Elektroauto Ladestation

Bitte einmal volltanken! An der elektrischen Zapfsäule funktioniert das anders als bei der Tankfüllung mit Treibstoff. Wir erklären, welche Arten es gibt, sein E-Fahrzeug zu laden, was das Aufladen kostet und wie man die nächstgelegene Elektroauto Ladestation findet.

Elektroautos können, unabhängig vom Modell, auf drei Arten aufgeladen werden:

  • per Steckdose
  • per Wallbox
  • an einer öffentlichen Ladesäule

Unterschiede gibt es vor allem in puncto Bequemlichkeit, Kosten und Bezahlmethoden. Während das Laden eines Elektroautos über die Steckdose oder Wallbox zuhause erfolgen kann, versorgen öffentliche Ladestationen den Motor unterwegs mit neuer Energie.

Welche Ladesäulen gibt es und wie funktionieren sie?

Der Großteil der öffentlichen Ladestationen für Elektroautos sind AC-Ladesäulen, die umgangssprachlich meist als „normale“ Ladesäulen oder Normal Charger bezeichnet werden. Sie führen dreiphasigen Wechselstrom, der durch das Ladegerät im Auto in Gleichstrom umgewandelt wird. Das Aufladen erfolgt so deutlich schneller als über die Stromstärke einer haushaltsüblichen Steckdose. Es gibt aber auch so genannte Schnellladepunkte oder Super Charger. Hier wird der Strom mit einer Mindestladeleistung von 50 Kilowatt übertragen.

Sicher auch bei Regen, Sturm und Blitzschlag: Technisch müssen Ladesäulen für E-Fahrzeuge strenge Standards erfüllen – und zwar unabhängig davon, ob sie öffentlich oder privat betrieben werden.

Private und öffentliche Elektroauto Ladestationen

Bei der Infrastruktur gibt es Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Ladeanbietern. Das bezieht sich nicht auf ihren Standort, sondern primär auf ihren Betreiber. Private Elektroauto Ladestationen werden von Privatpersonen für die Umgebung „freigegeben“. Öffentliche Ladestationen stellen Unternehmen, Einrichtungen oder die Stadtverwaltung bereit.

Öffentliche Anbieter von Elektroauto Ladestationen

In Deutschland bieten viele Energieversorger, wie innogy, EnBW oder der Bayerische Verbund E-WALD, ein Netz an öffentlichen Elektroauto Ladestationen an. Modelle wie das von ENTEGA funktionieren mit einer Lade-Flatrate zu einem monatlichen Fixpreis. Einige Unternehmen, darunter die Telekom oder IKEA, betreiben ihre eigenen Ladestationen. Das in Holland bereits bewährte Netz Fastned gibt es inzwischen auch in Deutschland: Die Schnellladestationen versprechen bis zu 80 Prozent Akkuladung in 20 Minuten.

Bei vielen Autoherstellern finden sich inzwischen E-Ladestationen vor den Autohäusern: so zum Beispiel bei BMW, Renault, Volkswagen oder Tesla. Der Nachteil: Diese stehen nur Fahrzeugen der jeweiligen Marke zur Verfügung.

Zu den bestausgebauten Netzen gehören derzeit Plugsurfing und NewMotion. Sie ermöglichen das Laden an nahezu allen Ladestationen in Europa, genannt „Roaming“. Per App finden Besitzer von E-Fahrzeugen immer die nächstgelegene Zapfsäule. In Deutschland ist es gesetzlich geregelt, dass jedes E-Auto an jeder öffentlichen Ladesäule ladefähig sein muss. Nicht einheitlich ist aber die Preisgestaltung: Darüber entscheidet der Betreiber.

Eine Besonderheit baut derzeit ein Konsortium von BMW, Daimler, VW und Ford auf. Unter dem Namen IONITY werden bis zu 400 Schnellladestationen europaweit aufgebaut. Sie sind vor allem an den Autobahnen und großen Bundesstraßen zu finden. Das Ziel ist es, durch die Schnelllader flächendeckend eine Stromversorgung für Reisende zu schaffen, vergleichbar dem Netzwerk der Tesla Super Charger.

So wird an der elektrischen Ladestation bezahlt

In der Regel werden für die Bezahlung an der elektrischen Zapfsäule ein Smartphone und eine Kreditkarte benötigt. Dazu installiert man entweder eine entsprechende App, die dann auch gleich als Ladesäulen-Finder und beim Preisvergleich hilft, und lädt das eigene Konto online auf. Aber auch die einmalige Bezahlung direkt an der Säule via Kreditkarte ist möglich. Zum Teil ermöglichen Anbieter auch die Zahlung via PayPal. Manche Betreiber, wie etwa die Telekom, addieren den genutzten Strom über den Zeitraum eines Monats und rechnen im Folgemonat ab.

Elektroauto laden: Kosten

Wie auch die Füllung des Treibstofftanks führt die Stromversorgung Ihres E-Fahrzeugs zu Kosten. Auf wie viel sich diese belaufen, ist abhängig von der Art und Dauer der Aufladung. An öffentlichen Ladestationen kommt der Energieschub teurer als zuhause. Abgerechnet wird meist nach Ladezeit per Stunde. Dieser Preis variiert leicht von Anbieter zu Anbieter, zwischen vier und fünf Euro pro Stunde sind Standard. Hier wird derzeit über eine gesetzliche Regelung des Eichrechtes versucht, einheitliche Regelungen für die normierte Abrechnung und den Nachweis des geladenen Stroms zu finden.

Schließt man sein Fahrzeug zuhause ans Stromnetz an, sind die Ladekosten pro Stunde niedriger. Bei Vielnutzung lohnt es sich also, über die Anschaffung einer privaten Wallbox nachzudenken.

Welches Kartensystem wird benötigt?

Noch hängt die Art des Bezahlsystems davon ab, von wem die Ladestation betrieben wird. Um die Ladesäulen bargeldlos per App oder Chipkarte zu nutzen, muss jeder Fahrer zunächst einen Vertrag mit dem Betreiber der Ladestation abschließen. So autorisiert er den Betreiber, Geld abzubuchen. Tipp: Bezahlnetzwerke wie plugsurfing.com oder ladenetz.de bündeln die Angebote und Verträge unterschiedlicher Anbieter, was den Bezahlvorgang erleichtert.

Elektroauto Ladestation finden

Die deutschlandweite Infrastruktur wird laufend weiter ausgebaut. Über 13.500 öffentliche Stromtankstellen gab es Ende 2018 in Deutschland – Tendenz stark steigend. Wo die nächstgelegene, freie Elektroauto-Ladestation ist, zeigen verschiedene Apps oder Websites, zum Beispiel der E-Tankstellen-Finder.