OSRAM – Licht für eine bessere Welt

Geschichte und Gründung der OSRAM Group

Mit der Erfindung der Glühbirne beginnt auch die Geschichte von OSRAM. 1906 meldete Carl Auer Freiherr von Welsbach von der Auergesellschaft die Wortmarke „OSRAM“ beim kaiserlichen Patentamt in Berlin an. So wurde OSRAM zum Warenzeichen für „elektrische Glüh- und Bogenlichtlampen“. Die Wortneuschöpfung beinhaltet sowohl das Element Osmium wie auch Wolfram – die zwei Materialbestandteile der Glühwendel.

Erst 1919 aber wurde dann die OSRAM GmbH & KG ins Leben gerufen. Gegründet von Siemens & Halse, AEG und der Auergesellschaft unter anderem mit dem Ziel, internationalen Konkurrenten wie Philips die Stirn bieten zu können, zog der Lichthersteller 1954 von Berlin nach München.

Tatsächlich eigenständig ist OSRAM aber erst seit 2013. Davor gehörte OSRAM als eine 100%ige Tochter zur Siemens AG. Als CEO steht der OSRAM Gruppe seit 2015 Dr. Olaf Berlien vor, den finanziellen Bereich hat Ingo Bank als CFO unter sich. OSRAM beschäftigte 2018 rund 27.000 Mitarbeiter.

Neuausrichtung und aktuelle Geschäftsbereiche der OSRAM Group

Im Jahr 1999 bereits übernahm OSRAM die LED Sparte von Siemens. Ein Glück für den heutigen Konzern, der sich in seiner momentanen Neuausrichtung vom integrierten Lichthersteller zum Anbieter von Lichttechnologie entwickeln möchte. Unter #TheNewOSRAM will sich das Unternehmen zum „Hightech-Champion der Photonik“ mausern und sämtliche Anwendungen von sichtbarem und nicht-sichtbarem Licht anbieten und weiterentwickeln. Die große Vision: Licht für eine bessere Welt. Und: Zum globalen Technologie- und Marktführer im Bereich Fahrzeuglichttechnik aufsteigen.

Die drei großen strategischen Geschäftsfelder der OSRAM Group sind Automotive (AM), Opto Semiconducts (OS) und Digital (DI). Automotive umfasst sämtliche Lampen und Lichtmodule für Fahrzeuge, ebenso wie Sensoriksysteme, zum Beispiel LiDAR (light detection and ranging) zur Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Im Opto-Semiconducts-Bereich werden LED Komponenten für Smartphones und autonome Fahrzeuge gefertigt. Hier hat OSRAM stark in einen neuen Industriestandort in Kulim (Malaysia) investiert, an dem die neuesten LED-Chips gefertigt werden sollen.

Im Geschäftsbereich Digital sind alle Lichtanwendungen zusammengefasst, die mit Entertainment, Gesundheit und Wohlbefinden zu tun haben. Dazu zählen beispielsweise der Theater- und Filmbereich (ADB-Scheinwerfer) und die Kinobranche (Projektoren). Als spezieller Bereich sind noch die „Lichtrezepte“ zu nennen. Damit steigt OSRAM sozusagen auch in die Landwirtschaft und Botanik ein, um mit abgestimmten Lichtspektren Pflanzen beim Wachstum zu unterstützen.

Seine Kompetenzen sieht OSRAM in Mobilität, Sicherheit, Vernetzung und Wohlbefinden sowie Gesundheit unterteilt. Mit Licht will der Konzern mehr Komfort und Sicherheit im Straßenverkehr erreichen. Ebenfalls hat es sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, durch Licht mehr Sicherheit für Menschen und ihre Daten schaffen, Menschen und Technologie mit Licht zu verbinden und durch Licht das Wohl der Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern.

Zur OSRAM Gruppe gehören unter anderem das Joint Venture OSRAM Continental, Sylvania Automotive und ClayPaky (professionelle Beleuchtungssysteme).

Insgesamt ist OSRAM damit sehr breit aufgestellt, wobei der Mobilitätssektor einen großen Anteil in der Neuausrichtung des Konzerns einnimmt. Das klassische Leuchten- und Leuchten-Servicegeschäft, das OSRAM immer noch fortgeführt hat, wurde 2018 einer Überprüfung unterzogen und als nicht mehr zur strategischen Ausrichtung passend befunden. OSRAM hat daher vor, sich von diesem Bereich zu trennen.

Finanzielle Situation der OSRAM Group

OSRAM ist seit 2013 am MDAX in Frankfurt am Main gelistet. Im Jahr 2018 erzielte der Konzern einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro, was weniger war als im Vorjahr. Dadurch fiel auch das bereinigte EBITDA von 695 Mio. auf 605 Mio. Euro.