Fördermittel für Elektromobilität, zweiter Versuch. Die Prämie für Elektroautos haben wir in einem früheren Beitrag bereits kommentiert. Sie ist sichtlich kein hinreichender Anreiz für eine massenhafte Konversion deutscher Autofahrer zum aktiven Nutzer von Elektromobilität.

Vom Verbrennungsmotor trennt sich der deutsche Fahrzeuglenker nicht ganz so schnell. Die Dreifaltigkeit der Probleme heißt: zu teuer, mangelnde Reichweite der verfügbaren Elektroautos und zu schwierig im Handling. Es existieren nicht genügend Ladestationen. So klappt das nicht mit der reibungslosen Reise im Elektroauto von Büsum nach Schladming.

Elektrofahrräder boomen in Deutschland

Heute wollen wir einen kurzen Vergleich mit den Fahrrädern wagen. In den letzten Jahren ist die Gemeinde der Fahrer von eBikes rasant angestiegen. Sie waren quasi die Rettung für die Absatzprobleme europäischer Fahrradhersteller. Die deutlich gestiegene Reichweite macht das Radeln mit Elektromotor für alle Altersgruppen attraktiv.

Nach Einführung der Prämie für die Elektroautos kamen unverzüglich deutliche Rufe nach Förderung der Elektrofahrräder auf. Jene eBikes würden nicht nur den CO2-Ausstoß im Vergleich zu den Benzinern und Dieselkraftwagen verringern. Nein der innerstädtische Verkehr könne dank eBikes auch deutlich entlastet werden.

Die spezifische Förderung von eBikes wird bislang abgelehnt

Die Regierung hat bislang die Förderung von eBikes abgelehnt. Auch eine Abwrackprämie von Stadtautos bei Anschaffung eines Fahrrads findet nicht statt. Dieses erschien den Behörden zu kompliziert.

Doch es gibt sie, die Fördermöglichkeiten für die Anschaffung von eBikes. So hat zum Beispiel die Stadt München ein Schlupfloch für wirtschaftlich genutzte Fahrräder eingeführt. Seit dem 1. April 2016 werden wirtschaftlich genutzte Fahrräder für Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und Freiberufler mit bis zu 1.000 Euro gefördert. Da spielt es auch keine Rolle, ob das Fahrrad einen Elektromotor hat oder herkömmlich betrieben werden muss.

Der Vergleich mit dem Vorzeige-Land für Elektromobilität Norwegen

In diesem Jahr beobachtet man in Norwegen einen großen Sprung bei eBike Verkäufen. Die Gesamtzahl der verkauften Fahrräder ist rückläufig. Aber es werden die Elektrofahrräder dem Handel aus den Händen gerissen. Ihre Anzahl wird sich in diesem Jahr von 20.000 auf 40.000 verdoppeln und sich somit einen 10% Anteil an der Gesamtzahl von ca. 400.000 Fahrrädern sichern.

Was sind nun die Gründe für den Erfolg der eBikes in Norwegen. Zunächst einmal ist das Durchschnittseinkommen der Norweger hoch, das hilft sicherlich. Zusätzlich hat das Land einige Massnahmen zur Incentivierung der eBike Verkäufe eingeführt:

In der Hauptstadt Oslo wird durch den Stadtsenat die Anschaffung eines eBikes mit satten 550 Euro gefördert. Neben dem Ausbau des Radwegenetzes ist es in Norwegen besonders wichtig, im Winter für die notwendige Sicherheit für die Radfahrer zu sorgen. Die Radwege werden mit gleicher Sorgfalt und Geschwindigkeit von Schnee befreit wie die Straßen. Ladestationen für die eBikes sind genügend vorhanden und kostenlos nutzbar.

Abschließend verbleiben die gesundheitlichen Vorteile für den Einzelnen und damit die ganze norwegische Gesellschaft. Die Verbesserung der Luftqualität, die zunehmende Bewegung durch Nutzung des eBikes und der positive Effekt durch weniger Stress sind geschätzte Faktoren für ein gesünderes Leben.

Wenn das mal kein gutes Rollenmodell für andere Staaten ist.