Magna – der Allrounder unter den Zulieferern

Die meisten in Deutschland werden den Automobilzulieferer Magna daher kennen, dass der Megakonzern 2009 Opel übernehmen wollte. General Motors zog damals aber im letzten Augenblick sein Angebot zurück und der Autokonzern aus Rüsselsheim blieb Teil des Konzerns.

Die Historie und die Gründung von Magna International Inc.

Im Jahr 1957 gründete der Austro-Kanadier Frank Stronach in Toronto ein kleines Werkzeug- und Formenbauunternehmen mit dem Namen Multimatic. Zwei Jahre später erhielt er bereits den ersten Auftrag von General Motors. Weitere Aufträge u.a. für Ford folgten und Stronach konnte ein zweites Werk in den USA eröffnen. 1969 erfolgte die Fusion mit der Magna Electronics Corporation Ltd., einem Unternehmen für Rüstungselektronik. Vier Jahre später wurde das Unternehmen in Magna International Inc. umbenannt und bezog sein erstes Hauptquartier im kanadischen Toronto. 1998 wanderte Magna dann zu seinem heutigen Firmensitz nach Aurora in Ontario.

Über die Jahre hinweg hat sich Magna zu einem richtigen Allrounder unter den Zulieferern in der Autoindustrie entwickelt. Angefangen hatte alles mit den Metallhalterung für Sonnenbrillen, die von GM bestellt worden waren. Ölfilter wurden an Ford geliefert, darauf folgten Stoßfänger, hergestellt mit einem neuen Verfahren (Reaktionsspritzgussverfahren / Reaction-Injection-Moulding), und die Mitarbeit am Kindersicherheitssitz (1989). Dieser wurde vom renommierten Smithsonian Institute aus den USA zur Erfindung des Jahrzehnts ausgezeichnet.

2008 gab Magna den Startschuss zur Entwicklung eines Elektroautos – und ist seither stetig dabei, die Zukunft der Mobilität mitzugestalten.

An der Spitze des Unternehmens steht seit 2010 der Kanadier Donald J. Walker als CEO. CFO ist Vincent J. Galifi. Der Zulieferer Magna ist auf mittlerweile vier Kontinenten und in 27 Ländern vertreten mit 340 Produktionsstätten und 89 Entwicklungs-, Engineering- und Vertriebszentren vertreten. Nach eigenen Angaben arbeiten mehr als 173.000 Menschen für den Konzern.

Geschäftsbereiche und Schwerpunkte des Zulieferers Magna

Die vier großen Bereiche von Magna sind Außenausstattung & Karosseriebau (Magna Exteriors, Cosma), Antriebs- und Sichtsysteme (Magna Steyr, Magna Powertrain, Magna Lighting, Magna Mirrors, Magna Closures, Magna Electronics), sowie Sitzsysteme (Magna Seating) und Gesamtfahrzeuge. Letzterer Bereich ist einer von Magnas Besonderheiten, denn das Unternehmen fertigt markenunabhängig komplette Fahrzeuge in seiner Fabrik in Graz für andere Automobilhersteller. Momentan sind das BMW, Daimler und Jaguar Land Rover.

Zu den sonstigen Kunden zählt der kanadische Zulieferer beinahe sämtliche Autohersteller dieser Welt. Das sind 58 OEMs, darunter natürlich Daimler, BMW, VW und Co. Aber auch ZF gehört zu seinen auf Tier 1 Ebene zu seinen Kunden. Ebenso MAN, Scania und IVECO im LKW-Bereich und John Deer und Caterpillar bei den non-automotives.

Neben Qualität und Preis-Leistung liegt der große Schwerpunkt bei Magna auf der Innovation. Themen wie Smart Factory und Vernetzung im Allgemeinen, autonomes Fahren, die Förderung von Startups und der Einstieg in Formel E stehen auf der Liste. Im Bereich des autonomen Fahrens hat Magna die MAX4 Plattform entwickelt. Diese kann nach eigenen Angaben in jedes Auto integriert werden und ermöglicht autonomes Fahren auf Level 4.

Einstieg des Zulieferer Unternehmens Magna in die Formel E

In der Formel E ist Magna als Hauptpartner im BMW i Andretti Motorsportteam eingestiegen – das erste Mal überhaupt in der 61-jährigen Unternehmensgeschichte.

Mit all diesem Engagement will Magna seine Stellung als Mobilitätspionier ausbauen. Daher hat auch Magna ein Startup-Programm – „Leading Mobility“ – zusammen mit internationalen Startups ins Leben gerufen.

Die finanzielle Situation des Zulieferers Magna

Magna International verzeichnete im Jahr 2017 einen Umsatz von rund 39 Milliarden US-Dollar. Das bedeutete einen Anstieg von sieben Prozent zum Vorjahr. Für das Jahr 2018 kann ein weiterer Anstieg erwartet werden. Das Unternehmen ist an der New York Stock Exchange (NYSE) und der Toronto Stock Exchange (MG) gelistet.