Keine Lust auf eAutos? Die Liebe zum Verbrenner ist laut einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts Civey vom Sommer 2017 immer noch groß. Die EU-Kommission plante laut der FAZ bereits die Quote für Elektroautos, zwar wurde mittlerweile gegenüber Reuters ein Dementi ausgerufen: “Wir werden keine Quote für Elektroautos vorschlagen” Trotzdem: Welche Bedeutung hätte eine solche Quote für die Arbeitsplätze in der Automobilindustrie und die Pläne der Hersteller in der Batterienproduktion. Und haben die Deutschen überhaupt Lust auf eine elektrische Fortbewegung?

Keine Lust auf Elektroautos

Die deutsche Automobilindustrie war Jahre lang skandalsicher und dann kam plötzlich die Diesel Affäre. Die bis dato so beliebten Dieselmotoren standen in harscher Kritik, waren von einem auf den anderen Tag durch Softwaremanipulationen deutlich umweltschädlicher als bisher angenommen. Der eigentlich richtige Zeitpunkt für die Elektromobilität und den Tritt ins Scheinwerferlicht. Doch sind Elektroautos heute überhaupt eine Alternative für die deutschen Käufer? Die bereits zitierte repräsentative Onlineumfrage von Civey mit knapp 60.00 Befragten gibt einen Einblick.

Gründe gegen den eAuto-Kauf

Mehr als jeder dritte Deutsche bemängelt die fehlende Reichweite.
Ebenfalls fast ein Drittel findet Elektroautos zu teuer.
Jeder Achte bemängelt, die Ladesäulen Situation.
Also wie bereits in manchen Foren erwähnt RIP. Eigentlich bedeutet RIP Rest in Peace, beim Elektroauto steht es für Reichweite, Preis und Infrastruktur. Und damit auch irgendwie für Rest in Peace, da viele mit diesen 3 Punkten das Elektroauto abschreiben. Andere Gründe sind für die Nutzer kaum relevant.

Diese Einblicke zeigen deutlich auf, dass die Branche mehr Informationen für die Kunden bereitstellen muss. Mit der wenig angenommenen Umweltprämie können die Kosten für ein Elektroauto deutlich sinken, sogar nahe an die Kosten eines Verbrenners kommen. Die Reichweite der Elektroautos mit 200-300 km reicht eigentlich für die meisten Nutzer aus. „Das durchschnittliche Auto in Deutschland fährt laut Kraftfahrtbundesamt 14 000 Kilometer im Jahr, das sind knapp 40 Kilometer beziehungsweise eine Stunde Fahrzeit am Tag“, sagte BEM-Präsident Kurt Sigl. Machbar für jedes Elektroauto. Die Infrastruktur ist jedoch weiterhin eins der akutesten Probleme.

Nutzungsart Elektroauto

Wie bereits des Öfteren erwähnt, ist die Nutzungsart eines Elektroautos im Idealfall anders. In der Praxis lädt man sein Elektroauto oft nur 15 bis 20 Minuten. Mit einer gut ausgebauten Ladeinfrastruktur sind dabei kurze Lade-Stopps kein Problem. Das KFZ wird also geladen, wenn man kurz im Shopping Center ist, einen Stopp für einen Kaffee einlegt, in der Nacht schläft oder während der Arbeitszeit im Büro.

Jeder vierte Deutsche kann sich „auf jeden Fall“ vorstellen ein Elektroauto zu fahren, 60 Prozent der Deutschen können es sich grundsätzlich vorstellen. Jedoch nicht in der derzeitigen Situation, denn wenn sich der Käufer jetzt entscheiden müsste, würde jeder Achte immer noch Diesel fahren. Positiv: Inzwischen neigen die Käufer zu einem Hybrid-Antrieb (22 Prozent) und auch bis zu 15 Prozent zu einem reinen Elektroantrieb.

Der Umstieg auf E-Autos kostet Arbeitsplätze?

Ein anderer Grund die Elektromobilität auszubremsen, ist die Gefahr, dass die 600.000 Jobs in der Automobilbranche in Gefahr sein könnten. Eine neue Studie von Umweltverbänden und Autoindustrie widerspricht jetzt einer früheren Untersuchung und zeigt, dass die Elektromobilität kann auch neue Arbeitsplätze schaffen kann.

„Mehr als 600.000 der heutigen Industriearbeitsplätze“ sind „direkt oder indirekt“ gefährdet. So lautete die damalige Schreckensnachricht, die der Elektromobilität einen derben Dämpfer versetzte. Nun kommt eine Studie der European Climate Foundation (ECF) zu einem neuen Urteil: bis 2030 können insgesamt 145.000 Arbeitsplätze neu geschaffen werden. Mit an Bord der Studie waren Umweltverbände und Gewerkschaften mit Vertretern von Daimler, BMW, Volkswagen und dem VDA (Verband der Deutschen Automobilindustrie).

Christoph Wolff (European Climate Foundation) erklärte die positive Prognose: „Wir haben nicht nur untersucht, welche Folgen ein Umstieg für die Autoindustrie hat. Wir haben auch berücksichtigt, was in anderen Branchen passiert.“

Die Verkehrswende hin zu klimafreundlichen Autos kann Wirtschaftswachstum und Beschäftigung ankurbeln – ist jedoch mit Herausforderungen verbunden.

Es gibt also Gewinner und Verlierer der Verkehrswende und diese sind dieses Mal in die Berechnung mit eingeflossen. Besonders in der Dienstleistungs- und der Energiebranche könnte die eMobilität einen Aufschwung herbeiführen, da statt Öl der Strom in den Vordergrund rücken würde.

Quote für Elektroautos

Bei einem Treffen am Mittwoch vergangener Woche vereinbarte EU-Kommissar Maros Sefcovi mit dem deutschen Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig und Vertretern anderer EU-Länder eine gemeinsame Strategie für die zukünftige Herstellung von Batterien um einen großen Schub für Elektroautos auszulösen. Bereits im kommenden Monat will man die Pläne für saubere Fahrzeuge vorlegen und dies könnte, nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, auch eine Quote für Elektroautos beinhalten.

Demnach sollen bis 2030 mindestens 15 Prozent aller Neuwagen in Europa mit einem elektrischen oder mit einem anderen emissionsfreien Antrieb ausgestattet sein. Mittlerweile gilt: “Wir werden keine Quote für Elektroautos vorschlagen” so ein Sprecher der Kommission am Donnerstag.

Doch man prüfe mehrere Optionen, darunter war auch die verpflichtende Vorgaben, ebenso ein System, ähnlich dass der Chinesen. In China können Hersteller Punkte sammeln, wenn sie Fahrzeuge mit Hybrid oder reinem Elektroantrieb auf den Markt bringen. Eine bestimmte Punktvorgabe muss dabei gewährleistet werden.

Laut Studien keine Quote notwendig?

Sefcovic ließ weiter verlauten, dass Studien von einem Anteil von 25 Prozent Elektrofahrzeugen bereits 2025 ausgehen. Wenn dies eintreten würde, wäre eine Quote nicht notwendig.

Batterien Made in Germany

„Ich bin nicht bereit, diesen lukrativen Markt unseren Wettbewerbern zu überlassen“. Batterien scheinen die Zukunft. Ob im Handy, im Auto oder in vielen anderen Geräten. Batterien bieten ungeheure Marktchancen und die will Sefcovic ausnutzen. Man geht von einem Markt von 250 Milliarden Euro im Jahr 2025 aus. Vier bis fünf Millionen Jobs. Bisher dominieren asiatische Hersteller und das soll sich ändern.

Batterie-Allianz

Eine Batterie-Allianz soll breite Unterstützung liefern und den Aufbau einer Wertschöpfungskette in Europa gewährleisten. . Man will die gesamte Expertise bei Forschung und Entwicklung in Europa sammeln und damit den Druck von Politik und Bevölkerung entgegen wirken. Die neuen eAutos der Hersteller werden die Batterie Expertise in den kommenden Jahren brauchen.

Die nötigen Investitionen gehen in die Milliarden und die Autokonzerne verfolgen die Idee mit Hochdruck. Eine Allianz könnte die Investitionen sinnvoll aufteilen. VW will jedoch vorerst auf eine eigene Zellfertigung setzen, Daimler hat vor, fertige Batterien zusammensetzen und die Zellen nicht selber zu produzieren.

Fazit

Keine Lust auf eAutos? Jein, die Deutschen lieben zwar noch ihren Verbrenner, können sich aber in Zukunft vorstellen, elektrische Fortbewegung zu nutzen. Die Elektroautoquote 2030 kommt nicht, wäre so oder so etwas spät wirksam geworden. Es gibt bereits Länder, die deutlich drastischere Maßnahmen ergreifen, wie z.B. Großbritannien, die ab 2040 auf 0% Neuwagen mit Verbrennungsmotor setzen. Meiner Hoffnung nach, haben wir in 13 Jahren bereits eine Quote von 15% Elektroantrieb verwirklicht, sodass eine fest Quote in Deutschland gar nicht notwendig wäre.

Die eMobiliät wird Arbeitsplätze in der Automobilbranche gefährden und auslöschen. Das steht fest. Nur zeigt die neue Studie das andere Branchen auch Arbeitsplätze (145.000) gewinnen können. Die Arbeitsplätze in der Batterien Produktion von 4-5 Millionen im Gesamten, noch nicht mitgerechnet. Das bedeutet aber trotz alledem eine Umschichtung der Kompetenzen und die muss so schmerzfrei wie möglich geschehen. Daher sollte man frühzeitig schauen, Expertise im eigenen Unternehmen aufzubauen und Mitarbeiter schrittweise auf den Wandel vorzubereiten. Glauben Sie, dass dieser Wandel ohne große Verluste zu bewältigen ist? Ist eine Quote 2030 der richtige Weg und können wir die Asiaten noch im Bereich Batterie Know How überholen?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here