E-Mobility Allee lädt zum Dialog ein

0
E-Mobility Allee in Ostfildern

Die Belchenstraße in Ostfildern wurde Anfang Juni zur E-Mobility Allee (siehe Bericht vom 9. Juni) – am 30. Juni lud Netze BW Teilnehmer, Anwohner sowie Vertreter von Stadt und Land zum Dialog in die beschauliche Vorstadtidylle im Schwäbischen.

E-Mobility Allee hat ca. 50% Elektrofahrzeuge

Netze BW, als Tochter der EnBW für die Netze des baden-württembergischen Stromversorgern verantwortlich, hatte sich eine repräsentative Wohnstraße ausgesucht, um mit 10 Haushalten und 10 E-Fahrzeugen einen halbjährigen Test zu fahren. Dies entsprach genau den Projektvorgaben und stellt eine Quote von ca. 50% der Haushalte dar, die am gleichen Stromkabel hängen.

Dr. Martin Konermann, Geschäftsführer von Netze BW, war mit einem engagierten Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort und erläuterte, dass es wichtig sei, in der Realität zu verifizieren, ob die Simulationen über Stromverbrauch, Ladeverhalten, Ladedauer und -frequenz plausibel sind. „Powerpoints und wirkliches Leben sind oftmals doch unterschiedlich. Wer in der Realität Erfahrungen sammelt, wird es später leichter haben“, meinte der promovierte Elektroingenieur.

Super engagierte und kompetente Mitarbeiter im Dialog

Neben der technischen Kompetenz war besonders auffällig, dass die Mitarbeiter vor Ort mit voller Begeisterung über ihr Projekt in allen Facetten berichteten. Anhand eines Modells wurde gezeigt, wie zusätzlich zur Ladestation, die im oder vor dem Haus installiert, Batteriespeicher in 3 Ausbaustufen von Netze BW zur Verfügung gestellt werden, wenn es zu Ladeengpässen kommt.

Ladestation mit RFID Chip

Anlaufschwierigkeiten bei der Teilnehmerakquisition

Offensichtlich braucht Elektromobilität noch enorm viel Aufklärungsbedarf. Zur ersten Infoveranstaltung, zu der per Postwurfsendung eingeladen worden war, waren zunächst nur 7 potenzielle Teilnehmer gekommen. Erst durch Mund-zu-Mund-Propaganda konnten dann die notwendigen 10 Teilnehmer zur Teilnahme begeistert werden. Immerhin gab es ja für 6 Monate ein Elektrofahrzeug mit Ladestation und Stromzuschuss kostenfrei. Ein Rentner, der nun einen BMW i3 zur Verfügung hat, berichtete dem Autor, dass ihn die Türöffnung des i3 an Mercedes-Modelle aus den 1960er Jahren erinnert, die ihm damals schon besonders gut gefallen hatten.

Regelmäßiger Austausch und Projektbegleitung

Die Projektmitarbeiter stehen den Teilnehmern regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und bei Fragen zur Verfügung. Das Feedback der Teilnehmer soll auch dazu verwendet werden, bei größeren Roll-Outs auf die Ängste und Fragen von potenziellen Elektrofahrzeughaltern vorbereitet zu sein. „Erfahrung ist wichtiger als Geld“, erläuterte ein junger Ingenieur das Hauptziel des Feldversuchs.

Politik denkt voraus

Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Umweltministerium erläuterte in der abschließenden Podiumsdiskussion, dass nach 120 Jahren Automobilen auch die Zukunft der Mobilität aus Baden-Württemberg kommen soll. Dabei benannte er explizit die Konkurrenzsituation, die mit chinesischen Herstellern am Weltmarkt entsteht.

Baubürgermeisterin Barbara Bader betonte, dass es ihr vor allem darauf ankommt, dass man Erfahrungen beim Aufbau der E-Mobilitäts-Infrastruktur von bestehenden Wohngebieten sammelt, die man dann auf Erschliessungsprojekte von Neubaugebieten kostengünstig übertragen könne.

Unser Fazit: Ein Vorzeigeprojekt der Netze BW mit vollem Engagement seitens Unternehmen und Mitarbeitern, was sich auch in den begeisterten Teilnehmern widerspiegelt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here