Anfang 2018

Tesla-Chef Elon Musk  musste im Januar die Produktionsziele erneut verschieben. Man hat die viel zitierte Produktionshölle offensichtlich noch nicht hinter sich gebracht. So musste man bereits ein weiteres Mal seine Ziele revidieren. Wie Tesla verlauten ließ, wird man wohl erst Mitte 2018 die an versierte Stückzahl schaffen (ntv). Dies ist bereits die zweite Verschiebung der Produktionsziele. Nach den ersten Problemen hatte man auf das Ende des ersten Quartals verwiesen, jetzt auf das Ende des zweiten Quartals. Das lag daran, dass „wir uns weiter auf Qualität und Effizienz konzentrieren, statt einfach das größte mögliche Volumen in der kürzestmöglichen Zeit zu produzieren“. (Unternehmensmitteilung)

Ausbesserungen an der Produktion

Beim kalifornischen Elekroautohersteller Tesla standen die Bänder des Öfteren still. In einigen Phasen wurde tagelang kein Model 3 gefertigt und die Mitarbeiter mussten unbezahlt zu Hause bleiben oder Urlaub nehmen. Die Fertigungsstopp wurden genutzt, um die Automation zu verbessern und „Flaschenhälse systematisch anzugehen“, so ein Sprecher von Tesla.

Fehler bei der Automation

Tesla plante ursprünglich, dass die Produktion des Modell 3 das am meisten automatisierte Produktionsauto-Programm in der Industrie sein sollte, mittlerweile hat Musk zugegeben, dass sie einige Fehler bei der Automatisierung gemacht haben.

Auch ein Analyst von Bernstein hatte bereits so geurteilt. „Was die Automatisierung der Automobilproduktion angeht, ist Elon vielleicht den falschen Dingen verfallen“, urteilte Analyst Max Warburton. Gemeint ist das Ziel immer mehr Produktionsschritte von Robotern ausführen zu lassen, mehr als in herkömmlichen Automobilproduktionen. „Menschen sind unterbewertet“, sagte Musk im Interview mit CBS. Es sei sein Fehler gewesen, zu sehr auf die Technologie vertraut zu haben. Ein komplexes Netzwerk an Laufbändern war im Werk verbaut, habe jedoch nicht funktioniert.

Allradantrieb (AWD) und Performance-Version vorgestellt

Tesla hat im Mai neue Spezifikationen im Model 3 für die Käufer freigeschaltet. So kann das Model 3 nun mit Allradantrieb und als Performance-Version bestellt werden.Tesla Dual-Motor-Allradantrieb ist mit einem AC-Vorderrad-Induktionsmotor (Asynchronmotor) ausgestattet, um den Permanentmagnetmotor am Heck zu ergänzen.  Musk gab an, dass ein Aggregat für die Leistung des Teslas zuständig und ein Motor für eine höhere Reichweite optimiert ist.

Die Performance-Version verfügt über die gleichen Motoren (AC vorne und Permanentmagnet hinten) wie die Dual-Version, jedoch mit einer höheren Leistung. Musk sagte auch, dass die Performance-Version einen Carbon-Spoiler, 20 Zoll Performance-Räder und eine neue Interieur-Option haben wird. Er behauptete, dass das Perfomance Modell 15% schneller als der BMW M3 sei und mit einem besseren Handling „auf der Strecke alles in seiner Klasse schlagen wird“.

Model 3 profitabel

Ingenieurdienstleister haben im Auftrag deutscher Automobilkonzerne vier Tesla Model 3 gekauft und zerlegt. Man ist dabei zu überraschenden Schlüssen gekommen, denn das Model 3 wurde auch auf seine wirtschaftliche Kalkulation geprüft.

„Falls Tesla es schafft, die geplanten 10.000 Stück pro Woche zu bauen, wird das Model 3 einen erheblichen positiven Ergebnisbeitrag liefern“, sagte ein Testingenieur der Wirtschaftswoche. Die Material- und Zulieferkosten werden auf rund 18.000 Dollar geschätzt, plus Produktionskosten von ca. 10.000 Dollar. Somit ergibt die Rechnung ohne Berücksichtigung der bereits investierten Kosten in die Entwicklung, Kosten von 28.000 Dollar und mindestens Einnahmen von 35.000 Dollar; möglicher Gewinn mindestens 7.000 Dollar.

Tesla ist es anscheinend gelungen, den Anteil des Metalls Kobalt in den Batterien erheblich zu verringern. Aus Labor-Analysen, die der Wirtschaftswoche exklusiv vorliegen, geht hervor, dass die Lithium-Ionen-Zellen den knappen Konfliktrohstoff in geringeren Anteilen enthalten. Auf dem Weltmarkt hat sich der Kobalt-Preis zuletzt binnen 18 Monaten verdreifacht. Nach den Laboranalysen bestehen die im Model 3 verwendeten Panasonic-Zellen nur noch zu 2,8 Prozent aus Kobalt, üblich sind acht Prozent. (Wirtschaftswoche)

Produktion zieht an

CEO Elon Musk gratulierte den Mitarbeitern in einer internen E-Mail: „Zum ersten Mal waren wir in der Lage, eine Rate von 500 Autos / Tag zu erreichen oder anders  gesagt 3500 Autos an Kunden zu liefern. Herzlichen Glückwunsch zu einem großen Meilenstein!“Tesla will gegen Ende des Quartals eine Produktionsrate von 5.000 Fahrzeugen der Modell 3 pro Woche erreichen. Musk sagte, dass Tesla vor einer Woche einen Hackathon abgehalten habe, um zwei problematische Roboter-Engpässe in der Model-3-Produktion zu beheben.

Fazit

Anlaufprobleme bei einer neuen Firma und einem neuen Model sind nicht unüblich. Tesla Chef Elon Musk erwähnte bereits die Produktionshölle die es zu überwinden gilt.  Tesla hat dabei schon einige andere Höllen überwunden.

  • Am Anfang des Model S stand der Fokus der Medien auf potenzielle Brände – man besserte aus.
  • Ein Fahrer starb bei der Nutzung des Autopiloten -man klärte die Situation auf.
  • Die Investitionskosten wurden immer höher – man brachte neue Aktien auf den Markt und verkaufte erfolgreich.
  • Die Produktionshölle des Model 3 steht im Fokus – man wird die Situation lösen!

Als Fazit gilt;  hätte man in der Unternehmensgeschichte die Probleme nicht angepackt und gelöst, würde es die Firma nicht mehr geben. Ich bin zunehmend zuversichtlich, dass Tesla innerhalb der nächsten zwei Monate die versprochenen 5000 Fahrzeuge des Modells 3 pro Woche erreichen wird. Damit kann man immer weiter Abstand von den hohen Verlusten der letzten Monate nehmen. Bei der Produktion von 20.000 Model 3 im Monat, kann man die knapp 450.000 Vorbestellungen erst innerhalb von 2 Jahren befriedigen. Jedoch will man die Produktion schrittweise immer höher fahren und die Zeichen stehen mittlerweile gut.

In Deutschland können wir das Model 3 leider erst Ende 2019 erwarten. Ein Jahr später kommen dann auch die deutschen Hersteller mit ihren Modellen. Durch die Produktionsprobleme ist das Rennen um die Verkäufe von bezahlbaren Elektroautos wieder eröffnet. Das Model 3 wird aus meiner Sicht auf jeden Fall vorne mitspielen. Falls Tesla vorher nicht das Geld ausgeht.

1 KOMMENTAR

  1. […] Tesla hatte im Mai neue Spezifikationen freigeschaltet. Das Model 3 gab es ab dem Zeitpunkt mit Allradantrieb und als Performance-Version.Tesla Dual-Motor-Allradantrieb ist mit einem AC-Vorderrad-Induktionsmotor (Asynchronmotor) ausgestattet, um den Permanentmagnetmotor am Heck zu ergänzen.  Musk gab an, dass ein Aggregat für die Leistung des Teslas zuständig und ein Motor für eine höhere Reichweite optimiert ist. […]

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