Ich beobachte die Entwicklung des Tesla Model 3 seit Sekunde eins. Ein Modell, welches die Massenmarktfähigkeit einer jungen Firma bedeuten soll und eine ganze Branche in Aufruhr gebracht hat. Seit der ersten Ankündigung ist viel Geschehen. Mit diesem Artikel will ich die letzten Monate des Model 3 aufarbeiten und zeigen, warum dieser Tesla zwischen Durchbruch und Ende schwebt.

31. März 2016 – Start der Reservierungen

Das Model 3 ist älter als die meisten vermuten würden. Unter dem Arbeitstitel BlueStar sollte das Model 3 eigentlich unter dem Namen Model E erscheinen. Jedoch war dieser Name nicht mehr verfügbar und so kündigte man im Juli 2014 per Twitter die jetzige Bezeichnung an. Tesla wollte mit diesem Modell den letzten Schritt in seiner dreistufigen Strategie vollziehen, Elektroautos massentauglich zu machen. Im September 2015 kündigte man die Veröffentlichung im März 2016 an. Am 31. März 2016 war es dann soweit, etliche Menschen konnten sich für 1000 Dollar ein Model 3 reservieren. Nach zwei Tagen erreichte man unglaubliche 276.000 Fahrzeuge Vorbestellungen.

Markteinführung & Finanzspritze

Das erste Fahrzeug aus der Serienfertigung wurde am 9. Juli 2017 gefertigt. Da das Fahrzeug jedoch enorme Geldmittel verschlingt, musste bereits im März 2017 eine Finanzspritze aushelfen. Der Herausforderer der traditionellen Fahrzeughersteller setzt damit das um, was bereits im Markt erwartet worden war. Durch eine Ausgabe von Aktien und Anleihen wurden ca. 1,2 Milliarden US Dollar am Finanzmarkt aufgenommen. Im Juni 2017 lief dann die Produktion des Model-3 an. Man konnte damals einen früheren Start der Produktion (2 Wochen früher als gedacht) erreichen.

Quartal 3 – erste Probleme

Für das 3. Quartal plante der CEO von Tesla eine Produktion von 1.500 Fahrzeugen des Typs Model 3. Nicht einmal 20 % des an versierten Ziels konnten umgesetzt werden. Im letzten Quartal wurden lediglich 260 Fahrzeuge gefertigt und 220 ausgeliefert und das liegt laut dem Geschäftsführer an Produktionsengpässen. Es hatte schlichtweg länger gedauert, die Systeme im Werk Fremont und im Batterie-Werk in Reno zu aktivieren, als in den Planungen abgestimmt. Zu diesem Zeitpunkt wollte man noch im Monat Dezember 20.000 Einheiten produzieren.

Individuell sieht anders aus

Sieht man sich die Konfigurationsmöglichkeiten des Tesla Model 3 am Produktionsstart an, dann stellt man fest, dass Individualität anders aussieht. Die einzigen zwei Merkmale, die Käufer individuell bestimmen können, waren die Farbe des Elektroautos und die Größe der Reifen.

August 2017 – erste Auslieferungen

Die ersten Einheiten wurden an Mitarbeiter und frühe Investoren geliefert und live auf YouTube übertragen. Auf dem YouTube Kanal des Elektroauto Innovator aus Kalifornien gibt es einen Mittschnitt der Übergabe. Bei der Live Übertragung wurden die finalen Daten des Kompakt-Stromers der breiten Öffentlichkeit mitgeteilt und auch weitere Bilder und Videos veröffentlicht. Im Inneren wird das Model 3 als erster Tesla mit einem großen zentralen Touchscreen-Display ausgeliefert, das sowohl als Bordcomputer wie auch Bedienelement für Navigation und Infotainment fungiert.

60.000 Stornierungen & täglich 1800 Neureservierungen

Ebenfalls Anfang August kam die Nachricht, dass die gigantischen Vorbestellungen von knapp 500.000 Stück, nicht mehr der realen Zahl der Bestellungen entsprach. Oft hatte Tesla Chef Elon Musk mit der riesigen Zahl der Reservierungen für sein neustes Elektroauto, das Model 3, angegeben. Das ein großer Teil, nämlich 12 Prozent der Kunden, die Reservierung bereits zurückgezogen haben, wurde unterschlagen. Von den 518.000 Vorbestellungen waren im August bereits 63.000 schon wieder zurückgezogen worden.

„Um möglichst genau zu sein, es gab 518.000 Brutto-Reservierungen für das Model 3 und nun liegen uns 455.000 Netto-Reservierungen vor. Aber diese Stornierungen sind während mehr als eines Jahres erfolgt. Das Nettoergebnis seit Freitag, abzüglich der Stornierungen, betrug über 1800 pro Tag“, so Tesla.

Kritik an Tesla

Porsche Betriebsratschef Uwe Hück kennt „keinen anständigen Kaufmann, der ein Unternehmen wie Tesla aufbauen würde“. Das Finanzierungsmodell sei „auf Schulden aufgebaut“ und damit „unmoralisch, weil es auf Pump aufgebaut wurde“. (Business Insider) Der Investor James Chanos sagte, dass Tesla alle möglichen Ankündigungen nicht eingehalten habe. Er glaube, Tesla sei wertlos.  Besonders da angekündigte Mobile wie der Semi Truck und der Roadster keine vorhandene Produktionslinie hätten und man Jahre bräuchte, sie zu erreichen und genehmigen zu lassen. (CNBC)

Probleme Ende 2017

Probleme gibt es in der Tat. Die Produktion des Modells 3 verlief nicht wie geplant. Man wollte schnell die Massenmarktfähigkeit beweisen und peilte bereits im Dezember die Produktion von 5000 Fahrzeugen pro Woche ein. Dieses Ziel wurde dann jedoch nach den ersten Schwierigkeiten auf das Ende des ersten Quartals 2018 geschoben. Heute weiß man, dass diese Zahl erst am Ende von Quartal 2 erreicht werden wird.

Weiter geht es morgen mit dem Start in 2018.

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