Der GEV/one des Fraunhofer-Instituts

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Das Fraunhofer LBF entwickelte 2016/17 ein elektrisches Fahrzeug, das unabhängig von der elektrischen Ladeinfrastruktur unterwegs sein soll. Das generator-elektrische Versuchsfahrzeug (GEV)/one soll zudem das potential zu echter Emissionsfreiheit haben. Seit April wird es auf Hessens Straßen getestet.

Die Technologie

Mit dem GEV/one soll ein grundlegendes Problem der Energiewende lösen. Es soll frei von Emissionen sein. Die Unabhängigkeit von der Ladeinfrastruktur soll es für die breite Masse attraktiv machen. Auf einen großen Akku verzichtet das Fahrzeug, lediglich ein 10 kWh Lithium-Eisenphosphat-Akku ist mit dabei für ausreichend Energie bei benötigten Leistungsspitzen und Geschwindigkeiten über 120 km/h und die Rekuperation. Der Motor und Generator erzeugen immer die Energiemenge für den derzeit höchsten Motorwirkungsgrad. Damit ist der GEV/one extrem effizient unterwegs.

Die Umweltbilanz

Das Gas für den Antrieb kann beispielsweise Biomethan sein. Auch Gas aus Power-to-Gas-Anlagen mit erneuerbaren Energiequellen ist möglich. Regenerativ erzeugte Stromüberschüsse könnten für den Betrieb des GEV/one genutzt werden. Somit kann der Input quasi schadstofffrei erfolgen, lässt man die Emissionen für die Produktion, Errichtung und den Betrieb der Anlagen außen vor. Das Fahrzeug selbst soll etwa 20% weniger CO2-Emissionen haben als ein Benziner und deutlich verringerte NOx- und HC-Emissionen. Laut dem Fraunhofer ist der GEV/one damit umweltfreundlicher unterwegs als herkömmliche Elektrofahrzeuge.

Laute Gedanken

Das GEV/one bietet meiner Meinung nach einen netten Ansatz mit einigen Schwächen. Zunächst wäre Teller-Tank-Konkurrenz zu nennen im Hinblick auf die Produktion von Bio-Methan. Damit ist das alte Lied gemeint, dass auf landwirtschaftlichen Flächen, die zur Produktion von Gas genutzt werden keine Lebensmittel angebaut werden können.

Auch die Umweltbilanz des Fahrzeugs selber ist vermutlich nicht rosig. 20% weniger CO2 als bei einem Benziner ist keine deutliche Verbesserung. Deutlich reduzierte NOx- und HC-Werte allerdings schon. Auf der Seite des Fraunhofer ist zudem zu lesen, dass der GEV/one weniger als 80g CO2/100 km emittiert. Dieser Wert wäre allerdings gut, er passt aber nicht zu der Angabe der 20% geringeren Emissionen, denn das wären etwa 80g/km. Es sei denn bei den Angaben des Fraunhofer ist eine Gesamtenergiebilanz gemeint, die jedoch nicht ausdrücklich erwähnt oder aufgelistet ist.

Die Unabhängigkeit von elektrischer Ladeinfrastruktur ist ein schöner Ansatz, allerdings ist man mit diesem Fahrzeug abhängig von Gastankstellen. Davon gibt es noch deutlich weniger als von elektrischen Ladesäulen. Über die Reichweite ist leider nichts zu lesen.

Die Batterie des GEV/one ist im Kofferraum verbaut (Bild). Für die Serienreife würde sich dafür vermutlich ein anderer Platz finden.

Bildquelle: Fraunhofer LBF

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Johannes Riese
Als Projektmanager im Bereich der Elektromobilität bin ich nahe an den aktuellen Entwicklungen. Seit meiner Masterarbeit im Studienfach Geographie an der Universität Augsburg beschäftige ich mich mit allen Thematiken rund um dieses wachstumsstarke Feld. Meinen Überblick auf administrativer, planerischer und technischer Ebene erweitere ich permanent. Was mir interessant und wichtig erscheint schreibe ich hier.

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