Der Diesel ist nun bereits seit einigen Jahren in der Kritik. Ausgelöst wurde die Krise von Volkswagen, rund um den Skandal von veränderten Abgaswerten ging die Talfahrt des Selbstzünders los. In meinem Artikel „Mein persönliches Dilemma Diesel: Fahrverbote und 6000 Tote“ schilderte ich mein Derzeitiges und heute immer noch bestehendes Problem mit der eMobilität und dem Diesel. Nun muss Frankfurt ein Diesel-Fahrverbot einführen. Die Hintergründe.

Diesel Dilema

Alternativen bei der Wahl des Antriebs beim heutigen Autokauf sind leider rar. Doch woran liegt das? Die verfügbaren Elektroautos für eine Strecke von 150 km (mein täglicher Arbeitsweg) sind begrenzt. Viele deutsche Hersteller bringen ihre elektrischen Automobile erst in 2 Jahren oder später auf den Markt.

Diesel Gipfel

Der Diesel Gipfel brachte keine Besserung. Vereinbart wurden sofortige Softwareaktualisierungen der Motorsteuerung bei etwa 5 Mio Fahrzeugen der Klassen Euro 5 und 6. Die Kosten liegen bei etwa 100€ pro Fahrzeug und bringen etwa 30% weniger Schadstoffe. Diese Verbesserung liegt allerdings weit unter der Menge der Überschreitung der Grenzwerte. Eine Nachrüstung der Abgasreinigung und der Motoren würde etwa 1.500€ pro Fahrzeug kosten, die Schadstoffe würden allerdings auch bis zu 90% reduziert. Zu teuer für die meisten Hersteller.

Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat entschieden, dass die Stadt Frankfurt ein Dieselfahrverbot zur Verbesserung der Luftqualität einführen muss. Bundesumweltministerin Svenja Schulze forderte direkt nach dem Urteil: „Mein Kollege im Bundesverkehrsministerium sollte sich nun endlich meiner Position anschließen und gegenüber der Autoindustrie für Hardware-Nachrüstungen kämpfen“.

Fahrverbot in Frankfurt

  • Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge der Norm Euro 4 und älter
  • Fahrverbot für Benziner der Norm Euro 1 und 2 ab Februar 2019
  • Fahrverbot für Euro-5-Diesel ab September 2019

„Das Fahrverbot ist notwendig, weil alle übrigen vom Land in Betracht gezogenen Maßnahmen nicht zu einer wirksamen Reduzierung der Stickstoffdioxid-Emissionen in angemessener Zeit führen“, erklärte Verwaltungsrichter Rolf Hartmann.

Auswirkungen des Fahrverbots

„Die Bürger und die Städte haben jetzt die Versäumnisse der Automobilindustrie, aber auch der Bundesregierung auszubaden“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling. Rund zwei Drittel der etwa 340 Busse des öffentlichen Nahverkehrs müssen nun nachgerüstet werden. Und für viele Autofahrer wird es in Zukunft keinen Zugang mehr zur der Innenstadt mit dem eigenen KFZ geben.

Was bieten die Automobilindustrie & Politik?

Bisher halten sich die deutschen Hersteller weiterhin zurück. Die angegebenen Veröffentlichungsdaten für die Elektroautos liegen noch in ferner Zukunft. Ob 2020, 2022 oder doch erst 2025. Mindestens 2 Jahre bis man mit Tesla in Konkurrenz treten kann, sind eine lange Zeitspanne.  Bei Taxen und Bussen wird der Bund 250 Mio Euro für Umrüstungen investieren. Zusätzliche Investitionen für Infrastrukturmaßnahmen, wie Radschnellwege und die Aufstockung von Förderungen wurden ebenfalls angekündigt.

Alternativen sind bisher rar. Für mich steht immer noch fest, dass die Politik und die Automobilindustrie in der Bringschuld sind. Es kann nicht sein, dass man ein System jahrelang subventioniert und dann plötzlich wie eine heiße Kartoffel fallen lässt. Zusammen mit den Autobauern muss man sinnvolle Lösungen und Alternativen erarbeiten. Hardware Nachrüstungen können dabei eine Option bilden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here