eCascadia: Daimler macht Teslas Semi Konkurrenz

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Quelle: Daimler Trucks NA (bei Twitter)

Daimler steigt groß in den Wettbewerb mit Tesla ein. Mit dem eCascadia plant der Stuttgarter Autokonzern ernsthafte Konkurrenz zum Tesla Semi, der ab dem kommenden Jahr vom Band rollen soll.

Nach einem Testversuch soll die Serienfertigung des elektrischen Freightliners Cascadia im Jahr 2021 beginnen.

Was steckt unter der Haube?

Der eCascadia soll mit einem 730 PS-starken Elektromotor mit einem 550 kWh-Akkupack bestückt werden. Damit kann laut Daimler eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern erreicht werden. Innerhalb von 90 Minuten soll es gelingen, 80 Prozent der Leistung (also bis zu 320 Kilometer Reichweite) wieder aufzuladen. 

Dennoch räumte selbst Daimler-Trucks-Nordamerika-Chef Roger Nielsen ein, dass es noch einige offene Fragen gebe. Diese sind nicht nur, aber auch technischer Natur; zum einen plant Daimler die Reichweite noch in diesem Jahr in einem Testversuch mit 30 Fahrzeugen im realen Betrieb zu verifizieren, andererseits muss noch geklärt werden, wie die massiven Akkus im Hochsommer bestmögliche Kühlung erhalten. Zudem stellen sich noch strategische Fragen zum Beispiel beim Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur und der langfristigen Gesamtkosten und damit der Attraktivität eines eLKW für die Speditionen.

eCascadia vs. Tesla Semi

Bei der Präsentation wurde deutlich, dass der deutsche Automobilhersteller auf eine andere Strategie setzt, als die amerikanische Konkurrenz. Wie bereits berichtet, hatte Elon Musk für seinen Tesla Semi eine deutlich höhere Reichweite angesetzt. Mit bis zu 800 Kilometern in der höchsten Version soll die Tesla-Variante doppelt so weit pro Akkuladung fahren, als der Daimler. Selbst in der Basisausstattung ist der Tesla Semi an Reichweite voraus (480 km), wenn auch nicht mehr deutlich.

Daimler möchte mit den eLKW also nicht die Reichweite in den Mittelpunkt stellen. Laut Nielsen schränken die Batterien die eLKWs zudem die Zuladung ein, so dass der Kundenkreis eher bei Unternehmen mit einem festgelegten Radius und einem Geschäftsmodell, dass in der eng getakteten Logistik- und Lieferbranche, dennoch ausreichend Zeit für die Wiederaufladung lasse. Inwieweit der eLKW für Speditionen dann überhaupt interessant ist, bleibt noch offen.

Wie sich beide Fahrzeuge unter realen Betriebsbedinungen schlagen, bleibt ebenfalls abzuwarten. Daimler-Trucks-Vorstand Martin Daum geht dabei davon aus, dass Tesla seine Leistungsdaten nicht realisieren kann.

eCascadia nicht die einzige Daimler-eLKW-Variante

Vergangene Woche hatte Daimler in Portland zum Presse- und Aktionärsevent geladen. Neben dem eCascadia stellte Daimler Trucks noch ein weiteren eLKW vor: den eM2. Neben den beiden Fahrzeugen kündigte Daimler Trucks & Buses ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für automatisiertes Fahren an. Dieses soll in Portland in den USA entstehen – damit könnte Daimler den Druck auf Tesla weiter erhöhen. Auch bei eLKWs bleibt es spannend…

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