Die Detroit Motor Show galt als eine der wichtigsten internationalen Messen im Automobilsektor. Doch betrachtet man die Messe mittlerweile, stellt man fest: „die Messe ist in der Vergangenheit hängen geblieben“. Pick-ups, SUVs und Muscle Cars füllen immer noch die Messeflächen. Der Besucher dieser Ausstellung findet keine innovativen elektrischen Antriebe der Zukunft, sondern kann sich fast ausschließlich die Power vergangener Tage anschauen. Das Leitmotiv erkennt man gut am neuen Chevrolet Silverado: Ein Drei-Tonnen-Truck mit 420 PS, der sich vom Vorgänger nur um die Abspeckung von 200 Kilo absetzt.

Vorstände bleiben fern

Wie sehr die Messe an Prestige verloren hat, sieht man an der Beteiligung der wichtigsten Köpfe der Automobilindustrie. Topmanager reisen immer seltener in die Stadt, die einen enormen wirtschaftlichen und sozialen Abgang hinter sich hat. Die Autoindustrie zog sich aus der Stadt zurück und damit die Menschen. Die Stadt schrumpfte von zwei Millionen auf weit weniger als die Hälfte. Die große Bedeutung der North American International Auto Show, ist Vergangenheit.

Europäische Hersteller bleiben der Messe immer mehr fern. Nur Daimler schickt den Konzernvorstand Dieter Zetsche in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. BMW Chef Krüger blieb zuhause, ebenso Volkswagen Konzernchef Matthias Müller. Die VW-Premiummarke Audi schickt keinen einzigen Vorstand aus Deutschland und Porsche lässt sogar den Messestand im Ländle. Sieht man sich die Stände an, stellt man schnell fest, der US-Markt bleibt weitgehend traditionell. Elektroautos verkaufen sich zu schlecht.

Marken die nicht nach Detroit gekommen sind:  Mazda, Porsche, Jaguar, Landrover, Mini, Aston Martin, Bentley, Ferrari, Maserati, McLaren, Lamborghini, Rolls-Royce und  Tesla.

Modelle

Mercedes-Benz präsentiert vorab die neue G-Klasse, den Ur- Geländewagen. Volkswagen geht  einen anderen Weg und verspricht 1,2 Milliarden US-Dollar in die neue Modellen in Amerika zu investieren. Mit 18.545 US-Dollar für den Jetta, will man den US Amerikaner ködern. „Wir wollen ein klares Signal setzen, dass Volkswagen trotz hervorragender Qualität – gerade mit der technischen Kompetenz, die wir mitbringen – eine bezahlbare Marke für jedermann in Amerika ist.“

Hybrid-Truck von Ford

„Wir nehmen unsere wichtigsten Fahrzeuge und elektrifizieren sie“, sagt William C. Ford Jr. „Um Erfolg mit Elektroautos zu haben, nehmen wir Fahrzeuge, die bereits beliebt sind und von denen wir wissen, dass sie großartig sind.“ Und raus kommen soll ein Hybrid Truck und ein Sportwagen mit Elektroantrieb, der 2020 auf den Markt kommen soll. Insgesamt will man 16 Elektroautos und 24 Hybrid-Modelle bis 2022 bauen.

Die Messe-Stände

Auf dem Ford Stand ist davon noch nichts zu sehen. Dort präsentiert man seinen meistverkauften Pickup F-150 mit Diesel-Antrieb. Man wirbt mit vielen Ideen zur Mobilität der Zukunft, die Innovationen der CES aus Las Vegas haben es aber nicht durch die Wüste geschafft. BMW wird unter anderem den X2 SUV zeigen, auch hier ist die eMobilität weit entfernt. SUV und Trucks bleiben für Autohersteller in Nordamerika das wichtigste Segment. Es sind die Fahrzeuge mit der größten Gewinnmarge. Kein Unternehmen will darauf verzichten. Schon gar nicht, wenn die Absatzzahlen weiter zurückgehen. Deshalb wirkt Detroit wie eine Messe von vorgestern.

CES läuft Detroit den Rang ab

Die CES in Las Vegas schien die interessantere Messe zu sein. Neue Marken, wie Byton zeigten dort ihre Innovationen. Ford Chef Jim Hackett hielt hier die Rede, die die Ford Mobility Plattform für Robotaxen und autonome Verkehrssysteme vorstellte. Carlos Ghosn (Allianz aus Renault, Nissan Mitsubishi) teilte mit, dass er damit rechne, dass ab 2024 Robotaxen unterwegs seien und kündigte Milliardeninvestitionen in Start-ups an.

Fazit

In Detroit trifft sich die Welt von gestern und die wird immer kleiner. Neue Messen, wie die CES in Las Vegas, erreichen einen deutlich höheren Stellenwert und laufen Detroit den Rang ab. Der US Präsident hat es geschafft Kraftstoffe günstig auf dem Markt zu halten; die schweren SUV und Trucks profitieren davon. Besonders dieser Sektor gilt in den USA als besonders attraktiv und wirft die meisten Gewinne ab. Man wird also als amerikanischer Hersteller an dieser Sparte festhalten. Schafft die Motor Show jedoch nicht die Wende, wird sie spätestens 2020 obsolet, denn dann werden alle großen Hersteller mit ihrer Elektrooffensive beginnen und diese auch zeigen wollen.

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