Wir haben auf unserem Blog bereits einige Tests mit spannenden Elektroautos durchgeführt. Unsere Erfahrungsberichte zählen zu den meist gelesenen Posts auf dem Blog. Heute möchten wir Ihnen einen Vergleichstest von drei Einstiegsmodellen unter den Elektrofahrzeugen geben. Wir stellen diese Elektro-Einsteiger einander gegenüber.

Welche drei Elektro-Einstiegsmodelle stellen wir heute in unserem Vergleichstest vor?

Wenn ein Elektroauto für den Einstieg in Sachen Elektromobilität geeignet ist, dann ist es ein kleineres Stadtauto. Gerade in den Städten zeigen sich die enormen Vorteile des Elektroautos. Gewappnet gegen jedes potentielle Fahrverbot, abgas- und geräuscharm, spritzig und wendig: diese Aufzählung ließe sich gut und gerne weiter fortsetzen.

Von daher haben wir uns für drei Elektrofahrzeuge für die Stadt entschieden. Wir präsentieren den Dreikampf von Renault Zoe, smart EQ und dem Microlino. Die beiden erstgenannten Elektroautos sind bereits seit einiger Zeit auf unseren Straßen unterwegs. Der Microlino kommt ab diesem Sommer auf deutsche Straßen, ist jedoch aus unserer Sicht ein Kandidat, den man bewusst in den Dreikampf mit aufnehmen kann. Warum – lesen Sie selbst.

Die Renault Zoe als Marktführer unter den Elektroautos in Deutschland

Die Renault Zoe – ja sie ist weiblich – die Elektro-Ikone aus Frankreich, denn dort heißt es eben weiblich ‘la Voiture’. Die Zoe hat ihren eigenen Fanclub, sie ist unter den drei Einsteigern in unserem Vergleichstest das vielleicht ausgereifteste Elektrofahrzeug.

Hier lässt sich erleben, wie sich das Fahrvergnügen im Elektroauto tatsächlich anfühlt. Die Zoe ist für fünf Passagiere ausgelegt, bietet in der Realität vier Erwachsenen bequem Platz und wird sehr häufig von Frauen gefahren, die sie für die Kurzstrecken in der Stadt, zum Beispiel zur Krabbelgruppe, Kindergarten oder Schule einsetzen. Die Zoe ist tatsächlich der ideale Zweitwagen für die vielen Fahrten in der Stadt.

Der smart EQ als Zweisitzer aus dem Daimler Konzern

Der smart EQ aus dem Daimler Konzern ist ein wendiges Stadtfahrzeug, dessen Motorisierung ab dem Jahr 2020 ausschließlich elektrisch sein wird. Als smart fortwo, smart fortwo cabrio und smart forfour gibt es den kleinen Flitzer in drei Grundausstattungen, die fortwo Modelle jeweils mit zwei, die forfour smart Modelle jeweils mit vier Sitzplätzen. Als Parkwunder für die Stadt seit Jahren ein Klassiker, wendet der smart EQ quasi auf der Stelle und überzeugt mit erstklassigem Drehmoment.

Vergleichstest smart EQ und Microlino, Bildrechte: eMobilität der Blog

Der Microlino – noch nicht zu haben und doch einen echten Blick wert

Ein Elektroauto aus der Schweiz: nun hier zeigt sich, dass der Hersteller von Elektrofahrzeugen nicht mehr ausschließlich einer der großen OEMs sein muss. Die Familie Outboter aus Küsnacht bei Zürich entwickelte den Microlino, der von seiner Form her sehr stark der ehemaligen Isetta, die von BMW gebaut wurde, ähnelt. Ab diesem Jahr wird der Microlino gemeinsam mit dem westfälischen Zulieferer Artega gebaut.

Eine Sitzbank für zwei Personen, das Lenkrad mittig angesetzt und ein spartanisches Armaturenbrett erinnern eher an die Innenausstattungen der 60er Jahre. Doch wer einmal den Microlino getestet hat, der kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Größtes Plus des Microlino Elektrofahrzeuges: dieses Elektroauto ist ein echter Hingucker, ganz gleich ob Jung oder Alt. 10.000 Vorbestellungen gibt es bislang, davon die meisten von weiblichen Käufern. Voilà!

Die Reichweite und die Ladesituation der drei Elektroautos für Einsteiger im Überblick

Nun, die Reichweite eines Elektroautos hängt im wesentlichen von der gefahrenen Geschwindigkeit, dem persönlichen Fahrstil des Fahrers, der Topografie und den Wetterbedingungen ab. In den Tölzer Bergen im Winter mit durchgedrücktem Pedal ist es weit weniger förderlich für die Reichweite des eAutos, als ein entspanntes Dahin-surren an der Binnenalster in Hamburg. Klingt irgendwie logisch.

Renault Zoe an der Ladestation, Bildrechte: eMobilität der Blog

Und doch wollen wir die unterschiedlichen Reichweiten und die Ladelösungen der drei Einsteiger vergleichen, immer wissend, dass wir somit die vier Faktoren von oben einigermassen gleich und damit fair behandeln.

Reichweite und Ladesituation der drei Elektrofahrzeuge

ElektrofahrzeugBatteriekapazitätReichweiteBordlader
Microlino (kleine Batterie)8kWh125 kmTyp 2 Lader oder Haushaltssteckdose
Microlino (große Batterie)14.4 kWh200 kmTyp 2 Lader oder Haushaltssteckdose
Renault Zoe R9022 kWh216 km22 kW
Renault Zoe R90/R11041 kWh316 km22 kW
smart EQ fortwo17.6 kWh145-160 km4.6 (22) kW
smart EQ fortwo cabrio17.6 kWh145-159 km4.6 (22) kW
smart EQ forfour17.6 kWh137-155 km4.6 (22) kW

Anhand der Ladesituation und der Reichweite der drei Elektro-Einsteiger lässt sich gut erkennen, dass die Renault Zoe die ausgereifteste Elektro-Variante unter den drei Elektroautos darstellt. Sie ist in der großen Version durchaus auch für die Reise über Land geeignet. smart EQ und Microlino sind praktische Stadtautos, denen man nur im Ausnahmefall einmal eine Reise oberhalb der 100km Strecke zumuten möchte. Ich habe selbst diese Konstellation einmal bei einer Probe mit dem smart EQ erlebt, als ich versuchte, bei einer Fahrt von Augsburg nach München mit gleicher Ladung wieder abends in die Fuggerstadt zurückzukommen. Den Bericht dazu finden Sie hier.

Die Ausstattung von Renault Zoe, smart EQ und Microlino im Vergleich

Hier muss der kleine Microlino deutlich Federn lassen, denn dieses kleine Elektrofahrzeug ist bestimmt nicht wegen seiner Ausstattungselemente auf dem Markt. Von außen wirkt er flippig (viele Frauen sagen ‘zum Knutschen’) – die nach vorne öffnende Tür ist extrem auffällig und in den Kofferraum, das ist die gute Nachricht, passen vier Getränkekästen. Ansonsten kommt der Microlino recht spartanisch rüber. Wie oben schon beschrieben, erinnert die Inneneinrichtung eher an den Charme der 60er Jahre. Zu den Aufpreisen für zusätzliche Ausstattungsmerkmale gibt es derzeit noch keine Angaben. ‘Reduce to the max’ – getreu diesem ehemaligen Werbeslogan kommt jetzt der Microlino daher.

Die Ausstattung der Zoe wirkt gegen den Microlino zwar technisch versiert, doch leider zeigt sich im Innenraum die Plastik-Verliebtheit der Renault Designer und Ingenieure. Das Display genügt den Ansprüchen eines Elektro-Einsteigers, gerade für groß gewachsene Fahrer ist die Zoe nicht besonders gut geeignet. Dennoch ist das Gesamtkonzept der Zoe ausgereift. Intelligente Ladelösung, Rückgewinnung der Bremsenergie, Wärmepumpe: das sind alles Themen, mit denen die Zoe punktet. Hier fließt richtig viel Erfahrung der Renault Ingenieure aus den letzten Jahren an Elektrofahrzeugbau ein.

Beim smart EQ merkt man neben der Erfahrung im Bau eines Kleinstwagens auch den Input aus den Daimler Produktionsumfeldern. Das Interieur ist praktisch aufgebaut, kein Wunder, denn gerade im smart EQ fortwo ist nun wirklich nicht viel Platz für Spielereien. Uns gefällt die klare Linie, doch kann sich auch der smart EQ nicht ganz einem gewissen Plastik-Look entziehen. Es ist aus unserer Sicht nur eine Frage der Zeit, bis Applikationen und Mobility Services wie etwa das what3words Adresssystem im smart EQ Einzug halten. Hier macht sich bezahlt, ein Elektrofahrzeug mit großem Konzern im Hintergrund zu fahren.

Der Preisvergleich der drei Elektro-Einstiegsmodelle

Der Preisvergleich zwischen den drei Elektroautos spricht ganz klar für den Microlino. Er beginnt in der kleinen Version bei gerade einmal 12.000 Euro. Der Elektro-smart startet bei 21.000 Euro. Für die kleinste Zoe sind immerhin 21.900 Euro hinzublättern. Hinzu kommt bei der Zoe die monatliche Batteriemiete ab 69 Euro. Diese garantiert zwar den jeweils aktuellsten Stand an Batterietechnologie, führt jedoch zu einer jährlichen Kostensteigerung von über 800 Euro allein für die Batteriemiete.

Sowohl smart EQ als auch Renault Zoe profitieren derzeit noch von den 4.000 Euro Umweltprämie von Bund und Hersteller. Diese gibt es für den Microlino nicht. Doch auch ohne die Prämie geht der Preisvergleich klar an die Knutschkugel.

Unser Fazit zum Test der drei Einsteiger Renault Zoe, smart EQ und Microlino

Unser Fazit zu den drei Einstiegsmodellen unter den Elektroautos fällt ganz unterschiedlich aus, je nachdem welche Intention der Käufer eines solchen Fahrzeuges verfolgt.

Sollte der Preis das ausschlaggebende Kriterium für den Einstieg in die Elektromobilität sein, so gewinnt der Microlino. Er ist der Günstigste der Drei und gewinnt aufgrund seiner Auffälligkeit gleich noch den Beauty-Contest unter den drei Modellen mit dazu. Wer ein ähnlich kleines und wendiges Elektrofahrzeug für die Stadt sucht und dabei auf jahrelange Produktionserfahrung setzt, der wählt den smart EQ. Hier sind definitiv die Kinderkrankheiten eines Elektrofahrzeuges ausgemerzt. Nicht jedermanns Design und dennoch gerade unter Studenten heiß-geliebt, der smart EQ überzeugt als reines Stadtfahrzeug.

Und wer es dann doch ein bisschen größer mag und vielleicht ab und zu neben dem eigenen Nachwuchs die Freunde/innen der eigenen Kinder mitnimmt, der wählt ganz klar die Renault Zoe. Sie macht den ausgereiftesten Eindruck und ist nicht umsonst wieder einmal meist-verkauftes Elektroauto in Deutschland im letzten Jahr gewesen. Ein kluges Ladekonzept und viel technische Erfahrung machen die Zoe zu einem wirklich prima Einstiegsfahrzeug für Elektro-Neulinge.