Das Manager Magazin berichtet von einem Vorstoß der SPD im Rahmen der Koalitionsgespräche. Dieser Vorschlag der SPD verspricht eine Verdopplung der bislang eingeführten Umweltprämie von 4.000 auf 8.000 Euro für Taxis und leichte Nutzfahrzeuge. Die Anforderungen von Taxi-Fahrern an deren Fahrzeuge sind hoch. Viele Taxifahrer haben Schichten, die über die 8 Stunden Arbeitszeit weit hinausgehen, etliche Kilometer werden am Tag zurückgelegt. Sind solche Strecken elektrisch möglich? Und würde eine Erhöhung der Kaufprämie die Fahrer zu einem Wechsel auf die elektrische Fortbewegung bewegen?

Situation in Deutschland

Weltweit sieht man den Toyota Prius oder Teslas Modelle im Einsatz als Taxi. Besonders in Städten wie Amsterdam ist die Rate von Tesla Model S als Taxi sehr hoch. Denn wer dort an den Flughafen per Taxi fahren möchte, der muss ein Elektrotaxi nehmen, alle anderen Taxi-Fahrzeuge sind verboten.  Jedoch hatten Elektroautos zeitweise ein typisch deutsches Problem. Wegen einer Eichverordnung duften viele der Autos nicht als Taxi zugelassen werden. Und dies betraf fast alle Modelle jeglicher Hersteller, bis auf Fahrzeuge  von Nissan.

Zulassungsverbot

Das Problem bezieht sich auf die Umrüstung. Am 1. November 2016 endete die Übergangsfrist einer neuen Eichverordnung für Taxameter. Laut dieser Verordnung können nur Fahrzeuge zugelassen werden, die vom Hersteller selbst als Taxis angeboten werden. Mittlerweile hat man nachgebessert und am 16.08.2017 ist die Zweite Verordnung zur Änderung der Mess- und Eichverordnung (MessEV) in Kraft getreten.

Beispiel Amsterdam

In Amsterdam sparen Besitzer bares Geld mit der Investition in ein eTaxi. Die Wartungskosten sind gering und eine nationale Förderung von 10.000 Euro pro Elektroauto kommt noch oben drauf. Taxi Unternehmen geben an ca. 200.000 Liter Diesel zu sparen und damit die CO2-Emissionen um 417 Tonnen zu senken.

Taxi Lobby glaubt nicht an Kaufprämie

Die Taxilobby glaubt nicht an einen positiven Effekt durch eine höhere Umweltprämie für Elektroautos. Die Unternehmen bemängeln die Ladesituation und fordern das vorhandene Ladesäulen im öffentlichen Raum auch für Taxis genutzt werden dürfen. Wir könnten uns vorstellen, dass hier das Bereithalterecht erweitert wird“, sagt Thomas Grätz, Geschäftsführer des (BZP) im Gespräch mit bizz energy. Man hat momentan noch das Henne Ei Problem, welches auch  nicht durch eine Erhöhung der Prämie gelöst wird. Grätz weiter: „Wenn die Ladeinfrastruktur nicht steht, wird allein die Erhöhung der Umweltprämie kein flächendeckender Erfolg werden können.“ Der entscheidende Punkt ist also die Ladeinfrastruktur.

„Für die vielen kleinen Unternehmen mit nur ein oder zwei Fahrzeugen hängt der Erfolg von E-Taxis davon ab, dass sie diese auch laden können“.

Elektrische Taxen möglich?

Kleine Taxi-Unternehmer, die im Zweischichtbetrieb arbeiteten, haben mit Elektrotaxen so ihre Probleme. „Dann fällt eine Schicht weg, weil das Fahrzeug entweder in der Nacht oder tagsüber geladen werden muss“, erklärt Grätz.

Bei dem Projekt GuEST wurden zwischen September 2014 und Februar 2015 über 24.600 Kilometer bei über 5.000 Kundenfahrten zurückgelegt. Die Unternehmer stellten dabei fest, dass ein echter Mehrschichtbetrieb momentan noch nicht umsetzbar ist. Die Batterie- und Ladetechnologie muss noch weiter voranschreiten um den Diesel Fahrzeugen den Rang abzulaufen.

Vorstoß der SPD

Der Vorschlag der SPD verspricht eine Verdopplung der bislang eingeführten Umweltprämie von 4.000 auf 8.000 Euro. Der SPD-Fraktionsvize Sören Bartol erneuerte jetzt nochmals den Vorstoß gegenüber der deutschen Presseagentur. Die SPD werde sich „bei der Umsetzung der vereinbarten Erhöhung“ auf 8.000 Euro orientieren, so wird berichtet.

Ladenhüter Umweltprämie

Eigentlich wollte man mit Hilfe eines Umweltbonus den Absatz neuer Elektrofahrzeuge zu fördern. Seit Juli 2016 können Käufer eines Elektroautos, oder Hybriden die Prämie beantragen. Nach bisherigen Planungen soll die Förderung am 30. Juni 2019 enden und 300.000 Fahrzeuge auf deutsche Straßen bringen. Der Blick auf die jüngste Zwischenbilanz zum Antragstand per 31. Januar 2018 ist jedoch ernüchternd. Bisher gibt es nur 50.963 Anträge für die Förderung und mit rund 170 Millionen Euro ist erst etwa ein Siebtel des Budgets von 1,2 Milliarden Euro ausgeschöpft.

Fazit

Die zukünftige Bundesregierung ist scheinbar wieder in die falsche Richtung unterwegs. Ich habe das Gefühl, das man zwanghaft versucht, die 1,2 Milliarden der Umweltprämie an den Mann zu bringen. Aber warum beschränkt man eine potenzielle Erhöhung auf leichte Nutzfahrzeuge? Warum nimmt man nicht ein Teil des Geldes und investiert ihn in eine flächendeckende Ladeinfrastruktur? Das würde den Besitzern von Taxis deutlich mehr entgegen kommen, als die Erhöhung der Prämie.

1 KOMMENTAR

  1. in Amsterdam um den flughafen herum mag das ja gehen mit den teslas. in Zürich sind es bereits 80% prius weil der der erste war mit mehr platz als der chevi volt.künftig werden die Koreaner auf diesem markt mitreden. die schweiz hat keine e auto prämie. nützt auch nichts für langstreckenfahrer für reine ev s.Taxifahrer waren schon immer„klemmsäckel„ die besten fuhren früher mb 200 d. mit hev und phev geht das heute noch günstiger.

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