Werkstätten für Elektrofahrzeuge

Werkstätten für Elektrofahrzeuge
In Zukunft erwarten wir einen Elektroauto-Boom

In den nächsten Jahren erwarten wir in Deutschland einen Elektroauto-Boom – viele Autohersteller rüsten für eine Zukunft der Elektromobilität auf. Viele neue E-Modelle sind geplant, darunter beispielsweise der beliebte Mini als Elektroauto, der Mercedes EQC und eine komplette vollelektrische Fahrzeugfamilie von VW.

Doch für diesen Elektroauto-Boom muss auch die dazugehörige Infrastruktur bereitgestellt werden. Es mangelt nach wie vor an Lademöglichkeiten; auch Fahrschulen greifen nicht oft zu Elektroautos für die Fahrausbildung.

Dazu kommt auch ein Mangel an Werkstätten für die Reparatur und Wartung von Elektrofahrzeugen. Die Probleme: Elektroautos sind relativ wartungsarm, was durch einen Stromer-Boom dazu führen könnte, dass viele Arbeitsplätze in Kfz-Werkstätten gefährdet werden. Werkstätten müssen zusätzlich mit hohen Personal- und Materialkosten für die Erstausbildung ihrer Techniker und Wartungskräfte rechnen.

Werkstätten für Elektrofahrzeuge
Den Elektroanschluss verstehen und bedienen.

Im Folgenden beschreiben wir die Lage bezüglich der E-Auto Werkstätten in Deutschland und berichten über die Aussichten für die Zukunft der Werkstätten.

Mangel an Werkstätten für Elektroautos: bislang gibt es zu wenig Bedarf und eine umfangreiche Zusatzausbildung

Generell gilt: wer als Kfz-Mechaniker an Elektrofahrzeugen arbeiten möchte, braucht eine Zusatzqualifizierung. Dabei handelt es sich um viele und teure Unterrichtsstunden. Besonders für freie Werkstätten ist dies auf den ersten Blick nicht sehr gewinnbringend.

Denn Stand 2019 sind vergleichsweise noch wenig Elektroautos auf den deutschen Straßen zu sehen. Zudem benötigen Elektrofahrzeuge verhältnismäßig wenig Wartung – Probleme wie Bremsverschleiß und Ölwechsel fallen nicht an. Laut Daten des TÜV Süd verfügen daher weniger als 20 Prozent der Autowerkstätten in Deutschland über Mechaniker, die die Zusatzqualifizierung für E-Autos besitzen.

Sollte es daher weiterhin bergauf gehen mit der E-Mobilität in den nächsten Jahren, könnte dies dazu führen, dass Werkstätten sich umpositionieren müssen. Das sollte sich jedoch nicht zu sehr auf die Umsatzzahlen auswirken, denn reguläre Inspektionstermine, die Überprüfung der Bremsen oder Reifenwechsel sind auch bei Elektrofahrzeugen Pflicht.

Werkstätten für Elektrofahrzeuge
Werkstätten für elektrische Lkw sind bislang rar

Es geht langsam bergauf mit den Werkstätten für Elektroautos: mehr qualifiziertes Personal und mehr Werkstätten für die Zukunft

Der Mangel an Werkstätten für Elektroautos soll sich in Zukunft ändern. Denn, laut Informationen der Akademie Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, erwerben immer mehr Kfz-Mechaniker die Zusatzqualifizierung, die ihnen erlaubt, an Elektrofahrzeugen zu arbeiten. Die entsprechenden Schulungen werden von der Akademie bereits seit 2009 angeboten.

Auch große Werkstätten wie Bosch Car Service oder A.T.U. melden immer mehr Mitarbeiter, die qualifiziert sind, um bei strombetriebenen Autos Hand anzulegen. Das sollte in Zukunft dem steigenden Bedarf an Elektroauto-Wartung gerecht werden.

Die große Chance der herstellerunabhängigen Werkstätten

Die derzeitigen Probleme der klassischen Automobilhersteller wie BMW, Daimler oder VW, elektrische Fahrzeuge in großer Stückzahl auf die Straße zu bringen, ist gleichzeitig die Chance der kleinen, unabhängigen Servicestellen. Die neuen Hersteller für Elektroautos wie etwa Microlino, Sion von Sono Motors, die chinesischen NIO, Byton oder Faraday Future benötigen allesamt Partner für die Auslieferung und Betreuung ihrer Fahrzeuge. Auch wenn sich die Dienstleistungen deutlich von denen einer klassischen Werkstatt für Verbrennerfahrzeuge unterscheidet, so kommen in den nächsten Jahren viele Fahrzeuge von diesen alternativen Herstellern auf den Markt. Eine Riesenchance also für Bosch, A.T.U und Co.

Unser Fazit zu dem Mangel an E-Auto Werkstätten und der Zukunft der E-Mobilität in Deutschland

Für uns steht eine Sache fest: der Boom der E-Autos wird kommen. Daher müssen, neben Ladeinfrastruktur, auch Wartungsmöglichkeiten bereitgestellt werden. Die neuen Anbieter von Elektroautos werden für einen Nachfrageschub bei den freien, ungebundenen Werkstätten führen.

Eine Umfrage „Qualität ist Mehrwert“ des Magazins Ecomento zum Thema Elektromobilität ergab, dass drei Viertel aller 700 teilnehmenden Werkstätten in Deutschland fest davon ausgeht, dass die E-Mobilität ihr alltägliches Geschäft verändern wird. Über 60 Prozent der Werkstätten sehen vor, Geld in Fortbildungen und Equipment für das Instandsetzen von E-Autos zu investieren.

Das klingt doch schon mal gut – die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch und bezüglich des Mangels an Werkstätten tut sich auch etwas. Wir bleiben selbstverständlich dran und beobachten diese Entwicklung weiter.