Artega GmbH – Spezialist für Elektrofahrzeuge

Geschichte und Gründung des Zulieferers Artega GmbH

Die Gründung von Artega liegt noch gar nicht so lange zurück. Erst 2006 wurde der Sportwagenhersteller und Auftragsfertiger in Delbrück in Westfalen von Klaus Dieter Frers gegründet – ursprünglich als Referenzprojekt und Visitenkarte für die paragon AG. Hergestellt wurde der Artega GT, ein Sportwagen der Premiumklasse. Dieser wurde 2007 auf dem Automobilsalon in Genf erstmalig vorgestellt.

Mit dem Ziel Technologieinnovation anzuführen brillierte der Artega GT als Studie eines erfolgreichen Schrittes in die Zukunft durch die paragon AG, einem renommierten Zulieferer für Automobilelektronik aus dem ostwestfälischen Delbrück. Denn eine Plattform zu haben, auf der man die eigenen Technologien vorzeigen könne, schien dem Automobilzulieferer ein entscheidender Erfolgsfaktor zu sein. Doch deren Vorstandsvorsitzender und Artega-Initiator schöpfte das Potential des formvollendeten und technologisch ausgereiften Elektro-Sportlers noch weiter aus und produzierte den Premium Sportwagen in Kleinserie.

Der Artega GT – zunächst gefeiert, dann Teil der Insolvenz

Mit Erfolg. Die Automobilwelt feierte den Artega GT bei seiner Premiere auf dem Genfer Autosalon 2007 – mit beeindruckenden 4,8 Sekunden von 0 auf 100 wurde der Artega GT von der Presse als „Porsche-Killer aus der Provinz“ betitelt, Investoren warben um ihre Förderkraft und Kunden scheinen nicht mehr warten zu können. Zwei Jahre später geht der Flitzer in die Produktion. Doch die Beteiligung von branchenfremden Investoren, bedingt eine Umstrukturierung in der Geschäftsführung. Nach längeren Produktionsstopps und einschneidenden Modifizierungen bröckelt die Euphorie und das geplante Elektrofahrzeug kommt nicht rechtzeitig an den Start. Es wurden insgesamt 153 Fahrzeuge gefertigt.

Schlussendlich das Aus. Im September 2012 verlieren Investoren und Förderer das Vertrauen in einen Erfolg des Unternehmens und drehen den Geldhahn ab. Ein bitterer Schlag, den der Vater des Artega und paragon-Chef Klaus D. Frers so nicht vorhergesehen hat.

Die Geschäftsbereiche der Artega GmbH

Das zweite Standbein ist die Auftragsfertigung von Fahrzeugen für externe Kunden. Auf der einen Seite ist Artega Spezialist für die Leichtbauweise, auf der anderen Seite entwickelt es zusammen mit den Kunden „maßgeschneiderte Antriebssysteme“ für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Dazu zählen Parallel-Plug-in Hybride und Hybride mit Range Extender. Die Artega GmbH bietet seinen Kunden sowohl das Wissen um die Gesamtfahrzeugentwicklung, als auch eine reine Systemintegration an.

Mutterkonzern der Artega GmbH ist die paragon AG. 1988 gegründet, ebenfalls von Klaus Dieter Frers, hat sich dieses Unternehmen auf Elektronik (Bordvernetzung, Mikrofone, Ladeschalen), Anzeige- und Bediensysteme sowie Karosserie-Kinematik spezialisiert. Artega arbeitet eng mit der paragon AG zusammen. Ebenso mit deren Tochterunternehmen Voltabox, die Lithium-Ionen Batteriesysteme und Elektromotoren herstellt.

Dadurch ist es auch möglich, dass die Artega GmbH von der Fahrzeugkonzeption, über die Materialbeschaffung, die Herstellung von Prototypen, die konkrete Serienfertigung, die Belastungs- und Sicherheitstests bis zum fertig zugelassenen Fahrzeug alle Stationen übernehmen kann.

Die neuesten Projekte des westfälischen Zulieferers Artega GmbH

Der neueste Auftrag kommt von der Micro Mobility Systems AG – einem Familienunternehmen aus der Schweiz. Diese hat zusammen mit der Tecno Meccanica Imola (TMI) den Microlino entwickelt. Dieses elektrische Mini-Fahrzeug, das vom Aussehen her stark an die Kabinenroller der 50er Jahre angelehnt ist, ist ein Leichtbaufahrzeug. Der mit 2 Sitzen ausgestattete Microlino wird elektrisch betrieben und kann an jeder Steckdose aufgeladen werden. Mit 2,40 Metern Länge und 1,50 Metern Breite wird man mit dem Microlino auch in jede noch so kleine Lücke einparken können. Der Preise pro Stück beginnt bei ca. 12.000 Euro.

Die Artega GmbH hatte die TMI im November letzten Jahres erworben und ist damit noch weiter in den Bereich der elektrischen Mobilität eingestiegen. Ab Januar 2019 soll das Delbrücker Unternehmen den Microlino in Serie produzieren. 8.000 Einheiten pro Jahr sind als Stückzahl geplant – im Gegensatz dazu: 15.000 Vorbestellungen des Microlino Elektrofahrzeuges sind bereits im Voraus bei der Micro Mobility Systems AG eingegangen.

Leider haben sich die beiden Partner Artega und Microlino im Rahmen des Baus des kleinen Elektroautos zerstritten. Es bleibt abzusehen ob die beiden Partner den Microlino zusammen bauen werden.

Artega als alternativer Sportwagenhersteller

Frers sieht die Artega GmbH auch als „alternativen Sportwagenhersteller“. Diese sieht er als die Zukunft der urbanen Mobilität. Und noch ein Projekt steht bei Artega momentan in den Startlöchern. Ein weiterer Supersportwagen mit dem Namen Artega Scalo Superelletra. Der Name setzt sich aus den Worten superleggera (superleicht) und elletro (elektrisch) zusammen – es soll also ein superleichter Sportwagen werden – elektrisch und alltagstauglich. 2019 sollen die ersten Prototypen angefertigt und erprobt werden. Die Artega GmbH will auch hier neue Maßstäbe im Sportwagensegment setzen.