Vor ein paar Tagen war ich zu Gast bei einem Talk in München. Eingeladen hatte der Blog mobilbranche.de im Rahmen einer Talk Serie. Sponsor des Abends war die App- Agentur intive Kupferwerk in der Location von Wayra, dem Startup Accelerator des spanischen Telekommunikationsriesen Telefonica.

Es ging an diesem Abend um die großen Themen der Mobilität. Der Name des Events: ‘Mobile meets Mobility’. Für mich war die Diskussion um Sharing Modelle der spannendste Teil, von daher bringe ich hier einige Highlights:

Spannende Diskussion um Sharing Modelle

Für Spannung war gesorgt, da unter anderen Zwei der Großen Kenner der deutschen Sharing Szene direkt nebeneinander auf der Bühne saßen.

Der Niederbayer Werner Huber ist Chef der SixtLabs und verantwortet im Tagesgeschäft die beiden Apps von myDriver und DriveNow. Letzterer ist ja bekanntlich ein gemeinsamer Dienst von BMW und Sixt. Huber erzählte dann auch sofort, dass ein DriveNow ohne App eben nicht funktioniert könne.

Europcar laut Huber kein Wettbewerber mehr für Sixt

Zur Wettbewerbsfrage stellte er klar. Wettbewerber für Sixt selbst sei heute eben nicht mehr in erster Linie Europcar. Er sieht die Automobilhersteller Google und zukünftig ein Apple Car als die wahre Konkurrenz. Für ihn ist ein Anbieter der Zukunft ein Mobiilitätsdienst. Das macht die Tech-Riesen aus den USA per Definition zu weitaus gefährlicheren Gegnern.

Allerdings merkte er an, dass auch ein Google nicht befreit sei, unsexy Themen im Rahmen der Vermietung anzupacken. Mieter würden Autos schmutzig zurück geben, Unfallschäden seien abzuwickeln, etc. Das seien sämtlich Themen, die ein Google eben heute nicht anbieten könne. Und UBER? Der amerikanische Sharing-Riese müsse sich erst noch beweisen, denn jenem Anbieter fehle es ja deutlich an Profitabilität.

Daimler investiert massiv in Car Sharing

Sein Nachbar war Andreas Spannbauer von der Daimler Financial Services AG. Deren Mobility Services sind in dieser Einheit untergebracht. Daimler investierte in den vergangenen Jahren massiv in neue Geschäftsmodelle. So gehören inzwischen car2go, moovel und mytaxi zu den Stuttgartern. So weit sei das jeweilige Geschäftsmodell nicht vom klassischen Fahrzeugleasing. Schließlich gehe es immer um nutzungsbasierte Leistungsangebote an Kunden – Leasing sei schließlich auch Überlassung auf Zeit gegen Geld.

Wichtig für beide Experten für Sharing Modelle ist folgende Erkenntnis. Die flexiblen Car- Sharing Modelle ohne feste Mietstationen bringen viele Vorteile für die Städte und deren Bewohner. Laut einer Studie von car2go in den USA ersetzt jedes deren Autos 11 private Autos in einer Stadt. Das führt zu einer deutlichen Entlastung von Straßenverkehr, freien Parkplätzen und somit auch einer drastischen Senkung von CO2 Ausstoß. Wenn dann die Flotte des Sharing Anbieters noch aus Elektroautos besteht, dann ist der ökologische Erfolg am nachhaltigsten.

Nehmen wir uns ein Beispiel an der Flotte von DriveNow in Kopenhagen. Dort sind ausschließlich Elektroautos für den Anbieter aus München im Einsatz. So wird Sharing ökologisch. Und so kommt sie zum Einsatz, die Elektromobilität.