Das israelische Startup ElectRoad hat eine Technologie entwickelt, die es Autofahrern ermöglichen soll, ihre Elektro-Autos problemlos und ohne Halt an der Ladestation laden zu können. Der Kerngedanke ist in der Elektrobranche nicht ganz neu. Erst vor einigen Monaten hat General Motors angekündigt die Idee des kabellosen Ladens der Elektroautos weiterentwickeln zu wollen. Dann könnte man beispielsweise beim Einkaufen das Auto auf den entsprechenden Parkplätzen auch ohne Ladestation aufladen.

ElectRoad denkt an diesem Punkt weiter. So hat das Startup unseres heutigen Startup-Tuesdays ein System vorgestellt, das sich in Straßen integrieren lässt und so vorbeifahrende E-Autos mit Strom versorgt.

Reichweite und Ladeinfrastruktur noch immer Hürde für Kauf-Interessierte

In ihrer aktuellen Studie macht die Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey & Company darauf aufmerksam, dass insbesondere E-Fahrzeug-Interessierte die geringe Reichweite der Autos und eine fehlende Ladeinfrastruktur in Deutschland kritisieren. E-Auto-Besitzer sorgen sich jedoch weitaus weniger um diese Herausforderungen. Der Ansatz von ElectRoad für induktives Laden während der Fahrt könnte das Image von Elektromobilität stärken.

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ElectRoad setzt Fokus auf den öffentlichen Verkehr

Das 2013 gegründete Unternehmen sieht sein Handlungsspektrum zum jetzigen Zeitpunkt im öffentlichen städtischen Verkehr und konzentriert sich insbesondere auf Busse. Denn Städte stünden unter hohem regulatorischen und gesellschaftlichen Druck, den öffentlichen Verkehr innovativ und grün zu entwickeln.

Das dynamische und kabellose Elektrifizierungssystem reduziert Gewicht und Kosten der Busse. Denn die Batterie mache in Elektrobussen bis zu einem Drittel des Gesamtgewichts aus und die Kosten, diese Batterien instand zu halten und alle paar Jahre auszuwechseln seien horrend. Eine kleine Batterie bleibt aber. Denn verlässt der Bus die elektrifizierte Strecke, so kann er mit der gespeicherten Energie noch etwa fünf Kilometer zurücklegen. PKWs kommen entsprechend weiter.

Umsetzbarkeit und Förderung

Die elektrischen Spulen werden über eine etwa acht Zentimeter tiefe Spur in den Asphalt integriert. Die Umrüstung von einem Straßenkilometer soll dabei weniger als einen Tag benötigen. Um emissionsfreies Fahren garantieren zu können, sollen im besten Fall ausschließlich erneuerbare Energien in das System eingespeist werden.

Im Oktober 2015 wurde das Startup mit dem Förderprogramm „Forschung und Innovation Horizont 2020“ unterstützt. So konnte das Unternehmen eine erste Teststrecke in Tel Aviv realisieren, die momentan aber ausschließlich Elektrobussen des Personennahverkehrs zur Verfügung steht. Ob das Projekt zukunftsfähig ist und dann auch privaten Elektroautos zugänglich gemacht wird, wird sich bald herausstellen.