e mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h braucht es einen Führerschein der Klasse A1.

Alle E-Roller-Kategorien benötigen zur Teilnahme am Straßenverkehr, unabhängig von ihrer jeweiligen Höchstgeschwindigkeit, außerdem eine nationale Typengenehmigung.

Wie müssen E-Roller versichert werden?

Zwar sind E-Roller von der Kfz-Steuer befreit, doch ist für die Teilnahme am Straßenverkehr eine Haftpflichtversicherung erforderlich. Wer auf öffentlichen Straßen mit Elektro-Scootern ohne sichtbar montiertes Versicherungskennzeichen fährt, macht sich strafbar! Die Ausnahme bilden E-Mobile, deren Höchstgeschwindigkeit unter 25 km/h liegt – sie gelten versicherungsrechtlich als Krankenfahrstühle.

Der Jahresbeitrag für die E-Roller-Versicherung beziehungsweise das jährlich zu erwerbende Versicherungskennzeichen variiert in Abhängigkeit von Fahrzeugtyp, Versicherungsumfang und dem Alter des Fahrers.

  • Für neue Elektroroller, die teurer in der Anschaffung waren, lohnt sich der Abschluss einer Teilkasko-Versicherung. Sie deckt unter anderem Schäden am eigenen Roller durch Diebstahl, Unwetter oder Unfälle mit Wildtieren ab. Inzwischen gibt es einige Versicherer, die elektrische Zweiräder wie etwa E-Roller mit besonders günstigen Raten versichern.
  • Der Monatsbeitrag für ein Versicherungskennzeichen liegt ohne Teilkasko-Schutz durchschnittlich bei etwa sieben Euro monatlich. E-Roller-Fahrer unter 23 Jahren zahlen in der Regel etwa zwei bis drei Euro mehr. Zusätzlich zum Versicherungskennzeichen fallen für einen Teilkasko-Versicherungsschutz monatlich im Durchschnitt nochmals 13 Euro an. Damit entstehen für einen Teilkasko-versicherten E-Roller-Fahrer über 23 Jahre Versicherungskosten von etwa 20 Euro pro Monat.

Helmpflicht beim Fahren von Elektrorollern

Für das Fahren von Elektrorollern, die eine Geschwindigkeit von mehr als 20 km/h erreichen können, gilt im deutschen Straßenverkehr sowohl für Fahrer als auch Beifahrer eine Helmpflicht. Wichtig: Beim Helmkauf auf das ECE-Prüfsiegel für getestete Sicherheit achten.

Bildrechte: Michael Brecht - E-Roller Sharing in Rotterdam

Die erfolgreichen europäischen E-Roller Sharing Anbieter

Neben den eBikes und den jüngst so gehypten E-Scootern gibt es in Europa eine ganze Reihe von E-Roller Anbietern mit einem Sharing Geschäftsmodell. In Deutschland sind vor allem die beiden Marktführer emmy und Coup bekannt, wobei Letzterer im Dezember 2019 seine letzten Fahrten durchführte. Die Bosch Tochter war neben Berlin und Tübingen in Paris und Madrid angetreten und dort vor allem am starken Wettbewerb gescheitert.

Das Startup emmy setzt auf seine eigenen orangenen E-Roller in Berlin, Hamburg und München und hat in Düsseldorf eine Kooperation mit den dortigen Stadtwerken, von daher sind die E-Roller dort grün. In Stuttgart betreut emmy die Elektroroller von stella, dem örtlichen Sharing Angebot in blauer Farbe. Seit dem Herbst ist emmy auch in der Stadt Wien mit einer E-Roller Flotte von zunächst 50 E-Schwalben unterwegs.

Besuch bei emmy in Berlin – der Sharing Marktführer setzt auf die elektrische Schwalbe als E-Roller

Im Ruhrgebiet ist der große E-Roller Sharing Anbieter evo-Sharing im gesamten Oberhausener Stadtgebiet und seit April 2019 auch in Essen zu finden. Dass diese E-Roller Services nicht nur auf Großstädte setzen beweist mit meli-sharing ein Anbieter aus meppen und lingen.

Der dominante französische Anbieter ist Cityscoot, der alleine in Paris mit mehreren Tausend E-Rollern vertreten ist. Weitere E-Roller von Cityscoot findet man in Nizza, hier können bei schönstem Wetter in besonders vielen Monaten die elektrischen Zweiräder genutzt werden. Auf dem spanischen Markt tummeln sich eine Reihe von Anbietern, denn das gute Wetter und die Großstädte Madrid und Barcelona mit ihrer gewachsenen Rollerkultur eignen sich perfekt für E-Roller Sharing. Hier heißen die großen Sharing Anbieter ecooltra, acciona, blinkee und scoot.

In den Niederlanden und Belgien erlauben mit felyx, CHECK und emco gleich drei Anbieter das Teilen von Elektrorollern und in Italien ist Scuter neben den E-Rollern von Cityscoot (Mailand und Rom) der größte Anbieter für Elektroroller Sharing.