Shared Mobility könnte man in etwa übersetzen mit ‚gemeinsame Mobilität’, also die gemeinsame Nutzung eines Kraftfahrzeugs, Fahrrads, Rollers, Scooters oder eines anderen Verkehrsträgers. Hier wird dem Verkehrsteilnehmer oder dem Reisenden der kurzfristige Zugang zu den Verkehrsträgern nach Bedarf ermöglicht. Die globalen Sharing Spezialisten heißen UBER, Lyft, Lime, Bird oder citibike und stammen sämtlich aus den USA.

Die verschiedenen Arten des Sharing

Der Begriff „gemeinsame Mobilität“ umfasst die Formen des Carsharing, des persönlichen Carsharing (Peer-to-Peer-Carsharing und Fractional Ownership), des Bikesharing, des Scooter-Sharing, des traditionellen Ridesharing, der Transportnetzwerkunternehmen (oder Ridesourcing) und des e-Hail (Taxis). Sie kann auch flexible Transitdienste, einschließlich Mikrotransit, umfassen, die den Bus- und Bahnverkehr auf festen Strecken ergänzen.

Die gemeinsame Mobilität hat sich in den Städten der Welt nicht nur als innovativer Verkehrsträger zur Verbesserung der städtischen Mobilität, sondern auch als potenzielle Lösung für die Anbindung der ersten und letzten Meile an den öffentlichen Nahverkehr verbreitet. Leider gilt das bei einigen Fahrzeugtypen nicht für Deutschland. Besonders die E-Scooter fristen bislang ein Nischendasein. Es ist an der Zeit das zu ändern.

E-Scooter sind in Deutschland (noch) verboten

In Deutschland sind solche E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr nämlich komplett verboten. Wer hierzulande mit einem Tretroller mit E-Motor fährt, macht sich tatsächlich strafbar. Nach aktueller Rechtslage gelten motorbetriebene Fahrzeuge, die schneller als 6 km/h fahren, als Kraftfahrzeuge und benötigen damit zur Nutzung auf öffentlichen Wegen eine Zulassung, Führerschein und Versicherung.

Kaum jemand der Verantwortlichen für den Verkehr in unserem Lande konnte bislang erkennen, dass diese E-Scooter eine echte Alternative für Auto und Fahrrad in der Stadt sein können. Sie übernehmen den menschlichen Transport für die letzte Meile. Da diese Scooter in Deutschland verboten sind, gingen die Verkäufe der hiesigen Händler bislang stets in das europäische Ausland.

Verrückt ist dabei, dass der derzeit stärkst-wachsende Markt Frankreich ist. Auf den Champs-Élysées in Paris finden wir Jung und Alt mit ihren E-Scootern im Berufsverkehr. Und das, obwohl diese Fahrzeuge in Frankreich eigentlich verboten sind. Bleibt zu hoffen, dass das Bundesverkehrsministerium seinen Ankündigungen einer Zulassung auch zügig Taten folgen lässt.

Bird stürmt nach Paris

Und jetzt stürmt zusätzlich der Scooter-Verleiher Bird aus den USA in dieser Woche in die französische Hauptstadt. Für die aufgenommenen 300 Mio. Dollar aus der Finanzierungsrunde im Juli lassen sich diverse Städte weltweit angehen. Bird kündigte seinen Start in Paris an, gefolgt von einem Start in Tel Aviv in den darauffolgenden Wochen. Das Unternehmen teil mit, es werde mit kleinen Pilot-Programmen von 50 bis 100 Rollern beginnen. Das klingt geradezu vorsichtig im Vergleich zum Vorgehen im US Markt.

Wann es in Deutschland losgeht? Das werden wir dann sehen. Meine Hoffnung ist, dass wir diesen spannenden Teil der Mobility Bewegung nicht ausschließlich den US amerikanischen Anbietern überlassen.

 

Bildrechte: Michael Brecht – Mit meinem micro E-Scooter in Bayern unterwegs.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here