Auf der Detroit Motor Show zeigen die Amerikaner ihre bekannten Giganten. Die Messe ist die Größte ihrer Klasse in den USA und folgt direkt auf die CES in Las Vegas. Pickups und SUVs dominieren die Show. Spritverbrauch der Automobile? Immer noch Nebensache. Hauptsache große V8 Big Block Motoren, hohe Leistungsdaten und bequem muss es sein.

Elektroautos – überhaupt erwünscht?

Auf den ersten Blick scheinen Elektroautos wirklich unerwünscht. Die Umwelt steht nicht im Vorrang, jedoch haben die deutschen Autobauer doch einige Hybride und reine Elektroautos im Gepäck. VW hat einen Elektro Bulli mitgebracht und andere Hersteller zeigen Hybrid SUVs. Die Deutschen versuchen mit neuen Antriebstechnologien aufzutrumpfen, sich von der Masse der Spritfresser abzuheben.

Audis Q8 Schlachtschiff mit Hybriden Antrieb

Fünf Meter lang, 2 Tonnen schwer und 448 PS. Jedoch auch mit Elektro Co angetrieben. Der Audi kommt mit einem 3.0 Liter Sechszylinder Benziner in Kombination mit einem 100 Kilowatt Elektromodul. Der Normverbrauch soll durch den PlugIn Hybriden nur 2,3 Liter verbrauchen. Wie immer bei Verbrauchszahlen werden es erst die Erfahrungsberichte zeigen, was der Audi, der in 5,4 Sekunden auf 100 beschleunigt, tatsächlich verbraucht.

Hybrid-Technik des Audi Q8

Die 104 Lithium Ionen Zellen Batterie ermöglicht dem Q8 eine Reichweite von 60 Kilometern. Eine komplette Ladung mit 7,2 kW Spannung dauert ca. 2 ½ Stunden.

VW – bloß nicht Diesel

Volkswagen kommt dieses Jahr mit einer Studie nach Detroit. Dabei ist der Fokus bloß keine Parallelen zu Diesel Motoren zu ziehen, deswegen ist es wohl ein rein elektrischer Bulli geworden.

Quelle VW | Bulli I.D. Buzz auf der Detroit Motor Show

Technik des Bulli I.D. Buzz

374 PS generieren die zwei Elektromotoren und sollen den Bulli bis zu 600 Kilometer weit schicken. Mit 4,94 Meter länge bietet der VW einen großen Innenraum, der je nach Version mit dreireihig angeordneten Sitze die Kunden beglückt. Diese sind auf Gleitschienen angeordnet und lassen sich drehen. In der Mitte kann der Kunde einen Tisch ausklappen.

Mit einer Ladegeschwindigkeit von 150 kWh soll sich der Bulli innerhalb einer halben Stunde auf 80 Prozent aufladen lassen. Theoretisch also ein langstreckenfähiger Campingbus, genauso wie das Ur Modell. Die Höchstgeschwindigkeit von maximal 160 km/h ist für Reisen angenehm und damit dürfte der Fahrer auch das eine oder andere Überholmanöver starten können.

Quelle VW | Bulli I.D. Buzz auf der Detroit Motor Show

Auf großen 22 Zoll Reifen kommt der I.D. Buzz um die Ecke. Der Boden des Bulli wurde mit edlem Birkenholz ausgestattet, Yacht Feeling inklusive. Ein rechteckiger Touchscreen Monitor übernimmt die Steuerung fast aller Bereiche des I.D. Ein Headup Display projiziert alle relevanten Informationen in die Windschutzscheibe.

Ankündigung von VW Chef Diess

“Wir machen die Elektromobilität zum neuen Markenzeichen von VW” und weiter: „Bis 2025 wollen wir eine Million Elektroautos pro Jahr verkaufen.“ Entwicklungsvorstand Dr. Welsch zum Bulli: „Das Gesamtkonzept des I.D. BUZZ ist zukunftsweisend. Diese Studie ist der weltweit erste multivariable Elektrovan mit einem vollautomatisierten Fahrmodus.“

Fazit zur eMobilität auf der Detroit Motor Show

Wir sind in den USA und dort heißt es: „Never change a running system“. Die deutschen Autobauer versuchen es jedoch trotzdem. Ob unter Präsident Trump die eMobilität Fortschritte machen wird, bleibt eher abzuwarten. Meiner Einschätzung nach geht es eher rückwärts für die Amerikaner, ausgeschlossen jedoch Kalifornien mit dem bekannten Autobauer Tesla.

Das Auto des Jahres ist der Chevrolet Bolt, zwar eine reine PR Maßnahme, aber ein kleiner Schritt Richtung eMobilität. Wie ist ihre Einschätzung? Welche Signale hat Detroit für Sie gesetzt? Für mich geht es zu langsam in Richtung eMobilität, große Autoshows müssen in Zukunft größere Signale setzen.