Der Verbrennungsmotor und seine Tücken zieht die deutsche Automobilindustrie Stück für Stück in der Krise. Das ist keine Neuigkeit. Aber weist energieeffiziente Mikro-Mobilität den Weg aus der Krise?

Es scheint so, denn immer mehr deutsche Automobilunternehmen arbeiten an innovativen, infrastrukturellen Mobilitätskonzepten. Diese sehen eine Zukunft mit unter anderem autonomen oder elektrischen Last-Mile Lösungen vor.

“Wir wollen uns voll auf die Kundenbedürfnisse konzentrieren und das digitale Ökosystem der Marke Mercedes-Benz erlebbar machen” – Bettina Fetzer, Mercedes-Benz Marketing gegenüber Horizont Journalisten, IAA 2019

Das digitale Ökosystem von Mercedes Benz und sein neuer Zuwachs.

Das angesprochene, digitale Ökosystem vereint Expertisen aus beispielsweise Game Design, Future Living, Digital Transformation oder Performance Marketing. Es zeichnet ein holistisches Bild von der Entwicklung digitaler Dienste bis zur Serienimplementierung innerhalb Daimlers. Gerade die Entwicklung von Last Mile Lösungen in diesem Ökosystem dürfte unsere Fortbewegungsmöglichkeiten in Zukunft erweitern.

Anfang 2020 will Daimler seine Vision von Mobilitätsdiensten der Zukunft erweitern, und hat im Rahmen der IAA die Markteinführung eines elektrischen Mercedes-Benz Scooters angekündigt. Der Stromer soll zur EQ-Markenfamilie gehören und von dem Schweizer Scooter-Experten Micro Mobility AG gebaut werden. Der Zulieferer ist besonders durch seine Partnerschaft mit BMW bekannt, denn auch der Münchner Automobil- und Motorradhersteller kündigte bereits im Mai dieses Jahres seinen BMW E-Scooter an, der im Herbst 2019 an den Markt gehen wird und 799 Euro kosten soll. Und auch die Micro Mobility AG selbst baut einen Scooter. Jedoch cruist noch keiner dieser drei elektrischen Scooter deutsche Städte, leider lassen sich die Genehmigungsbehörden ordentlich Zeit bei der Zulassung der elektrischen Zweiräder.

Lieber leihen oder lieber besitzen?

Details zu technischen Daten wie Geschwindigkeit oder Reichweite wurden noch nicht preisgegeben. Obwohl für den privaten Gebrauch gedacht, darf der Daimler-Scooter aber ähnlich wie die Verleih-Modelle von Lime, Circ und Co. eine maximale Geschwindigkeit von bis zu 20 Stundenkilometern und eine maximale Leistung von 500 Watt haben. Schon von Gesetzes wegen …

Neben dem Trend, elektrische Scooter zu leihen, zeigt sich derzeit auch die zunehmende private Nutzung der bunten Flitzer. Michael hatte ja erst letzte Woche von seinen Erfahrungen in Porto mit den E-Scootern berichtet.

Die immer weitere Segmentierung dieses riesigen und bislang nur teilweise bedienten Marktes bestätigt dies. Und auch die Zulassungsherausforderungen von privaten E-Scootern werden sich wohl noch dieses Jahr lösen. Wir dürfen also vermutlich spannende, neue Scooter-Feature und Ladeszenarien von den verschiedenen Anbietern erwarten.