Der Einfluss der Formel E auf die tägliche Elektromobilität

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Formel E Flitzer - Bildrechte: Michael Brecht

Die Formel E besitzt eine immer weiter steigende Bedeutung in der Motorsportwelt. Durch eine Vielzahl an namhaften Herstellern und Unterstützern machte sich die nachhaltigste aller Rennserien einen Namen auf der Weltkarte. Rund um den Globus erfreuen sich viele Grand Prix an großer Beliebtheit. Damit sorgen sie auch hinsichtlich der täglichen Elektromobilität für große Schritte.

Vom „grünen Motorsport“ zum Entertainment

Formel E – Source: Twitter

Am Anfang stand der Wille eines nachhaltigen Konzeptes im Motorsport. Vollständig elektronisch betriebene Rennautos ohne echten Motorensound sollen tatsächlich Fans auf aller Welt begeistern? Was nicht plausibel erschien, ist inzwischen vielerorts zum Erfolgsrezept mutiert. Die Formel E wird seit September 2014 auf Stadtkursen rund um den Globus ausgetragen und lockt seitdem mit innovativen sowie zuschauerfreundlichen Konzepten wie dem FANBOOST für Begeisterung auf den Rängen. Dieser unerwartet hohe Entertainment-Faktor lockt selbst diejenigen an die Strecken und Bildschirme, die zuvor nur wenig mit Motorsport anfangen konnten. Trotz allem bekannte Namen wie WM-Titelfavorit Jean-Eric Vergne, der bei Betway mit einer Quote von 1,83 das Feld anführt (Stand 2. April) sorgen für weitere Höchstspannung. Mittlerweile befindet sich der Wettbewerb in Jahr vier seiner Existenz und ist dabei in den Metropolen von Hongkong, über Mexiko-Stadt, bis hin zu Paris, New York und Berlin zuhause. Ohnehin ist eine Stadt wie Hongkong nicht durch Zufall als Saisonauftakt ausgewählt worden. Immerhin geht es für 2,6% aller registrierten Fahrzeuge in der Stadt voll elektrisch von Start zu Ziel.

Schon am Sound der Rennwagen kann man einen gewaltigen Unterschied zu Klassikern wie der Formel 1 ausmachen. Diese kommen auf gerade einmal 80 Dezibel, was für das gewöhnliche Gehör kaum von den 70 Dezibel im Straßenverkehr zu unterscheiden ist, die von einem Auto mit knapp über 100km/h erzeugt werden. Somit ist klar, dass der Fokus im Rennen ebenfalls nicht allzu sehr auf den Geräuschen des Motors wie im herkömmlichen Motorsport liegt, sondern die per Datenübertragung auf dem Dashboard erscheinenden Statistiken von erhöhter Wichtigkeit sind. Diese Präsentation von neuen Techniken sowie das stete Erkunden des aktuell Möglichen sind Dinge, die unter anderem den Gründer der Formel E, Alejandro Agag, ansprechen.

Der Transfer auf die Straße

Formel E – Source Twitter

Agag setzt darauf, dass der starke Wettbewerb einiger der besten Automobilhersteller dafür sorgt, dass die Elektrotechnologie immer weiter verbessert und nach vorne getrieben wird. Ein wichtiger Punkt für das Leben aller Menschen ist der Ausstoß fossiler Treibstoffe. 23% der weltweiten Emissionen stammen aus dem Transport. Somit ist die elektrische Mobilität ein wichtiger Ansatz in der Reduzierung unserer Ausstöße und dem Einsatz erneuerbarer Energien. Nebenbei führt sie dazu, dass weniger gesundheitsrelevante Probleme in den Ballungsräumen auftreten, in denen die Verschmutzung traditionell hoch ist. FIA-Präsident Jean Todt zeigt sich überaus zufrieden mit seiner jüngsten Rennserie. „Wir wollen zeigen, dass Städte und ihre Führungen praktikable Lösungen im Hinblick auf nachhaltigen Transport besitzen.“

Insbesondere das umfangreiche Engagement vieler namhafter Marken sollte die bislang nicht überzeugten Menschen aufhorchen lassen. So ist vor allem das chinesische Startup NIO seit Beginn der Serie mit dabei und tritt mit eigenem Team an. Wichtige Erfahrungen flossen so zum Beispiel in die Produktion des ersten eigenen elektrischen SUVs für die Straße. Der ES8 wurde im Dezember 2017 in China veröffentlicht. Highlight des Autos ist das wechselbare Batterienpack, welches langes Warten an entsprechenden Tankstellen der Vergangenheit angehören lässt. Die Rennserie ist damit gleichfalls ein Werbemittel, um das eigene Produkt für eine deutlich höhere Anzahl an potentiellen Fahrern auf die öffentliche Bühne zu stellen. Als Rivale hat man nicht zuletzt das Model X von Tesla auserkoren. Der NIO ES8 stimmt mit den aktuellen chinesischen Regularien „Made in China 2025“ überein und lässt die über 7 Millionen elektrisch betriebenen Fahrzeuge in der Volksrepublik weiter ansteigen.

Jaguar ist mit einem recht ähnlichen Konzept vertreten und tritt in der Formel E mit dem Panasonic Jaguar Racing Team an. Die lange Rennsportgeschichte des Traditionsherstellers macht somit ebenso nicht vor Neuerungen halt, wie es die von Audi tut. Vor allem die unzähligen Verbesserungen durch Forschung und Entwicklung sorgen laut Sportdirektor Gerry Ekerold dafür, dass vor allem die tägliche elektrische Mobilität profitiert: „Alles, was wir hier bei der Formel E tun, geht in Richtung Technologie-Transfer von der Rennstrecke auf die Straße.“ Im Fall Jaguar führt dies ebenso zum ersten komplett elektrischen Auto, dem I-PACE. Dieses soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 erscheinen. Neben dem Straßenauto sollen alle ab 2020 erscheinenden Jaguar Land Rover Modell-Linien mit Hybrid- oder Batterietechnologie produziert werden.

Der Einfluss der Formel E auf die tägliche E-Mobilität ist größer, als man annehmen könnte. Die zum Teil großen Entwicklungsschritte haben direkten Einfluss auf die Technologie, die in den Straßenwagen Anwendung findet. Somit bieten sich fast nur Vorteile für Hersteller, Promoter sowie den Endverbraucher.

 

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