In deutschen Großstädten sind E-Bikes und Elektroroller auf dem Vormarsch, denn die elektrisch betriebenen Zweiräder können auf Kurzstrecken ihre Vorzüge voll entfalten. Zwar haben sie eine geringere Reichweite und sind in der Anschaffung teurer als benzinbetriebene Fahrzeuge, dafür aber punkten sie mit hohem Fahrkomfort, Umweltfreundlichkeit und geringen Unterhaltungskosten.

Was ist ein Elektroroller – der Unterschied liegt im Antrieb?

Unter die Definition des Elektrorollers fallen alle Roller mit einem Elektroantrieb anstelle eines Verbrennungsmotors. Ein Akku versorgt sie für eine begrenzte Laufzeit mit Strom und muss dann an einer Steckdose wieder aufgeladen werden. Die meisten aktuellen Modelle haben eine Reichweite von 50 bis 100 Kilometern, ihre Ladezeit beträgt fünf bis acht Stunden an einer gebräuchlichen Haushaltssteckdose. Mit einem Schnellladegerät oder einer 380-Volt-Steckdose kann die Ladezeit allerdings deutlich verkürzt werden. Wer es eilig hat, kann auch in etwa zwei Stunden bei regulärer Stromzufuhr schon rund 70 % der Leistung wiederherstellen und erst einmal weiterfahren. Die gängigen E-Scooter für Erwachsene im Straßenverkehr sind auf eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h ausgelegt, aber es gibt auch schon Roller, die bis zu 120 km/h erreichen können.

Die Vorteile des Elektrorollers für den Fahrer, die Mitmenschen und die Umwelt

Ein großer Vorteil liegt im geringen Energieverbrauch gegenüber Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotoren. Da er keine Abgase ausstößt, ist der E-Roller ein umweltschonendes und klimafreundliches Fahrzeug. Im Gegensatz zum Benzinmotor läuft der Elektromotor angenehm leise und ermöglicht eine sehr kostengünstige Fortbewegung. So verbraucht ein Elektroroller auf einer Strecke von 100 Kilometern Strom im Wert von nur 0,50 Euro bis 1,00 Euro. Langfristig zeigen sich noch weitere Kostenvorteile, denn die Wartung von Elektromotoren ist weitaus weniger aufwendig als die von Verbrennungsmotoren. Da Kupplung und Getriebe wegfallen, können weniger Teile verschleißen; beim E-Roller muss nur der Akku eines Tages erneuert werden. Während Benzinmotoren bei häufiger Benutzung auf Kurzstrecken besonders schnell Verschleißerscheinungen zeigen, ist ein Elektromotor für diese Art des Einsatzes prädestiniert.

Welche Notwendigkeiten und Gesetzgebung gibt es für die Fahrt mit dem Elektroroller?

Die Fahrt mit dem Elektroroller ist nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa recht einheitlich geregelt. Wir klären hier über die wesentlichen Themen für den Betrieb und die Fahrt auf einem E-Roller auf.

Welche Versicherung benötige ich für die Fahrt auf einem Elektroroller?

Elektroroller sind von der Kfz-Steuer befreit, aber zur Teilnahme am Straßenverkehr ist eine Haftpflichtversicherung erforderlich. Eine Ausnahme bilden nur E-Mobile mit einer Höchstgeschwindigkeit unter 25 km/h, die versicherungsrechtlich als Krankenfahrstühle gelten.

Welche Fahrerlaubnis wird für die Fahrt mit dem Elektroroller benötigt?

Für kleine E-Roller, die als Leichtmofas mit maximal 25 km/h zugelassen sind, ist eine Mofa Prüfbescheinigung nötig, die Jugendliche ab 15 Jahren erwerben können. Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h gelten als Leichtkrafträder L1e und erfordern einen Führerschein der Klasse AM, der ab 16 Jahren erworben werden kann. Für Leichtkrafträder L3e mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ist ein Führerschein der Klasse A1 nötig. Jedes dieser Fahrzeuge braucht für die Teilnahme am Straßenverkehr außerdem eine nationale Typengenehmigung.

Für die Sicherheit im Straßenverkehr gibt es die Helmpflicht auf dem Elektroroller

Auch auf Elektrorollern, die ein Tempo von 20 km/h oder mehr erreichen können, muss jeder Fahrer und Beifahrer im deutschen Straßenverkehr einen Helm tragen. Unabhängig von der gesetzlichen Helmpflicht ist ein Helm immer als lebenswichtiger Kopfschutz zu empfehlen, denn selbst bei niedrigem Tempo kann ein Sturz schwerwiegende Schädelverletzungen zur Folge haben. Einen neuen Helm kaufen? Prüfen Sie, ob ein Helm das ECE-Zeichen erfüllt.

Ist die Helmpflicht in Europa überall Pflicht und gelten hier dieselben Regeln?

In ganz Europa gibt es heute einheitliche Vorgaben zur Sicherheit von Motorrad- und Rollerhelmen, nämlich die aktuelle Richtlinie 22.05 der Europäischen Wirtschaftskommission (ECE). Im Rahmen von Kontrollen werden zum Beispiel Unfälle simuliert, um zu prüfen, ob eine Helmschale bei einem Aufprall mit hoher Geschwindigkeit nicht bricht oder vom Kopf rutscht. Auch die Visiere und Kinnriemenverschlüsse werden strengen Tests unterzogen und erhalten das Prüfzeichen ECE 22.05 nur, wenn sie die aktuellen Kriterien erfüllen. In Deutschland sind nach den straßenverkehrsrechtlichen Bestimmungen heute nur noch die Helme zugelassen, die das ECE-Prüfsiegel tragen.

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