Paketlieferung mit dem E-Transporter – Zukunftsmusik oder bald Alltag?

Lieferfahrzeuge sind meist dieselbetrieben, schwer und fahren täglich viele Kilometer in innerstädtischem Stop-and-Go-Verkehr. In Bezug auf Umwelt und Luftqualität verzeichnen sie nach Lkws eine der schlechtesten Bilanzen auf der Straße.

Wie auch im PKW-Markt versprechen Elektro-Transporter eine umweltfreundliche Alternative. Doch ein Elektro-Transporter, Elektro-Kastenwagen oder Lieferwagen mit Elektroantrieb sorgen nicht nur für ein gutes ökologisches Gewissen. Unternehmen erlauben die elektrisch betriebenen Nutzfahrzeuge Geld zu sparen, Fahrverbote zu umgehen und weniger Steuern zu zahlen.

Wir stellen Vor- und Nachteile von e-Transportern vor und erklären einige der wichtigsten Alternativen zum Dieselfahrzeug und wo diese Fahrzeuge zum Einsatz kommen.

Vor- und Nachteile eines Elektrotransporters

Was für einen e-Transporter spricht

Die Dieselskandale der letzten Jahre haben unter anderem Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in bestimmten städtischen Bereichen zur Folge gehabt. Hiervon sind hauptsächlich Innenstädte betroffen. Das macht die Arbeit – gerade für Dienstleistungsunternehmen – schwierig, die mit einem Transporter zu Kunden fahren. In Zukunft kann das zu einem großen Problem werden, wenn beispielsweise ein alter Transporter auf einmal nicht mehr fahren darf und Dieselverbotszonen ausgeweitet werden. Solche Verbotszonen gelten für einen Elektrotransporter natürlich nicht.

Weiterhin sind Elektrofahrzeuge deutlich seltener zu warten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass in E-Motoren weniger Teile verbaut sind, da viele für Verbrennungsmotoren notwendige Mechanismen wegfallen, so zum Beispiel der Auspuff. Dadurch senkt ein Elektrofahrzeug die Kosten, die für Wartung und Reparatur anfallen (und die indirekten Kosten, die durch den Ausfall des Fahrzeugs entstehen). Für Unternehmen lohnt sich ein Elektrotransporter gerade deswegen besonders, weil Strom für geschäftliche Kunden vergleichbar günstig ist.

Ein weiterer Vorteil eines E-Transporters sind die momentanen steuerlichen Vorzüge und Förderungen. Wer bis Ende Juni 2019 einen Transporter mit Elektroantrieb kauft, bekommt vom Staat 4.000 Euro. Bis 2020 sind Elektrotransporter auch von der KFZ-Steuer befreit und zahlen danach nur die Hälfte der Steuern, die für einen Wagen mit Verbrennungsmotor anfallen würden.

Auch wenn es nicht direkt zu Buche schlägt: Elektroautos fahren sich einfach besser. Wer für seine Arbeit täglich stundenlang im Transporter sitzt, freut sich über weniger Lärm und eine gleichmäßigere Beschleunigung beim Anfahren.

Welche Schwächen haben Transporter mit Elektroantrieb noch?

Wie bei nahezu allen Elektrofahrzeugen ist die Reichweite der Elektrofahrzeuge noch relativ gering. Die meisten Transporter schaffen zwischen 200 und 300 Kilometern mit einer Ladung. Das ist vollkommen ausreichend, um beispielsweise einen Tag lang in einer Großstadt Pakete auszuliefern oder ein paar Kundentermine wahrzunehmen. Wessen Einzugsgebiet allerdings größer ist, der wird mit einem reinen E-Transporter momentan nicht adäquat arbeiten können und sollte eher zu einer Hybrid-Variante greifen.

Trotz innovativen Auflade-Technologien und einer wachsenden Anzahl von Ladesäulen lässt leider auch die Infrastruktur gegenwärtig noch zu wünschen übrig. So empfiehlt es sich, vor dem Kauf sicherzustellen, dass genug Auflademöglichkeiten vorhanden sind.

Zuletzt kosten Transporter mit Elektroantrieb in der Anschaffung in der Regel immer mehr als Dieseltransporter. Der hohe Anschaffungspreis ist jedoch eher als Investition zu sehen, da die niedrigeren Betriebskosten und steuerlichen Vorteile den Einkaufspreis mittel- bis langfristig wieder wettmachen.

Es lässt sich also sagen, dass sich ein Elektro-Transporter gerade dann lohnt, wenn das Gebiet, das befahren werden soll, zum Beispiel in einer Großstadt liegt. Wer allerdings in einer ländlichen Region ohne gute Elektro-Infrastruktur arbeitet, der sollte zur Hybrid-Alternative greifen.

E-Mobilität großartig umgesetzt: Die Elektroautos der Deutschen Post/DHL

Wie Elektrotransporter in den Alltag großer Unternehmen eingebunden werden können, zeigt die Deutsche Post/DHL. Mit circa 10.000 elektrischen Transportern der Marke StreetScooter in der Flotte arbeitet die Post mit immer mehr elektrischen Lieferfahrzeugen.

Dabei dienen die Elektrofahrzeuge hauptsächlich der Paketzustellung – eine Aufgabe, für die die Reichweite der Transporter locker reicht. Die Deutsche Post/DHL spart so viel Geld und zeigt sich umweltbewusst. Inzwischen ist StreetScooter ein Bestandteil der Deutsche Post/DHL, denn das Startup wurde gekauft und in den Dienstleister integriert. Neben dem Stammwerk in Aachen wurde inzwischen in Düren eine zweite Produktionsstätte eröffnet. Zusätzlich arbeitet Streetscooter gemeinsam mit den Kölner Ford Werken am Streetscooter Work XL und bietet somit eine ganze Reihe an Elektrofahrzeugen für das emissionsfreie Ausliefern von Paketen.

Wie sieht die Zukunft der E-Transporter aus?

Elektrotransporter werden schon bald häufiger auf den Straßen zu sehen sein. Mit steigenden Absatzzahlen sinken die Preise für Elektrotransporter und mit immer mehr Elektrotankstellen steigt die Attraktivität der umweltfreundlichen Transportalternative. Gerade Elektro-Kleintransporter werden zunehmend an Beliebtheit gewinnen. Auch können wir davon ausgehen, dass die Reichweiten von Elektrofahrzeugen mittelfristig 1.000 Kilometer übersteigen werden (schließlich sind sogar schon Elektro-Lkws mit 800 Kilometer Reichweite geplant). Die Durchführbarkeit von Kurierfahrten durchs ganze Land mit E-Transportern rückt somit in greifbare Nähe.